Börsenmakler in New York
Börsenmakler in New York. Bild: Richard Drew / AP / dpa

Als regelmäßiger Finanztip-Leser oder -Leserin wissen Sie: Eine gute Geldanlage kriegen Sie selber hin. Sie brauchen dafür einen weltweit ausgerichteten, günstigen Aktien-Indexfonds (ETFs), ein kostenloses Wertpapierdepot – und am besten 15 Jahre Zeit. Das gilt auch für den Fall, dass in naher Zukunft auf den Aktienkauf Steuern fällig werden könnten, wie wir hier beschreiben. Diese Kosten wären zwar ärgerlich, fielen bei einer Anlage über viele Jahre aber kaum ins Gewicht.

Ärgerlicher – und auch teurer – kann es dagegen werden, wenn Sie beim Kauf der Aktien Fehler machen. Um tatsächlich ETF-Anteile zu kaufen, müssen Sie sich durch die Benutzeroberflächen Ihres Depotanbieters klicken. Hin und wieder kommen da vielleicht Begriffe vor, die unbekannt sind. Deshalb diese kleine Anleitung, mit der Sie sicher zum Ziel kommen.

1. Finden Sie Ihr Wertpapier über die Kennnummer

Jeder ETF hat eine eigene Wertpapierkennnummer (WKN) und Identifikationsnummer (ISIN). Sie können beide benutzen. Suchen Sie die Kennnummer des ETFs heraus, den Sie kaufen möchten. Sie finden die Nummern in unseren Ratgebern zu den Weltaktienindizes mit oder ohne Schwellenländer oder im Ratgeber zu den nachhaltigen Indizes. Haben Sie die Nummer, geben Sie sie in die Suchfunktion des Depots ein und klicken auf die Lupe.

2. Rufen Sie die Ordermaske auf

Sie gelangen häufig zu einer Seite, die die wichtigsten Daten zum ETF zusammenfasst. Daneben findet sich oft ein Button, der Sie zum Kaufen auffordert. Darüber gelangen Sie zur Ordermaske: Dort können Sie angeben, wo und wie viele ETF-Anteile Sie kaufen möchten. Wollen Sie beispielsweise 1.000 Euro investieren und kostet ein Fondsanteil 248 Euro, tragen Sie ein, dass Sie vier Anteile kaufen wollen.

3. Wählen Sie lieber Direkthändler

Wählen Sie als Handelsplatz den Direkthändler mit dem niedrigsten Briefkurs – das ist der Kurs, der relevant ist, wenn Sie kaufen wollen. Ein Direkthändler verlangt im Gegensatz zur Börse keine Gebühren. Auch der Kaufprozess läuft einfacher ab. Schauen Sie nach den Namen Lang & Schwarz, Tradegate, aber auch Banken wie Commerzbank oder Baader Bank.

Börsenmakler in New York
Börsenmakler in New York. Bild: Richard Drew / AP / dpa

4. Handeln Sie nur, wenn die Börse offen ist

Der Preis beim Direkthändler ist kaum reguliert. Jedoch darf der Preis nicht schlechter sein als der Börsenkurs, solange die Börse geöffnet ist. Um einen schlechten Preis zu vermeiden, sollten Sie daher unbedingt nur zu den Öffnungszeiten der elektronischen Börse Xetra handeln, also an regulären Handelstagen (kein Wochenende, keine Feiertage) zwischen 9 und 17:30 Uhr.

5. Beachten Sie die Sonderangebote

Bei manchen Direktbanken bekommen Sie bestimmte ETFs günstiger. Zurzeit können Sie etwa bei der Consorsbank*, Comdirect* und ING* ETFs ausgewählter Anbieter ohne oder zu geringeren Gebühren kaufen, wenn Sie Tradegate als Handelsplatz wählen. Bei den Brokern Flatex* und Onvista Bank* bekommen Sie ETFs dauerhaft zu einem günstigen Fixpreis.

6. Bei Bedarf: Setzen Sie ein Limit

Ein Direkthändler führt Ihren Kaufantrag sofort zum angegebenen Kurs aus, sofern er die ETF-Anteile vorrätig hat. Ansonsten wird die Transaktion abgebrochen. Bei Käufen über Xetra oder einen anderen Börsenplatz kann das anders sein. Möchten Sie sicher sein, dass Sie nicht zu viel bezahlen, falls der Preis kurzfristig stark schwankt, setzen Sie ein Limit – das ist der Kurs, den Sie maximal zu zahlen bereit sind.

Zum Ratgeber

Sara Zinnecker
Autor

Stand:

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

3 Kommentare

  1. Ich finde, Finanztip und auch die Finanzpresse allgemein sollten viel drastischer darauf hinweisen, dass die Abgeltungssteuer, Gewinn und Verlustumkehr und die neue Transaktionssteuer ein Schlag gegen Kleinsparer ist, deren Erspartes bei der jetzigen Zinspolitik jedes Jahr an Wert verliert und die kaum eine Alternative als den Aktienmarkt haben.

  2. Grundsätzlich fließen alle Steuern in den Bundeshaushalt, wo die Verschwendung ihren Lauf nimmt.
    Wie Scholz diese Steuer für eine Grundrente reservieren will, bleibt sein Geheimnis. Er scheint. wie die meisten Politiker, eine Fehlbesetzung zu sein.

    1. Eben, ist wie mit der CO2-Steuer auch – letztlich landet das alles im Topf von AKK, denn die muß ja aufrüsten, damit sie den großen Imperator gnädig stimmen kann …

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