ETFs am Laptop
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Zugegeben, der erste Besuch im neuen Wertpapierdepot ist nicht ganz so spektakulär wie das erste Betreten einer neuen Wohnung. Aber ein besonderer Moment ist es schon, das erste Mal die PIN einzutippen und auf der eigenen Depot-Oberfläche zu landen. Das sollen also die digitalen vier Wände sein, in denen im besten Fall für 15 Jahre oder länger das Ersparte wächst? Finanztip nimmt Dich diese und nächste Woche mit auf eine Einrichtungstour, damit Du an alle wichtigen Schritte denkst.

 

1. Geld aufs Verrechnungskonto

Am Anfang ist im Depot noch nichts drin. Bevor Du das erste Wertpapier kaufen kannst, musst Du den Kontostand des Verrechnungskontos auffüllen. Das gehört automatisch zum Depot dazu und hat eine eigene IBAN, lässt sich also per Überweisung füttern.

 

2. Sparplan oder Einmalbetrag

Wir bei Finanztip halten bekanntlich nicht allzu viel von gemanagten Fonds (weil die Fondsmanager teurer und meist nicht besser sind als die günstigeren Alternativen, mehr dazu in Punkt 3). Fonds-Pionier Sir John Templeton traf es aber sehr gut, als er gefragt wurde, wann der beste Zeitpunkt zum Investieren wäre. „Der beste Zeitpunkt ist, wenn man Geld dafür hat.“ Soll heißen: Wenn Du 1.000 oder 5.000 Euro auf dem Verrechnungskonto liegen hast, spricht nichts dagegen, damit in einem Schwung Wertpapiere zu kaufen. Wenn Du hingegen regelmäßig anlegen möchtest, nimmt Dir ein Sparplan jeden Monat die Mühe ab, daran zu denken. Das geht schon ab 25 oder 50 Euro monatlich.

 

3. Welcher ETF darf es sein?

Diese Abkürzung steht für „Exchange-Traded Fund“, börsengehandelter Fonds. Aus Finanztip-Sicht sind ETFs das Einzige, was in Dein Depot hineingelegt werden sollte. Du könntest auch Aktien einzelner Unternehmen kaufen. Dann besteht aber das Risiko, dass sich genau diese schlecht entwickeln, und damit auch Deine Anlageerfolge. Mit einem Fonds sinkt dieses Unternehmensrisiko, weil darin viele unterschiedliche Aktien stecken.

Daher empfehlen wir ETFs auf den Aktienindex MSCI World (steht für 85 Prozent des Börsenkapitals in 23 Ländern). Es gibt auch günstige ETFs, die neben den Industrieländern auch Schwellenländer einbeziehen, sowie ETFs mit einem Schwerpunkt auf Europa oder Nachhaltigkeit. Möchtest Du einen Sparplan einrichten, hilft diese Übersicht – wir haben für unsere Depotempfehlungen die jeweils erhältlichen Sparpläne aufgelistet.

ETFs im Café
Bild: ferrantraite / GettyImages

 

4. Nicht „All-in“ gehen

Dass Du nur Geld an der Börse anlegen solltest, auf das Du 10, besser 15 Jahre lang verzichten kannst, ist Dir wahrscheinlich klar. Das heißt im Umkehrschluss: Neben dem Depot sind auch ein Tagesgeldkonto und ein Festgeldkonto wichtig. Bitte keine Enttäuschung angesichts der niedrigen Zinsen. Die Rolle der risikoarmen Geldanlage ist es nicht, beeindruckende Renditen abzuliefern, sondern ein Gegengewicht zu Deinen Wertpapieren zu sein – die mehr Risiken, aber zum Glück auch mehr Chancen bieten. Die kluge Aufteilung macht’s.

 

5. Handelsplatz und Zeit

Mit Deinem Wunsch-ETF aus unseren Empfehlungen geht es jetzt ins Kauf-Formular des Depots. Eins vorweg: Dem ETF sieht man es später nicht an, ob Du ihn über Xetra, Gettex oder an einem sonstigen Handelsplatz gekauft hast. Beim Sparplan bestimmt ohnehin der Depotanbieter Kaufzeit und -ort, Du entscheidest aber natürlich, wie hoch die Rate sein soll. Diese kann man später übrigens problemlos ändern. Investierst Du einen Einmalbetrag, solltest Du das wochentags zwischen 15 und 17:30 Uhr tun, wenn die Börsen in Europa und in den USA aktiv sind. Dann sind die Kurse an allen Handelsplätzen am vorteilhaftesten. Ansonsten musst Du diesen Punkt nicht überbewerten – Hauptsache, die ETF-Nummer ist korrekt. Die Kaufgebühren sind bei allen Finanztip-Depot-Empfehlungen gering.

 

6. Freude über Deine Börsen-Premiere

Herzlichen Glückwunsch – nun gehört Dir ein Stückchen der Weltwirtschaft! Wirf noch mal einen Kontrollblick auf die Abrechnung und sei willkommen im Club der Anleger. In der kommenden Woche kümmern wir uns an dieser Stelle um ein paar Pflegetipps fürs Depot.

 

Zum zweiten Teil

Hendrik Buhrs
Autor

Stand:

Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

1 Kommentar

  1. Toller Leitfaden, ich hoffe jeder nutzt die Möglichkeit mehr aus seinem Geld zu machen, mit Zeit und Durchhaltevermögen wirst du dich später sehr freuen.

    Gruß Stefan

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