Ölheizung
Abgasmessung an der alten Ölheizung. Bild: Wicki58 / Getty Images

Die Energiewende ist bislang vor allem beim Strom sichtbar: Mehr Windräder und Photovoltaikanlagen erzeugen Strom. Doch beim Heizen stockt die Energiewende seit Jahren. Damit sich das ändert, gibt es Geld vom Staat, um das eigene Haus umzubauen. Eine Übersicht über die neuen Programme der Großen Koalition:

 

1. Zuschüsse für umweltfreundliche Heizungen

Bauen Sie eine Wärmepumpe oder einen Heizkessel für Holzpellets ins Haus, trägt der Staat 35 Prozent der Kosten. Egal, ob Sie selbst im Haus wohnen oder es vermieten. Ersetzen Sie einen Ölkessel, bekommen Sie sogar 45 Prozent Ihrer Investition bezuschusst. Auch für eine Gasheizung gibt es Fördermittel, wenn sie mit einer Anlage auf Basis erneuerbarer Energien kombiniert ist. Das Programm läuft über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Die Zuschüsse sind ein Geschenk, wenn Ihre Heizung in die Jahre gekommen ist. Oder wenn Sie neu bauen. Hat Ihre Heizung noch eine lange Lebensdauer, können Sie Brennstoffkosten sparen, indem Sie zusätzlich eine Solarwärmeanlage installieren. Auch diese bezuschusst das Bafa.

Und Sie können Ihre Heizung effizienter machen – indem Sie Heizkörper tauschen, einen neuen Pufferspeicher anschaffen oder moderne Steuerungstechnik einbauen. Solche Maßnahmen bezuschusst die KfW-Bank* mit 20 Prozent. Weniger Maßnahmen, aber dafür mit 30 Prozent fördert das Bafa. Während die KfW verlangt, dass Sie einen Energieberater bei sich hatten, ist das dem Bafa egal.

 

2. Eigenheim energetisch sanieren und Kosten von der Steuer absetzen

Dass die Heizung umweltfreundlich und optimal läuft, ist das Eine. Damit der Wärmebedarf eines Altbaus stärker sinkt, braucht er eine energetische Sanierung. Über die KfW gibt es zinsgünstige Kredite und Zuschüsse – von bis zu 40 Prozent der Investitionskosten.

Wenn Sie in Ihrem eigenen Haus wohnen, das älter als zehn Jahre ist, haben Sie ab diesem Jahr eine interessante Alternative zu den Fördermitteln von KfW* oder Bafa: Sie können 20 Prozent Ihrer Sanierungskosten als Steuerermäßigung bekommen. Über drei Jahre können Sie sich so bis zu 40.000 Euro vom Finanzamt sichern. Sie müssen sich aber entscheiden: entweder die Steuerermäßigung oder die KfW/Bafa-Förderung.

 

3. CO2-Steuer und Betriebsverbot für Ölkessel kommen

Ob Sie mit erneuerbaren Energien heizen oder Ihr Haus gut dämmen, steht Ihnen frei. Je früher Sie investieren, desto stärker zahlen sich das vermutlich für Sie aus. Schon kommendes Jahr führt Deutschland die CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe ein. Je sparsamer Sie mit Erdgas, Heizöl oder Fernwärme umgehen, desto weniger Kosten entstehen Ihnen dadurch.

Für Ölheizungen ist zudem ein Betriebsverbot geplant: Demnach dürfen Standardkessel maximal 30 Jahre in Betrieb bleiben. Wer sie länger betreibt, dem drohen empfindliche Strafen. Ab 2026 sollen Sie einen neuen Ölkessel nur noch in Ausnahmefällen einbauen dürfen. Wissenschaftler fordern ein solches Verbot auch für Gaskessel ab 2030. Machen Sie sich daher schon jetzt Gedanken, wie Sie künftig heizen wollen – und nutzen Sie die Fördermittel, die es gibt.

Ines Rutschmann
Autor

Stand:

Ines Rutschmann ist unsere Energie-Expertin und widmet sich allen Fragen, die sich Verbraucher rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung. Danach war sie für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Masterabschluss in Energiemanagement.

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