Debeka-Vorstandsvorsitzender Thomas Brahm
Bild: Thomas Frey / dpa

Die Debeka, der größte private Krankenversicherer, erhöht die monatlichen Beiträge um durchschnittlich 17,6 Prozent. Wenn Du dort versichert bist, kann das für Dich locker eine monatliche Erhöhung um 100 Euro oder mehr bedeuten.

Der Versicherer hat seit vier Jahren die Beiträge nicht erhöht. Nun sei es aber nötig, heißt es: Einerseits seien die Kosten der Versorgung gestiegen, andererseits belasteten die niedrigen Zinsen die Rücklagen. Alle privaten Krankenversicherer legen einen Teil der Beiträge zur Seite. Mit dieser Rücklage verhindern sie, dass die Beiträge im Alter, wenn sich Krankheiten häufen, unbezahlbar werden.

Die Debeka hat allein über 100 Milliarden Euro Kundengelder angelegt. Aktuell werden die geplanten Renditen aber nicht erreicht und deshalb müssen jetzt höhere Beträge genommen werden. Auch andere Versicherer stehen vor diesem Problem. Manche haben schon erhöht, andere werden wohl folgen.

Etwas erstaunlich ist die kräftige Erhöhung bei der Debeka trotzdem. Noch vor wenigen Monaten hatte sie ihr Geschäftsjahr 2019 als besonders erfolgreich bezeichnet: Mit fast 90.000 neuen Kunden und einer „positiven Gesamtbilanz“ ohne Beitragserhöhungen. Weiter hieß es, dass „mit hohen Rückstellungen für ältere Versicherte … Beiträge im Alter nicht mehr stark steigen oder sogar gesenkt werden könnten“.

Wenn Du Kunde der Debeka bist, kannst Du prüfen, ob Du in einen günstigeren Tarif bei Deinem Versicherer wechseln kannst. Die Debeka ist verpflichtet, Dich darauf hinzuweisen. Allerdings gibt es nur eine kleine Tarifauswahl.

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Hermann-Josef Tenhagen
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Als Chefredakteur verantwortet Hermann-Josef Tenhagen alle Inhalte und die grundsätzliche Ausrichtung von Finanztip. Er war 15 Jahre Chefredakteur bei der Zeitschrift Finanztest (Stiftung Warentest). Davor war er unter anderem Nachrichtenchef der Badischen Zeitung und stellvertretender Chefredakteur bei der taz. Er studierte Politik, Volkswirtschaft, Pädagogik und Literaturwissenschaften.

2 Kommentare

  1. Lese stets die newsletter zu den mich interessierenden Themen durch.

    Leider habe ich den mit den Hinweisen, daß PKV in gewissen Jahren zu Unrecht erhöhten, nicht archiviert. – Können Sie mir bitte helfen? – Es wurden 3 RA-Kanzleien genannt, welche da spezialisiert seien. – Bei mir geht um die AXA. Gerne würde ich da jetzt aktiv werden.

    Sicher können Sie mir den seinerzeitigen newsletter senden?
    Ich bedanke mich im Voraus und grüße herzlich. Jürgen Baranski

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