Das Sommersemester beginnt
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An vielen Hochschulen geht es im April wieder los mit Vorlesungen, Seminaren und Tutorien. Und im Semester ist das Geld oft knapp. Da lohnt es sich für Studierende besonders, mit ein paar Tipps mehrere Hundert oder sogar Tausende Euro mehr in der Tasche zu haben.

Wenn Sie selbst nicht Student oder Studentin sind, leiten Sie den Newsletter gerne weiter, zum Beispiel an Ihre Kinder, Nichten, Neffen oder Enkel – die freuen sich bestimmt über die Tipps und das gesparte Geld.

Studienkosten von der Steuer absetzen

Wer direkt nach dem Abitur studiert, befindet sich in der sogenannten Erstausbildung. Die Kosten dafür können Sie als Sonderausgaben von der Steuer absetzen – beschränkt auf 6.000 Euro im Jahr. Das bringt aber nur etwas, wenn Sie „zu versteuernde Einkünfte“ haben, also zum Beispiel einen gut bezahlten Nebenjob oder Mieteinnahmen aus einer geerbten Wohnung. Falls nicht, läuft der Sonderausgabenabzug ins Leere.

Anders wäre es, würden die Kosten für das Erststudium als „vorweggenommene Werbungskosten“ für den späteren Beruf gelten. Dann könnten Sie die Kosten später mit Ihrem ersten richtigen Gehalt verrechnen und kräftig Steuern sparen. Das Bundesverfassungsgericht wird voraussichtlich noch in diesem Jahr entscheiden, ob Studenten für das Erststudium diesen Werbungskosten-Joker ziehen dürfen.

Wir empfehlen deshalb: Tragen Sie Ihre Kosten für das Erststudium auf jeden Fall als Werbungskosten in der jährlichen Steuererklärung ein. Beantragen Sie, einen Verlustvortrag festzustellen. Das Finanzamt sollte Ihren Steuerbescheid dann als vorläufig kennzeichnen. So können Sie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts einfach abwarten und später eventuell davon profitieren.

Ein Master-Studiengang nach einem abgeschlossenen Bachelor-Studium gilt als Zweitausbildung. Studenten im Zweitstudium können ihre Ausbildungskosten bereits jetzt als Werbungskosten absetzen.

Bafög beantragen

Studierende bekommen bis zu 735 Euro Bafög im Monat vom Staat. Wenn Sie Bafög-berechtigt sind, sollten Sie die Förderung auf jeden Fall beantragen, auch wenn Sie glauben, sich durch Nebenjobs oder Finanzspritzen der Eltern oder Großeltern über Wasser halten zu können. Sie müssen nämlich höchstens die Hälfte des Bafögs zurückzahlen – oft sogar weniger oder gar nichts. Wichtig zu wissen: Bafög gibt es nicht rückwirkend. Reichen Sie Ihren Antrag daher spätestens im ersten Monat Ihres Studiums ein, also noch im April.

Nicht GEZahlt kann auch okay sein

Studenten, die Bafög beziehen, sollten sich vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. Automatisch geschieht das leider nicht, Sie müssen Ihre Bafög-Bescheinigungen an den Beitragsservice (die ehemalige GEZ) schicken. Wer kein Bafög bekommt, zahlt 17,50 Euro im Monat, sobald er in eine eigene Wohnung zieht. In einer Wohngemeinschaft muss aber nur ein Bewohner zahlen, nicht alle. Den Beitrag kann sich die WG dann teilen. Ein Wohnheimzimmer zählt als eigene Wohnung, sofern es eine eigene Klingel und einen eigenen Briefkasten hat.

Studenten-Rabatte nutzen

Viele Unternehmen locken mit Rabatten extra für Studierende. Einzige Voraussetzung: Ein gültiger Studentenausweis oder eine aktuelle Immatrikulations-Bescheinigung. In einigen Fällen läuft der Preisnachlass über den Anbieter Unidays, bei dem sich die Hochschüler aber erst anmelden müssen.

Es winken saftige Rabatte bei Angeboten wie Amazon Prime, Apple Music oder Spotify Premium. Wer technisch noch nicht ganz ausgestattet ist, darf sich über Laptops und Tablets von notebooksbilliger.de oder Apple zum reduzierten Studentenpreis freuen. Für die passende Software sorgen Anbieter wie Microsoft und Adobe. Beim Handy- oder DSL-Tarif können Studierende ebenfalls sparen. Mehr Datenvolumen zu reduzierten Preisen bieten fast alle Netzbetreiber.

Die Internetseite Schnäppchenfuchs hat eine lange Liste von Rabatten für Studenten zusammengestellt. Die Sonderangebote erstrecken sich auch auf die Offline-Welt: Bei Kino, Museum und Co. profitieren Studierende ebenfalls von reduzierten Eintrittspreisen.

Worauf es beim Studentenjob ankommt

Die bequemste Beschäftigungsform für Studenten sind Minijobs. Bis zu einem Verdienst von 450 Euro im Monat sind Sie in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkasse kostenlos versichert. Wer mehr verdient, zahlt einen ermäßigten Studentenbeitrag.

In dem Fall sollten Sie sich möglichst als Werkstudent anstellen lassen. Das ist für beide Seiten attraktiv: Einerseits zahlen Sie und Ihr Arbeitgeber in die Rentenkasse ein. Dadurch bekommen Sie später eine höhere Rente. Andererseits spart Ihr Arbeitgeber Sozialabgaben, weil er nichts für Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung zahlen muss.

In der Vorlesungszeit dürfen Werkstudenten 20 Stunden pro Woche arbeiten. Bafög-Empfänger dürfen nur 406 Euro im Monat verdienen. Liegen Sie darüber, wird das Bafög gekürzt. Weitere Tipps zum idealen Studentenjob finden Sie in unserem Ratgeber.

Das richtige Studium wählen

Falls Sie noch nicht sicher sind, was Sie studieren wollen, interessiert es Sie wahrscheinlich, welches Gehalt mit welchem Fach möglich ist. Laut dem Gehaltsreport der Jobbörse Stepstone verdienen Absolventen der Medizin und Zahnmedizin am meisten: durchschnittlich knapp 80.000 Euro brutto im Jahr. Zu den weiteren Topverdienern zählen Juristen, Ingenieure und Wirtschaftsinformatiker. Wenn Ihr angestrebtes Fach nicht aufgeführt ist, ist das nicht weiter schlimm. Denn Absolventen aller Studienrichtungen verdienen im Schnitt ein Leben lang mehr als Nicht-Akademiker. Im Durchschnitt bedeutet: Auch Nicht-Studierte können viel Geld verdienen. Zum Beispiel Handwerker mit einem Meistertitel oder Selbstständige.

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Sie sollten Ihren Beruf natürlich nicht ausschließlich nach den Gehaltsaussichten wählen, sondern vor allem nach Ihren Neigungen und Fähigkeiten. Wir wünschen viel Spaß und gutes Gelingen!

1 KOMMENTAR

  1. Danke für diesen hilfreichen Beitrag!! Ich konnte aus diesem Text viel für mich entnehmen.
    Interessant ist für mich das Absetzen der Studienkosten gewesen. Das wusste ich leider noch nicht und werde mich mal jetzt genauer damit befassen!

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