Haushaltshilfe
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Vielen Arbeitnehmern und Selbstständigen ist nicht klar, dass Sie bei der Steuer einen großen Gestaltungsspielraum haben. Das Steuerrecht arbeitet viel mit Pauschalen und Höchstsätzen. Deswegen kann es einen deutlichen Unterschied machen, ob Sie große Ausgaben etwa für einen Computer oder eine Renovierung noch in diesem Jahr machen oder aufs nächste Jahr schieben.

Wenn Sie 2020 gleichviel oder weniger Einkünfte haben werden als dieses Jahr, sollten Sie tendenziell anfallende Kosten noch in dieses Jahr legen, um sie möglichst schnell absetzen zu können. Alle Ausgaben bis Silvester zählen noch fürs Steuerjahr 2019.

Aber es gibt Einschränkungen, wie wir in unseren fünf Tipps erklären:

1. Handwerkerkosten und Haushaltsdienste

Einer der größten Hebel sind haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerkosten. Ein Fünftel der Arbeitskosten für Putzen, Schornsteinfegen, Winterdienst und Reparaturen von Geräten in Ihrem Haushalt mindern direkt Ihre Einkommensteuer. Aber eben nur bis zu einem Höchstbetrag. Bei den Handwerkerkosten können Sie pro Jahr maximal 6.000 Euro absetzen und höchstens 1.200 Euro Steuer-Ermäßigung bekommen. Haben Sie diesen Betrag zum Beispiel schon erreicht, weil Sie Ihr Bad neu kacheln ließen, sollten Sie den Handwerker zum Tapezieren und Streichen der nächsten Zimmer erst kommendes Jahr beauftragen – oder die Rechnung, wenn möglich, erst nach Silvester zahlen.

2. Krankenkosten bündeln

Bei Ausgaben für den Zahnarzt und anderen Krankheitskosten raten wir: Bündeln Sie Ihre Ausgaben in einem Jahr. Bei den außergewöhnlichen Belastungen müssen Sie nämlich einen Teil der Kosten – die sogenannte zumutbare Belastung – selbst tragen. Nur den Betrag, der darüber liegt, können Sie von der Steuer absetzen. Deshalb legen Sie am besten möglichst viele planbare Ausgaben für Ihre Gesundheit – zum Beispiel für Brille, Zahnprothese oder Kur – ins selbe Jahr.

Zahnärztin
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3. Knacken Sie die 1.000-Euro-Grenze für berufliche Ausgaben

Ähnliches gilt für die beruflichen Ausgaben, Werbungskosten genannt. Zu denen gehören übrigens auch die Kosten für die Fahrt zur Arbeit, woran sich aber nichts verschieben lässt. Die Summe aller Werbungskosten wird vom Finanzamt jedes Jahr mit pauschal 1.000 Euro angesetzt. Erst wenn Sie diesen Betrag überschreiten, mindert jeder weitere Euro an beruflichen Ausgaben Ihre Steuerlast. Arbeitsmittel wie einen Laptop oder ein Smartphone bis 952 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), die Sie in diesem Jahr kaufen, dürfen Sie dann als „geringwertige Wirtschaftsgüter“ sofort von der Steuer absetzen.

4. Die Zahlung für den Riester prüfen

Riester-Sparer bekommen die volle Förderung vom Staat nur, wenn sie mindestens 4 Prozent ihres rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens aus dem Vorjahr einzahlen. Wenn sich also Ihr Gehalt 2018 erhöht hat oder inzwischen eine Kinderzulage weggefallen ist, sollten Sie nachzahlen. Das geht noch bis zum Ende des Jahres.

5. Heizung erst nächstes Jahr austauschen

Eigenheimbesitzer, die in einer Immobilie wohnen, die älter als zehn Jahre ist, sollten ihre Heizung erst im nächsten Jahr austauschen. Denn für bestimmte energetische Maßnahmen ab 2020 wird es hohe steuerliche Förderungen geben: bis 40.000 Euro pro Objekt.

Weitere Tipps, wie Sie zum Jahresende Steuern sparen können, finden Sie in unserem großen Ratgeber.

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