Bisher konnten Sie nur einmal im Jahr kostenlos herausfinden, welche Daten die Schufa oder andere Auskunfteien über Sie gespeichert haben. Für weitere Auskünfte verlangte die Schufa Geld. Nun geht das mehrmals – der Datenschutz-Grundverordnung der EU sei Dank.

Allerdings: Die Verordnung erlaubt es den Firmen, die Auskunft zu verweigern oder ein Entgelt zu verlangen, falls Sie zu oft fragen. Was genau unter zu oft fällt, ist nicht ganz klar. Die Verordnung nennt keine festen Zahlen, es ist die Rede von „offenbar unbegründeten“ oder „exzessiven Anträgen“. Falls Ihre Anfragen tatsächlich abgelehnt werden, würde uns das interessieren.

Ihre Daten erhalten Sie auf Antrag in Form einer Datenkopie, sie ersetzt die bisherige Schufa-Eigenauskunft. Sie erhalten zum Großteil dieselben Informationen wie zuvor. Dazu gehören die persönlichen Daten, die die Schufa über sie gespeichert hat, der Basisscore und die übermittelten Score-Werte der letzten zwölf Monate. Die aktuellen Wahrscheinlichkeitswerte sind nicht mehr notiert. Für die meisten Verbraucher sollte das aber keine große Rolle spielen.

Prüfen Sie Ihre Daten, bevor Sie einen Kredit suchen. Fehler im Datenbestand können womöglich Einfluss auf Ihre Bonitätsbewertung haben und damit auf den Kredit, den Sie kriegen. Fehler muss die Schufa korrigieren.

Daten gehen künftig ohne Ihre Einwilligung an die Schufa

Vermutlich haben die meisten von Ihnen bereits einmal einer Schufa-Klausel zugestimmt und so eingewilligt, dass Ihre Daten an die Auskunftei weitergegeben wurden. Ihre Zustimmung ist jetzt nicht mehr erforderlich.

Die Datenschutz-Grundverordnung unterscheidet zwischen Daten, die der Anbieter für die konkrete Dienstleistung unbedingt braucht; bei denen muss er sie Speicherung nur mitteilen. Und Daten, die er nicht braucht; dort muss er weiter um Erlaubnis fragen. Faktisch macht das in diesem Fall keinen Unterschied. Zwar konnten Sie früher der Schufa-Klausel widersprechen, in der Regel lehnte der Anbieter Sie dann aber als Kunde ab.

Bislang waren die Löschfristen von gespeicherten Daten gesetzlich geregelt, mit dem Inkrafttreten der DSGVO ist dies nicht mehr der Fall. Stattdessen haben sich die Auskunfteien auf Löschfristen geeinigt. Die unterscheiden sich aber nicht groß von den bisherigen. Wichtigster Unterschied: Die Schufa löscht bei Daten, die sie beispielsweise für drei Jahre speichert, nun taggenau statt zum Jahresende. Noch ist unklar was passiert, wenn sich eine Auskunftei nicht an die Löschfristen hält.

 

Josefine Lietzau
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Stand:

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.

2 Kommentare

  1. Hallo,

    ich kann jedem nur raten, die Daten bei der Schufa zu prüfen. Die Datenhaltung bei der Schufa scheint unter dem Motto „Dilettantismus in Perfektion“ betrieben zu werden. Nachname und erster Vorname scheinen die einzigen Kriterien zu sein welche die Schufa auswertet: unterschiedliche zweiter Vorname, unterschiedliches Geburtsdatum, unterschiedlicher Geburtsort, egal, das muss der gleiche Mensch sein…. Mein Namensvetter hat seine etlichen Kleinkredite wohl alle bedient, gottlob, aber wehe dem der von dieser Datenhäcksel mit einem säumigen Schulder zusammengewürfelt wird…..

  2. Schufa Löschung:
    Ich kann die auf den Tag genaue Löschung eines negativen Eintrages nach drei Jahren bestätigen.
    Zum 25.5.2018 bekam ich eine Mail, dass mein Basisscore sich geändert hat. Sonst kam die Mail immer nur alle 3 Monate.
    Achso: die Mail bekomme ich, weil ich den Online Service mit 10€ im Jahr bezahle. Ich werde über jede Aktivität auf mein Konto sofort informiert. Das ist es mir auch wert.

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