ETF-Sparplan
Bild: ipopba, iStock.com

Stellen Sie sich vor, Sie hätten 32.000 Euro auf der hohen Kante. So viel Geld stünde Ihnen heute zur Verfügung, wenn Sie seit 2003 monatlich nur 100 Euro in einen Indexfonds (ETF) auf den weltweiten Aktienkorb MSCI World gesteckt hätten – mit einem Sparplan. Trotz des Auf und Abs an den Aktienmärkten lag die durchschnittliche Rendite bei 7,26 Prozent pro Jahr. Davon können Sparbuch-Besitzer nur träumen.

Auch schlechte Jahre wie die Finanzkrise 2007/2008 lassen sich dabei aussitzen (siehe Grafik unten). Falls Sie noch keinen ETF-Sparplan besitzen, haben wir im Blog für Sie aufgeschrieben, wie Sie noch heute damit anfangen können.

Sie investieren bereits regelmäßig mit ETFs in Aktien? Es lohnt sich, die Kosten und Gebühren für Ihren Sparplan zu überprüfen! Denn unser aktueller Test von Wertpapierdepots zeigt: Manche Anbieter sind teurer geworden. Machen Sie mit uns den ETF-Frühjahrscheck und optimieren Sie Ihren Vermögensaufbau.

1. Das sind die günstigsten ETF-Sparpläne

Es kommt immer wieder vor, dass Banken die Gebühren für Sparpläne ändern oder dass ETFs bestimmter Anbieter, die vorher kostenlos waren, plötzlich doch etwas kosten.

Unser aktueller Depot-Test zeigt einige solcher Änderungen: So kosten ETF-Sparpläne beim Online-Broker Onvista Bank* ab Juni regulär 1 Euro pro Ausführung. Konkurrent Flatex* ist mit 1,50 Euro pro Sparrate etwas teurer, bietet dafür aber rund 350 Sparpläne komplett kostenlos an. Sparpläne zum Nulltarif gibt es auch bei der Consorsbank*. DKB* und ING* haben mittlerweile mehr der von uns empfohlenen ETFs im Angebot, zu moderaten Gebühren.

Ist Ihr Sparplan teurer geworden, haben Sie drei Möglichkeiten: Sie können trotzdem weitermachen, die (geringen) Gebühren in Kauf nehmen, sich dafür aber Arbeit ersparen. Oder Sie steigen auf einen kostenlosen ETF-Sparplan um. Sie können auch das Depot wechseln und anderswo kostenlos weitersparen, zum Beispiel bei Flatex mit dem ETF von Xtrackers (ISIN: LU0274208692)*, der in den weltweiten Aktienindex MSCI World investiert. Eine Übersicht aller kostenlosen Sparpläne finden Sie in unserem Ratgeber.

2. Mehr sparen und Kosten senken

Sie haben monatlich mehr Geld übrig, zum Beispiel nach einer Gehaltserhöhung? Dann spricht nichts dagegen, die Sparrate zu erhöhen. Sie können das meist einfach in den Einstellungen zum Sparplan online ändern.

Während Comdirect, Consorsbank und ING prozentuale Gebühren für (die nicht kostenlosen) Sparpläne berechnen, sind es bei DKB, Flatex und Onvista Bank fixe Kosten. Bei letzteren drei kommen Sie also günstiger weg, wenn Sie höhere Raten wählen – und nur quartalsweise ihren Sparplan füttern.

Deshalb gilt auch: Wenn Ihre monatlichen Raten deutlich über 100 Euro liegen (und sie keinen kostenlosen Sparplan mehr haben), fahren Sie mit dem Preismodell von DKB, Flatex und Onvista Bank günstiger.

Sparplan-Infografik
Grafik: Patrycja Jedrasik, Finanztip

3. So investieren Sie in nachhaltige ETFs

Umweltschutz und soziale Verantwortung sind immer mehr Menschen wichtig bei ihrer Geldanlage. Mit einem ETF der Marke UBS (ISIN: LU0629459743) können Sie in eine nachhaltige Variante des Weltaktienindex MSCI World ansparen. Damit beteiligen Sie sich gezielt an Unternehmen, die bei Ökologie und Produktionsbedingungen ethische Standards erfüllen. Die Consorsbank bietet diesen ETF derzeit für eine fixe Gebühr von 1,50 Euro pro Sparplan-Ausführung an, die ING für 1,75 Euro bei 100 Euro-Raten (1,75 Prozent).

