Rürup-Rente
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Die Rürup-Rente wurde 2005 eingeführt, nur drei Jahre nach der Riester-Rente. Trotzdem ist sie kaum bekannt. Und die meisten nehmen an, sie sei nur etwas für Selbstständige. Für sie nämlich war die steuerlich geförderte Basisrente ursprünglich gedacht. Doch auch für Angestellte mit gutem Einkommen kann sich die Rürup-Rente lohnen, wenn sie noch viel Zeit bis zur Rente vor sich haben. Und so kommen Sie in vier Schritten zur Zusatzrente:

1. Überschlagen Sie, ob Rürup sich rechnet!

Der Trick bei Rürup ist, dass Sie bis gut 23.000 Euro im Jahr einzahlen und dabei 86 Prozent (im Jahr 2018) als Vorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen können. Selbstständige, die nicht in ein Versorgungswerk einzahlen, können etwa am Jahresende einen größeren Betrag entrichten und so den Steuerabzug fürs Jahr maximieren. Angestellte, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, schauen sich an, wie viel sie und ihr Arbeitgeber steuerwirksam einzahlen, und können dann – vereinfacht gesagt – den Differenzbetrag zu den gut 23.000 Euro zum großen Teil absetzen. In unserem Ratgeber finden Sie dazu ein Rechenbeispiel. Auf die spätere Rente zahlen Sie dann Steuern. Je größer der Unterschied zwischen Ihrem Steuersatz in der Erwerbsphase und der Rentenphase, umso mehr lohnt sich das. Wenn Sie zum Beispiel als Selbstständiger heute den Spitzensteuersatz zahlen und noch wenig für die Rente getan haben, profitieren Sie besonders.

2. Wie flexibel wollen Sie sein?

Der Steuervorteil einer Rürup-Rente ist groß – allerdings kommt die Förderung mit einigen gravierenden Nachteilen daher. Weil Rürup als Äquivalent zur gesetzlichen Rente gedacht ist, müssen Sie im Alter auch wirklich eine Rente beziehen. Unternehmer können sich das Geld nicht auszahlen lassen oder den Vertrag beleihen – selbst wenn es der Firma schlecht geht. Auch vereinbarte Beiträge anzupassen, ist meist schwierig. Wer Kinder hat, kann sein Rürup-Guthaben nicht vererben. Ein Vertragswechsel ist nur selten möglich – oft binden Sie sich also Ihr Leben lang an einen Versicherer. Fazit: Wer eine flexible Altersvorsorge sucht, ist bei Rürup falsch.

3. Was passt: Garantie oder Aktien?

Überlegen Sie sich, wofür Sie Ihren Rürup-Vertrag einsetzen möchten. Haben Sie bereits eine Basisversorgung – sind Sie also in der gesetzlichen Rentenversicherung oder in einem Versorgungswerk abgesichert – ist Rürup eher eine Ergänzung zu Ihrer bestehenden Vorsorge. Dann können Sie in Ihrer Anlageform zugunsten der Rendite etwas mehr Risiko eingehen. Haben Sie noch mehr als 15 Jahre Arbeitsleben vor sich, könnten Sie einen Vertrag abschließen, der Ihre Beiträge in weltweit gestreuten, kostengünstigen Aktien-Indexfonds (ETFs) anlegt.

Sind Sie selbstständig ohne Versorgungswerk, ist Rürup Ihre Basisabsicherung. Dann eignen sich eher Verträge, die eine Mindestrente garantieren. Wenn Sie unsicher sind, wie Sie Ihr Geld fürs Alter anlegen sollen, dann werfen Sie einen Blick auf unsere Entscheidungsbäume im Ratgeber Altersvorsorge.

4. Wählen Sie den richtigen Vertrag!

In unserer Analyse vom Herbst 2017 stießen wir auf sage und schreibe 40 Anbieter von Rürup-Verträgen mit insgesamt 277 Tarifen. Um da noch durchzublicken, braucht es klare Kriterien. Für Finanztip sind das die folgenden vier: eine Versicherung, die erstens finanziell gut dasteht, die zweitens eine möglichst hohe Rente bei gleichzeitig niedrigen Kosten zusagt, die drittens Beitragszahlungen flexibel handhabt und die viertens ihre Kunden auch wieder fortwechseln lässt.

Nach unserer Analyse empfehlen wir folgende Tarife: Mit Rentengarantie den Tarif E-BR* der Europa Versicherung und den Tarif BRA24* der Huk24.

Mit ETFs auf Aktien den Tarif E-FBR der Europa. Alternativ können Sie auch direkt einen Fondssparplan als Rürup-Vertrag abschließen. Da empfehlen wir „Fairrürup“* von Sutorbank und Fairr.de.

Zum Ratgeber

Sara Zinnecker
Autor

Stand:

Sara Zinnecker war bis Juni 2020 Finanztip-Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.

2 Kommentare

  1. Hallo Finazztip Team,

    bitte „Fairrürup“ bearbeiten. Link geht ins Leere und aus Fairr.de wurde Raisin Pension. Ist das dann ebenfalls eine Empfehlung von Finanztip?

    Danke, Gruß und #stayhealthy
    Michael

    >>Mit ETFs auf Aktien den Tarif E-FBR der Europa. Alternativ können Sie auch direkt einen >>Fondssparplan als Rürup-Vertrag abschließen. Da empfehlen wir „Fairrürup“* von >>Sutorbank und Fairr.de.

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