Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung
Italia first: Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung. Bild: Ciro Fusco / ANSA / AP / dpa

Italien macht derzeit die Anleger nervös. Nur mit Mühe konnte Staatspräsident Sergio Mattarella verhindern, dass der erklärte Euro-Gegner Paolo Savona neuer Finanzminister wird. Nach einer Woche Gezerre um das Personal war schon von Neuwahlen die Rede. Nun kommt das Regierungsbündnis aus der linken Protestbewegung Fünf Sterne um ihren Chef Luigi Di Maio (im Bild oben) und der rechtspopulistischen Lega von Matteo Salvini offenbar doch zustande. Am Freitagnachmittag sollten die Minister vereidigt werden. Der Ton ist gesetzt: Fünf-Sterne-Bewegung und Lega geben der EU für alle möglichen Probleme im Land die Schuld, planen ein riesiges Ausgabeprogramm – und eine drastische Erhöhung der Staatsschulden.

Muss Sie das auch beunruhigen? Nein! Unsere Finanztip-Strategie ist sicher vor den Zockern und vor der Lega. Wir empfehlen auch rund um Fronleichnam die Dreifaltigkeit der Geldanlage: Tagesgeld, Festgeld und ETFs. Parken Sie drei Monatseinkommen auf einem sicheren Tagesgeldkonto. Überweisen Sie Geld, das Sie in den kommenden Jahren nicht benötigen, auf ein Festgeldkonto mit zwei oder drei Jahren Laufzeit – die Banken, die infrage kommen, waren in den vergangenen Jahren wie unsere Tagesgeld-Empfehlungen ebenfalls nie italienisch. Für beide Anlagen gelten die strengen Finanztip-Stabilitätskriterien.

Legen Sie langfristig viel von Ihrem Geld gut in einem weltweit streuenden Aktien-Indexfonds (ETF) an. Unsere Hauptempfehlung: ETFs auf den MSCI World. Bei den gut 1.600 Konzernen im weltweiten Index liegt der Italien-Anteil bei weniger als 1 Prozent. Und auch der Anteil europäischer Banken, die italienische Staatsanleihen in der Bilanz haben und damit von Spekulationen betroffen sein könnten, ist mit 3 Prozent sehr überschaubar. Ganz abgesehen davon hat Italien in den vergangenen Jahren wirtschaftlich Deutschland heftig nachgeeifert: Das Ergebnis ist das drittgrößte Handelsbilanzplus in der EU.

So viel Gewicht hat Italien in ETFs auf Europa

Wer ein größeres Gewicht in seiner Geldanlage auf Aktien aus Europa legen will, dem empfehlen wir vor allem den Stoxx Europe 600 und den MSCI Europe. Im Stoxx Europe 600 hat Italien ein Gewicht von 4,4 Prozent, europäische Banken und Versicherungen machen darin knapp 13 Prozent aus.

Im MSCI Europe hat Italien sogar noch etwas weniger Gewicht, nämlich gut 3,6 Prozent. Dafür sind die europäischen Banken und Versicherungen etwas stärker gewichtet. Sie machen rund 21 Prozent aus. Beide Indizes haben seit Mitte Mai etwas nachgegeben.

Alles in allem sind das weder für Italien noch für den Bankenanteil Gewichte, die diese Indizes zu einer schlechten Wahl machen.

Hermann-Josef Tenhagen
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Als Chefredakteur verantwortet Hermann-Josef Tenhagen alle Inhalte und die grundsätzliche Ausrichtung von Finanztip. Er war 15 Jahre Chefredakteur bei der Zeitschrift Finanztest (Stiftung Warentest). Davor war er unter anderem Nachrichtenchef der Badischen Zeitung und stellvertretender Chefredakteur bei der taz. Er studierte Politik, Volkswirtschaft, Pädagogik und Literaturwissenschaften.

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