Familie im Garten
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Für Sparer sind sie ein Graus, für Häuslebauer ein Segen: die niedrigen Zinsen. Doch das wird nicht ewig so bleiben. In jüngster Zeit steigen die Bauzinsen wieder leicht an: Der Festzins für zehn Jahre lag vor einigen Monaten noch bei etwa 0,75 Prozent, jetzt wird wieder 1 Prozent pro Jahr fällig.

Wer vor acht oder zwölf Jahren ein Haus oder eine Wohnung gekauft hat, kennt noch ganz andere Zahlen: Eine 3 oder 4 vor dem Komma war damals üblich. Gerade diese Gruppe der Immobilienbesitzer hat jetzt die Gelegenheit, sich das noch niedrige Zinsniveau auf Jahre zu sichern. Das Stichwort lautet: Anschlussfinanzierung.

 

1. Nach zehn Jahren kannst Du neu verhandeln

Vielleicht hast Du Deine Baufinanzierung am Anfang gleich auf fünfzehn oder sogar zwanzig Jahre festgezurrt. Doch das macht nichts, umsteuern kannst Du trotzdem. Bereits zehn Jahre nach der vollständigen Auszahlung des Baukredits darfst Du den Vertrag jederzeit kündigen. Dabei gilt eine Frist von sechs Monaten. Das ist gesetzlich so geregelt. Auch bei langer Zinsbindung kannst Du also von den aktuellen Niedrigzinsen profitieren.

 

2. Bleib nicht unbedingt bei Deiner Bank, sondern vergleiche

Du musst für die Anschlussfinanzierung nicht bei Deiner alten Bank bleiben. Das ist zwar bequem, kann aber teuer kommen. Viele Banken rechnen mit einer gewissen Trägheit ihrer Kunden und vertrauen darauf, dass Du das neue Zinsangebot schon unterschreiben wirst. Bleib aufmerksam und leg Deiner Bank am besten ein Angebot der Konkurrenz auf den Tisch. Wenn sie nicht mitziehen will, ziehst Du weiter.

Hausfassade
Bild: ah_fotobox / GettyImages

 

3. Fang zeitig an, die Anschlussfinanzierung zu planen

Deine Bank meldet sich meist erst bei Dir, wenn Dein alter Festzins bald ausläuft – typischerweise drei Monate vorher. Mit etwas Trödeln, Urlaub und aufgestauter Arbeit nach den Ferien kann es sein, dass Du plötzlich unter Zeitdruck gerätst und zu schnell unterschreibst. Versuch das zu vermeiden.

Ein gutes Jahr vor dem Ende der alten Zinsbindung solltest Du das Thema in jedem Fall angehen. Setz Dir am besten einen Termin in den Kalender. Du kannst den Vertrag auch frühzeitig abschließen: Die meisten Banken stellen den neuen Kredit schon mal für sechs bis zwölf Monate bereit, ohne dafür Zinsen zu verlangen.

 

4. Mehr als ein Jahr vor Ablauf kostet es etwas mehr

Du hast sogar die Möglichkeit, Dir die aktuell niedrigen Zinsen zu sichern, wenn Deine Erstfinanzierung erst in zwei oder drei Jahren ausläuft. Die Banken sprechen von einem Forward-Darlehen. Du kannst dann schon heute die Zinsen festlegen. Allerdings verlangt die Bank dann einen Aufschlag auf den aktuellen Zins. So ein Darlehen ist also eine kleine Zinswette.

 

5. Einen fest vereinbarten Kredit musst Du auch abnehmen

Wenn Du Deinen Kredit tatsächlich ein Jahr oder länger im Voraus unterschreibst, um Dir jetzt die aktuellen Zinsen zu sichern, legst Du Dich fest. Was Du an Kredit vereinbart hast, musst Du auch abnehmen. Andernfalls verlangt die Bank eine Entschädigung. Überleg deshalb gut, ob in Job und Familie alles in ruhigen Bahnen läuft. Denkst Du über den Verkauf der Immobilie nach, solltest Du das erst klären, bevor Du an die Anschlussfinanzierung gehst.

 

6. Nutze die Kompetenz der großen Kreditvermittler

Für den Zinsvergleich und die Bewertung der Angebote solltest Du Dir Unterstützung suchen. Einen schnellen und umfassenden Marktüberblick erhältst Du bei den großen Baukreditvermittlern. Sie zeigen Dir auch, was Du beim Wechsel beachten musst. Wir empfehlen Dr. Klein*, Interhyp* oder Planethome.

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Dirk Eilinghoff
Autor

Stand:

Dirk Eilinghoff ist Stellv. Chefredakteur in der Finanztip-Redaktion und zusätzlich als Experte für die Themen Geldanlage und Baufinanzierung zuständig.

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