Rettungswagen
Bild: Berkut 34, iStock.com

Eine 85-Jährige muss fast 12.000 Euro für die Behandlung in einer türkischen Privatklinik selbst zahlen. Auf einem Ausflug ins Taurus-Gebirge war sie nach einer Herzattacke bewusstlos in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht worden. Dort konnte ihr mit einem Herzschrittmacher das Leben gerettet werden.

Von der Gesamtrechnung über 13.000 Euro übernimmt ihre Krankenkasse nur den Betrag, den ein staatliches Krankenhaus berechnet hätte: 1.250 Euro. Zu Recht, urteilte das Sozialgericht Gießen (Az. S 7 KR 261/17). Die Patientin wollte die ganzen Kosten von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Doch nur eine private Auslandsreise-Krankenversicherung wäre dafür aufgekommen.

Die Seniorin argumentierte vor Gericht, sie würde aufgrund ihres hohen Alters keine solche Versicherung mehr bekommen. Das stimmt allerdings nicht ganz! So nehmen viele Versicherer in aller Regel auch Senioren. Unsere Empfehlung Debeka mit dem Tarif AR sogar zum Preis, den alle anderen Altersgruppen zahlen: 8 Euro im Jahr.

Die 85-Jährige hätte der Privatklinik bis zu ihrer Entlassung eine Bescheinigung vorlegen können, dass sie lediglich gesetzlich versichert ist. Nach türkischem Recht hätte die Notfallbehandlung dann nur so viel kosten dürfen, wie die deutsche Krankenkasse am Ende übernimmt. Allerdings hatte die Frau gerade so überlebt – wer denkt da an Bescheinigungen? Womöglich war ihr die Regel auch nicht bekannt. Deshalb raten wir Urlaubern, in jedem Fall eine Krankenversicherung für die Reise abzuschließen.

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Daniel Pöhler
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Daniel Pöhler arbeitet am Newsletter und wirkt als stellvertretender Textchef an der sprachlichen Qualität der Finanztip-Texte mit. Seine redaktionellen Schwerpunkte sind Mobilität und Digitales. In seinem Volontariat bei einem Münchner Fachmagazin hat er erfahren, wie die Telekommunikations-Branche und der Handel ticken. Daniel hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

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