Richter am BGH
BGH-Richter tagen im Landgericht in Leipzig. Bild: Sebastian Willnow, dpa-Zentralbild

Ihr Hotel war nicht das versprochene Idyll am Strand, sondern eher eine Baustelle? Ihr Diesel fährt mit manipulierter Abgassteuerung? Und Ihr Vermieter will schon wieder die Miete erhöhen? Alles möchte man sich ja nicht gefallen lassen. Ein gutes Gefühl also zu wissen, dass man im Fall eines Rechtsstreits versichert ist. Oder? Immerhin jeder zweite Haushalt hat eine Rechtsschutzversicherung. Und die so Versicherten vertrauen im Fall eines Streits auf Unterstützung. Sie auch?

Wir haben für Sie Rechtsschutzversicherungen untersucht. Gleich vorneweg gesagt: Sie helfen nicht immer. Ein Rundum-sorglos-Versprechen gibt es nicht. Möchten Sie aber eine Rechtsschutzversicherung haben, dann greifen Sie zu einem Tarif mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Insgesamt unterscheiden die Versicherer vier Rechtsbereiche: Beruf, Wohnen, Verkehr und Privates. Zwei Tarife schnitten in der aktuellen Finanztip-Analyse in allen Bereichen besonders gut ab: Der Arag Komfort* und Auxilia Jurprivat*. Wenn Sie aber besonderen Wert auf Arbeitsrecht und Familienrecht legen, könnte auch der Tarif PBV Plus der Huk24* etwas für Sie sein. Nur minimale Abstriche in der Leistung muss akzeptieren, wer sich für den vergleichsweise günstigen Tarif Optimal der WGV entscheidet.

Und es muss ja nicht immer gleich zum Rechtsstreit kommen. Versicherte können ihren Rechtsschutzversicherer auch als rechtliche Info-Stelle nutzen. Denn telefonische Rechtsberatung bieten die meisten Rechtsschutzversicherungen an. In guten Tarifen – wie bei unseren Empfehlungen – können Versicherte sich in allen, auch nicht versicherten, Rechtsgebieten eine Einschätzung holen. Ohne Gefahr zu laufen, danach vom Versicherer aus dem Vertrag geworfen zu werden. Bei leistungsstarken Anbietern geht das sogar rund um die Uhr.

Egal, welchen Tarif Sie wählen: Eine Rechtsschutzversicherung springt nicht ein, wenn ein Fall bei Abschluss des Vertrages schon ein „Fall“ war, ein Konflikt also schon lodert. Und wer gegen alles und jeden vorgehen oder gar den Erzfeind ärgern will? Der ist seine Versicherung schneller wieder los als er „Rechtsschutzversicherungsbedingungen“ buchstabieren kann. Nach in der Regel drei Fällen innerhalb von zwölf Monaten darf der Versicherer kündigen. Und er wird von diesem Recht im Zweifel auch Gebrauch machen.

Welche Rechtsschutzversicherung zu Ihnen passt und was Sie sonst beim Abschluss beachten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber.

Kathrin Gotthold
Autor

Stand:

Kathrin Gotthold achtet darauf, dass bei Finanztip auch komplexe Themen einfach und verständlich erklärt werden. Als Textchefin sorgt sie für den richtigen Ton. Zusätzlich schreibt sie über Versicherungen. Vor Finanztip arbeitete Kathrin als Verbraucherjournalistin für große deutsche Medienhäuser, u.a. die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), die Berliner Morgenpost und die Welt-Gruppe. Dort verantwortete sie das Ressort Verbraucherfinanzen. Vor ihrem Leben als Journalistin arbeitete sie als Rechtsanwältin.

4 Kommentare

  1. Ich wusste nicht, dass jeder zweite Haushalt eine Rechtsschutzversicherung hat. Kann Rechtsschutz auch für Gewerbe in Anspruch genommen werden? Vermutlich ist das sogar eher der Fall als bei einem Haushalt.

  2. Interessant, dass die Versicherung bei drei Fällen pro Jahr kündigen darf. Die telefonische Beratung vom Rechtsanwalt finde ich ein großes Plus bei den Versicherungen. Mir würde eine Telefonberatung schon reichen. Die Nachbarn gehen mir mit ihren lauten Partys ganz schön auf den Kecks.

  3. Hallo,
    ich habe beruflich mit Anwälten zu tun und deren Aussage ist immer öfter, dass sich eine Versicherung für Rechtsschutz immer weniger lohnt, da die Versicherungen die Fälle ablehnen um Kosten zu sparen. Evtl. solltet Ihr vom Finanztipp das mal im Auge behalten.
    Freundliche Grüße

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