Wer die passende Kreditkarte sucht, schaut in der Regel vor allem auf die Jahresgebühr. Doch das allein reicht nicht. Sie sollten auch auf die folgenden fünf Punkte achten.

1. Welcher Kreditkarten-Typ passt zu Ihnen?

Kreditkarte ist nicht gleich Kreditkarte, das macht sich vor allem beim Abbuchen des Geldes bemerkbar. Denn das funktioniert unterschiedlich, und nicht jeder Kartentyp passt für jeden Verbraucher.

Echte Kreditkarten sind im Grunde nur die sogenannten Charge-Karten und Revolving-Karten. Bei einer Charge-Karte bucht Ihre Bank die gesamten Schulden einmal im Monat ab.

Vorteil: Müssen Sie dringend eine größere Anschaffung tätigen, wenn gerade Ebbe auf Ihrem Girokonto herrscht, können Sie den Betrag per Kreditkarte begleichen und überziehen damit nicht Ihr Konto. Wichtig: Bevor die Bank die Kartenschulden abbucht, sollten Sie Ihr Girokonto rechtzeitig aufgefüllt haben, sonst rutschen Sie doch in den Dispo.

Bei einer Revolving-Kreditkarte brauchen Sie jeden Monat nur einen Mindestbetrag der Kreditschulden zurückzahlen. Bei dieser „Teilzahlungsfunktion“ verlangen die meisten Banken allerdings hohe Zinsen. Zahlen Sie daher lieber jeden Monat gleich die ganze Summe.

Achtung: Nicht jede Bank bucht bei Revolving-Karten den vollen Betrag auf Kundenwunsch automatisch ab. Dann müssen Sie das Geld selbst an die Bank überweisen, um die Zinsen zu vermeiden.

Die sogenannten Debit-Karten sind zwar keine Kreditkarten, werden in Deutschland aber oft als solche bezeichnet. Zahlen Sie mit einer Debit-Karte, bucht die Bank den Betrag zeitnah ab, also so wie bei der Girocard (früher: EC-Karte). Vorteil: Sie behalten einen guten Überblick über Ihre Ausgaben.

Nachteil der Debit-Karten: Beim Buchen von Hotels oder Mietwagen zum Beispiel über Check24 werden sie nicht akzeptiert. Fragen Sie also vorher nach, wenn Sie mit einer solchen Karte in der Brieftasche in den Urlaub fahren wollen.

Dieser Rat gilt auch für Prepaid-Karten, die ebenfalls keine echten Kreditkarten sind. Denn Sie müssen aktiv Geld auf ein Konto laden, um die Karte überhaupt nutzen zu können. Ein Gutes haben diese Karten: Für manchen bieten sie mehr Kostenkontrolle. Außerdem bekommen sie auch Minderjährige oder Menschen mit einer schlechten Bonitätsbewertung.

2. Wo wollen Sie Geld abheben?

Mit Kreditkarten können Sie weltweit Geld abheben. Einige Direktbanken versorgen ihre Kunden so kostenlos mit Bargeld, ohne selbst ein teures Automatennetz zu unterhalten. Allerdings nimmt nicht jeder Geldautomat jeder anderen Bank diese Karten an.

Falls Sie also auf einem Dorf oder in einer Kleinstadt leben, sollten Sie vor dem Wechsel zu einer Direktbank herausfinden, ob Sie am Automaten der örtlichen Sparkasse oder Volksbank noch Geld bekommen. Bei der Sparkasse Nienburg etwa sind bestimmte Karten gesperrt. In größeren Städten mit mehr Banken macht das weniger Probleme.

Finanztip empfiehlt Ihnen die Kreditkarten der DKB* (Charge) oder der Santander Consumer Bank* (Revolving), falls Sie weltweit unterwegs sind und immer kostenlos Geld abheben wollen. Falls es Ihnen ausreicht, in der Eurozone kostenlos Geld zu bekommen, passen auch die Karten der Consorsbank (Debit), ING-Diba* (Debit) und Barclaycard* (Revolving).

