Frau arbeitet im Homeoffice
Bild: IMAGO / Cavan Images

Die Pandemie gönnt uns gerade die lang ersehnte Verschnaufpause: immer weniger Corona-Neuinfektionen, trotz sich ausbreitender Delta-Variante. Vieles geht wieder: Kino, Museum, Sport in Gruppen. Und bald vielleicht auch das reguläre Arbeiten im Großraumbüro. Die Homeoffice-Pflicht jedenfalls wurde gerade aufgehoben.

Aber willst Du überhaupt noch so arbeiten wie vor der Pandemie? Wieder jeden Tag in die Firma pendeln? Oder kannst Du Dir eine Mischung aus Präsenz und Homeoffice vorstellen? Es könnte „das neue Normal“ werden, wie Arbeitsminister Hubertus Heil kürzlich erklärte.

 

Der Widerstand gegen Homeoffice ist gebrochen

Corona hat die Sicht auf mobiles Arbeiten verändert: Vorher lehnten es 37 Prozent der Betriebe ab, überhaupt Homeoffice anzubieten – das zeigt eine aktuelle Studie. Während der Pandemie waren es nur noch halb so viele.

Einer Umfrage der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung zufolge haben vor der Pandemie weniger als 5 Prozent der Beschäftigten überwiegend oder ausschließlich zuhause gearbeitet – wie wir bei Finanztip. Auf dem ersten Höhepunkt der Krise im April 2020 waren es immerhin rund ein Viertel. Und noch viel mehr haben wenigstens zeitweise von Zuhause gearbeitet – etwa, um für die Kinder zu sorgen, wenn die Schule ausfiel.

 

Mehr Kontrolle über Dein Leben

Die vielen Monate im Ausnahmezustand haben gezeigt, dass Homeoffice auch da funktionieren kann, wo Vorgesetze früher steif und fest behauptet haben, es ginge nicht.

Für Dich als Beschäftigte kann das durchaus positive Aspekte haben: Der tägliche Weg zur Arbeit entfällt, das Konzentrieren gelingt daheim mitunter besser als im Büro, die Arbeitszeiten lassen sich oft flexibler gestalten – und natürlich bist Du besser vor Infektionen geschützt. Insgesamt haben diejenigen, die zumindest teilweise im Homeoffice arbeiten, mehr Kontrolle über ihr Leben. Gleichzeitig kann das zu mehr Produktivität führen, was dann auch die Firma freut.

Die Schattenseite: Es gibt häufig keine klare Trennung mehr von Arbeit und Privatleben, der (kreative) Austausch mit Kolleginnen und Kollegen nimmt ab. Und Vorgesetzte können schwerer einschätzen, wo es vielleicht Probleme gibt.

 

 

Jetzt ist der Moment, über Deine Zukunft nachzudenken

Dieser Sommer im Jahr zwei der Pandemie ist vielleicht auch für Dich der Moment, in dem Du über Deinen Job nachdenkst: Willst Du wie gehabt weitermachen? Mit weniger Arbeitszeit? Oder willst Du den Job wechseln? Wie viel Homeoffice soll es sein? Viele dieser Fragen musst Du mit Deiner Arbeitgeberin individuell besprechen, einen gesetzlichen Anspruch auf Homeoffice etwa hast Du bislang nicht. Überleg vor solch einem Gespräch genau, mit welchen Argumenten Du überzeugen kannst: Was ist bei Euch in der Corona-Zeit gut oder sogar besser als vorher gelaufen?

In den kommenden Wochen befassen wir uns in einer Newsletter-Serie zum Thema Arbeitsrecht mit den wichtigsten Fragen, die sich daraus ergeben: Wie kündigst Du richtig? Worauf solltest Du beim neuen Arbeitsvertrag achten? Wie bekommst Du Mehrarbeit bezahlt? Wie beantragst Du Teilzeit?

Viel Erfolg dabei!

 

Zum Ratgeber

 

Die Finanztip-Serie zum Arbeitsrecht:

1. Arbeiten nach der Pandemie
2. Verkauf Dich nicht zu billig!
3. Überstunden bezahlt bekommen
4. Teilzeit arbeiten – so geht‘s
5. Was im Job geht und was nicht

 

Nina C. Zimmermann
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