Falls Sie zusätzlich auch in Schwellenländer investieren wollen, ist ein ETF von iShares (ISIN: IE00B57X3V84)* eine gute Wahl. Am günstigsten erhalten Sie diesen bei der Onvista Bank*. Dort werden 1 Euro pro 100-Euro-Monatsrate fällig. Bei Flatex*, DKB*, Consorsbank* und Comdirect* sind es schon 1,50 Euro.

4. Sie haben noch keinen ETF-Sparplan

Sie können monatlich nur kleine Summen zurücklegen, wissen nicht viel über die Börse und meiden das Risiko. Also lieber nur auf Tages- und Festgeld ansparen? Falsch! Es gibt gute Gründe, kostengünstige Aktien-Indexfonds (ETFs), die weltweit Aktien bündeln, als dritten Baustein Ihrer Geldanlage zu nutzen. Beachten müssen Sie nur folgendes:

I. Eröffnen Sie ein Konto (Depot) für Ihre Wertpapiere, das Sie nichts kostet und wofür Sie wenige oder gar keine Gebühren bezahlen, um monatlich in ETFs anzusparen. Wir empfehlen die beiden Anbieter Flatex und die Onvista Bank. Wenn Sie Wert darauf legen, alle Ihre Bankgeschäfte unter einem Dach zu erledigen, empfehlen wir DKB, Comdirect, Consorsbank und ING. Diese Banken bieten die beste Kombination aus kostenlosem Wertpapierdepot und Girokonto sowie einer Kreditkarte ohne jährliche Grundgebühr. Bequemlichkeit hat allerdings auch ihren Preis: Die Kosten beispielsweise für Einmalanlagen liegen zwar noch im Rahmen, sind aber zum Teil erheblich höher als bei den Online-Brokern Flatex und Onvista.

II. Investieren Sie nur in Fonds, bei denen Ausschüttungen (Dividenden) automatisch wieder angelegt werden. Dann profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. In unserem Ratgeber finden Sie für alle von uns empfohlenen 24 Fonds für die fünf wichtigsten ETF-Indizes den besten Anbieter.

III. Bringen Sie Geduld mit: Nehmen Sie sich 10 bis 15 Jahre Zeit, um mit ETFs zu sparen. Die Erfahrung zeigt, dass sich Verluste über diesen Zeitraum wieder ausgleichen und eine gute Chance besteht, dass Sie am Ende gute Renditen einfahren.

Zum Ratgeber

3 KOMMENTARE

  1. Zu ihrem Beitrag zu den nachhaltigen ETFs: Ich bin mir nicht sicher, ob die Kriterien für den MSCI World SRI Index wirklich auf umweltfreundliche und sozial verantwortungsvolle Unternehmen zutrifft. Die Kriterien für den Index sind “companies involved in Nuclear Power, Tobacco, Alcohol, Gambling, Military Weapons, Civilian Firearms, GMOs, Thermal Coal and Adult Entertainment are excluded”.
    Das spiegelt sich auch in der Zusammensetzung wieder, in der Firmen vertreten sind, die sich nicht wirklich durch soziale Verantwortung oder Umweltschutz hervorgetan haben:
    MICROSOFT CORP
    PROCTER & GAMBLE CO
    DISNEY (WALT)
    INTEL CORP
    HOME DEPOT
    ROCHE HOLDING GENUSS
    PEPSICO
    MCDONALD’S CORP
    TOTAL
    IBM CORP

  2. Zu den Kosten für einen ETF-Sparplan wurde leider außeracht gelassen,
    daß manche Banken beim Verkauf ordentlich zulangen.

  3. Ich nehme den Aspekt von Herrn Fleischer auf. Die Banken ködern mit günstigen Konditionen für den Kauf. Bei Verkauf oder Auszahlplan gelten dann die regulären Konditionen.
    Frage an die Redaktion: Wieso nennen Sie die DWS nicht als günstigsten Anbieter? Dort zahle ich 8 Euro pro Jahr Depotgebühren. Damit sind alle Kosten/Gebühren/Provisionen abgedeckt: Kauf, Sparplan, Verkauf und Auszahlplan. Das ist wichtig, wenn man den gesamtenLebenszyklus für Investments berücksichtigt und nicht nur einen Ausschnitt.

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