Im Ausland verlangen womöglich die Automatenbetreiber Gebühren für das Abheben, mit der eigenen Bank hat das nichts zu tun. Die meisten Banken erstatten diese Kosten nicht. Ein weiterer Punkt: Falls Sie im Ausland Geld abheben, achten Sie darauf, dass Sie das in der lokalen Währung abrechnen und der Geldautomat die Summe nicht in Euro umrechnet. Sonst wird es aufgrund eines schlechteren Wechselkurses teuer.

3. Wann brauchen Sie die PIN zum Bezahlen?

Wie bei der Girocard funktioniert das Bezahlen über PIN oder Unterschrift; die PIN sollten Sie sich also merken. Mit vielen Kreditkarten können Sie auch kontaktlos bezahlen (NFC-Technik), Sie halten die Karte dann nur noch an das Lesegerät.

Ob Ihre Karte das kann, erkennen Sie am aufgedruckten Funkwellensymbol. Dieses sehen Sie auch in den Läden, in denen Sie auf diese Weise bezahlen können. Ist die Summe nicht höher als 25 Euro (Mastercard) oder 50 Euro (Visa), brauchen Sie noch nicht einmal Ihre PIN.

4. Was müssen Sie machen, wenn die Karte weg ist?

Ist Ihre Kreditkarte weg, sollten Sie sie umgehend sperren lassen. Das geht über den Sperr-Notruf 116 116, der Sie an den richtigen Ansprechpartner vermittelt, sofern Ihre Bank bei dieser Sammelnummer gemeldet ist. Sie können auch direkt bei Ihrer Bank anrufen. Sollten Sie eine Karte von American Express oder Diner’s Club nutzen, müssen Sie sich direkt an den Kreditkarten-Anbieter wenden. Halten Sie Ihre Kartennummer bereit.

Das Sperren der Karte muss bei Verlust oder Diebstahl übrigens kostenlos sein.

Bis zum Sperren haften Sie mit höchsten 50 Euro, danach haftet die Bank komplett. Ausnahmen gelten, wenn Sie grob fahrlässig mit der Karte umgehen. Die Kreditkarten-Anbieter Mastercard und Visa erweitern diesen Schutz noch einmal: Solange Sie gut mit der Karte umgehen, haften Sie durch die sogenannte Zero Liability Policy überhaupt nicht.

5. Was passiert bei falschen Abbuchungen?

Ist ein Betrag doppelt abgebucht oder stellt sich ein Händler als Betrüger heraus, können Sie dagegen vorgehen. Dazu müssen Sie die Umsätze bei Ihrer Bank reklamieren, nicht beim Kartenanbieter – es sei denn, Sie nutzen Karten von American-Express- oder Diner’s-Club-Karte.

Die Reklamationsfristen nennt Ihre Bank in ihren Geschäftsbedingungen. Die passenden Formulare finden Sie auf der Website Ihrer Bank. Unklar ist, ob das Reklamieren kostenlos sein muss. Die Postbank zum Beispiel verlangt 10 Euro, falls die Reklamation ungerechtfertigt war.

 

Josefine Lietzau
Autor

Stand:

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.

2 Kommentare

  1. Thema Kreditkarten: Mit meiner VISA-Debit-Karte von Diba ist grundsätzlich auch das kontaktlose Bezahlen möglich. Bei mehr als 25€ (nicht 50€ wie oben im Artikel erwähnt) ist allerding die Eingabe der PIN erforderlich. Das Bezahlen mit NFC-Chip hat bisher allerding bei EDEKA nicht funktioniert. Soll an der Karte liegen, was ich allerdings nicht glaube.

    1. Hallo,

      ob Sie mit Ihrer Kreditkarte per NFC bis zu der von Visa festgelegten Maximalgrenze von 50 Euro komplett kontaktlos bezahlen können, hängt von der Karteneinstellung aber auch vom Händler ab.

      Haben Sie denn insegesamt bei Edeka Probleme oder aber nur bei einem Standort? Wenn Sie ansonsten mit der Karte kontaktlos bezahlen können, hat der Händler womöglich die NFC Funktion nicht freigeschaltet. Das wäre aber unwahrscheinlich, wenn das Problem bei allen Edeka-Märkten auftaucht.

      Viele Grüße,
      Josefine Lietzau

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