Ein schlechter Tag an der New Yorker Börse.
Ein schlechter Tag an der New Yorker Börse. Bild: Richard Drew / AP / dpa

Zwei Jahre und ein paar Monate: Glaubt man einer aktuellen Axa-Umfrage, halten die Deutschen diesen Zeitraum für optimal, wenn es darum geht, Geld an der Börse anzulegen. Und wer im Ersten Fernsehprogramm „Börse vor acht“ schaut, kommt unwillkürlich zum Ergebnis, dass vor allem in den Dax investiert werden sollte. Doch stimmt das wirklich? Hier die wichtigsten Erkenntnisse unserer Renditeanalysen:

1. Breit streuen, Risiko minieren!

Allem voran steht der Grundsatz: Vermeiden Sie unbedingt das Verlustrisiko einzelner Aktien. Kaufen Sie stattdessen viele: Besonders einfach geht das mit einem günstigen Indexfonds (ETF), der Aktien der ganzen Welt enthält von Unternehmen in zahlreichen Branchen.

Wir empfehlen ETFs, die den Weltaktienindex MSCI World oder den MSCI All Countries World Index (ACWI) nachempfinden. Im MSCI World stecken die 1.600 wichtigsten Aktien der Industriestaaten, im ACWI die mehr als 2.750 wichtigsten Aktien der Industrie- und Schwellenländer.

2. Von schlechten Börsenjahren nicht beeindrucken lassen

Auch das vergleichsweise schlechte Börsenjahr 2018 konnte an der Finanztip-Grundaussage nichts ändern. Wer in der Vergangenheit beliebige 15 Jahre im weltweiten Aktienindex Geld angelegt hatte, hat nie welches verloren. Im Mittel waren 7,2 Prozent Rendite pro Jahr drin – für einen Anleger, der 80 Prozent seines angelegten Geldes in Aktien investiert hatte.

3. Mehr Sicherheit bedeutet weniger Chancen

Eine vorsichtige Anlage aus Tages- und Festgeld kommt im historischen Vergleich auf durchschnittlich 4,2 Prozent Rendite pro Jahr. In den letzten Jahren war das freilich nicht mehr zu holen: Wer von November 2003 bis Oktober 2018 auf Tages- und Festgeld gesetzt hatte, hat so wenig Rendite mitgenommen wie nie. Im Schnitt noch 1,6 Prozent pro Jahr.

4. Die Inflation wird oft unterschätzt

Mehr als die Hälfte der Deutschen kann nicht einschätzen, wie viel Geld die Inflation jedes Jahr auffrisst – das ist ein weiteres Ergebnis der eingangs zitierten Axa-Umfrage. Passend dazu haben wir eine weitere Berechnung gemacht, bei der wir die Inflationsrate direkt von der Rendite abgezogen haben. Das Ergebnis: Ein aktienstarkes Portfolio hat über 15 Jahre bis Ende 2018 noch gut 4 Prozent echte Wertsteigerung pro Jahr gebracht. In der gleichen Zeit hätten Sie nichts verdient, wenn Sie Ihr Geld je zur Hälfte in Tages- und Festgeld gesteckt hätten.

Natürlich sind Ergebnisse aus der Vergangenheit kein Garant für die Zukunft. Doch im von uns betrachteten Zeitraum von 1975 bis heute gab es immerhin die Asienkrise 1997, das Platzen der Dot.com-Blase 2000 oder die globale Finanzkrise 2007. Trotz dieser herben Rückschläge war die Rendite mit Aktien auf lange Sicht gut. So hilft diese Betrachtung, ein Gefühl für Geldanlage und einen guten „Anlagehorizont“ zu bekommen.

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