Riester Rente
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Die Riester-Vorsorge ist im Umbruch: Wegen der dauerhaft niedrigen Sparzinsen bieten Banken Riester-Sparpläne für neue Kunden gar nicht mehr an. Beim Riester-Fondssparen ist wegen Niedrigzins und Garantiepflicht der Aktienanteil für Neukunden inzwischen sehr gering geworden. Wer heute neu abschließt, sammelt vor allem die staatlichen Zulagen ein oder nutzt den Sonderausgabenabzug bei der Steuer.

Selbst die Riester-Rentenversicherung könnte vom Markt verschwinden; der neue Garantiezins von 0,5 Prozent ab 2021 reicht nicht, um die Kosten der Anbieter und die Garantie für die Kunden sicherzustellen. Riester-Kunden, die vor Jahren abgeschlossen haben, können sich hingegen über bessere Garantien und hohe Aktienanteile freuen.

Auch die Große Koalition weiß um die Probleme, will die private Riester-Vorsorge aber weiter fördern – um das Rentensystem zu entlasten. Im abgelaufenen Jahr haben Parteien, Riester-Anbieter und Fachleute im Hintergrund über Veränderungen diskutiert. Der Tenor: Private Vorsorge soll einfacher, günstiger und lohnender werden, mehr Menschen erreichen – und diejenigen, die schon sparen, nicht schlechter stellen.

Ein „Standard-Riester“, wie es im Koalitionsvertrag heißt, könnte rein über Zulagen funktionieren, die für jeden gleich ausfallen. Jeder könnte riestern, auch Selbstständige. Der Staat könnte die Riester-Kosten deckeln. Oder Riestern verbindlich machen. Wer nicht will, müsste dann aktiv „nein“ sagen. Um Aktiensparen wieder möglich zu machen, plädieren einige für eine Lockerung der Garantien.

Wir meinen: Ein einfacherer, günstigerer Riester nützt den Verbrauchern, sollte also kommen. Bestandskunden haben aus heutiger Sicht oft lukrative Verträge, also kein Problem. Und wer heute zu riestern beginnen will, kann das in der Gewissheit tun, dass er jedenfalls die Förderung mitnimmt und in Zukunft in bessere Verträge wechseln kann. Eile gibt es nicht: Bis Dezember kann jeder rückwirkend für das Jahr in einen neuen Vertrag einzahlen. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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