Pizzabäcker formt den Teig
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Die ersten Tage als frischgebackener Aktionär gehören zu den schlimmsten. Zumindest, wenn sich der Börsenkurs für die falsche Richtung entscheidet: abwärts. Das kann durchaus eine Weile so weitergehen. Tag für Tag erscheinen die hässlichen roten Zahlen, die ein Minus symbolisieren. Und vielleicht denkst Du an die gute alte Zeit zurück, als Du alles Geld auf dem Tagesgeldkonto hattest. Zwar mit Mini-Zinsen, aber wenigstens krisenfest. Eine Zeit, als Du nicht bei jeder Corona-Meldung an Deine Geldanlage gedacht hast.

 

1. Langfristig bringt die Börse Rendite

Langfristig betrachtet gibt es aber mehr gute als schlechte Börsenzeiten. Zumindest im breiten Marktdurchschnitt. Deshalb sind wir bei Finanztip auch so überzeugt von Indexfonds. Die von uns empfohlenen ETFs haben über die Jahre an Wert gewonnen. Etwas anderes wäre auch erstaunlich. Denn das Ziel der versammelten Großkonzerne von A wie Amazon bis Z wie Zurich-Versicherung ist schließlich, Geld zu verdienen und die Rendite ihrer Anteilseigner zu steigern. Und zu denen gehörst Du, wenn ein Indexfonds (ETF) auf den Weltindex MSCI World oder All Countries in Deinem Depot liegt.

 

2. Das Marktrisiko

Beim Anlegen an der Börse gibt es zwei Arten von Risiken: Das sogenannte Marktrisiko und das Unternehmensrisiko.

Das Marktrisiko bleibt stets bestehen. Wenn eine Pandemie die Weltwirtschaft erschüttert, kommen zu den schlechten Nachrichten auch wieder rote Zahlen im Depot. Dasselbe gilt natürlich für eine Finanzkrise wie 2008/2009 oder einen Krieg im Nahen Osten. Da muss man leider durch, doch die Börsen erholen sich wieder.

 

3. Das Unternehmensrisiko

Ob die angebotenen Produkte einer einzelnen Firma auch in Zukunft noch ihre Fans finden und für Gewinn sorgen, hängt von so vielen Faktoren ab, dass man es nicht sicher vorhersagen kann. Vielleicht sind die Firmenchefs gar Betrüger ­oder unfähig – wie offenbar im Fall Wirecard.

Was Forscher dagegen durchaus sicher sagen können: Während Du mit dem Marktrisiko leben lernen musst, kannst Du das Unternehmensrisiko minimieren.

Pizza belegen
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4. ETFs: Ein paar Zutaten mehr, ein Risiko weniger

Und das geht so: Du bestellst nicht bloß ein paar Oliven, also keine Einzelaktien, sondern alles, was Du für eine gute Pizza quattro stagioni brauchst, pardon: für einen guten Weltaktien-Fonds. Da sollte alles rein, was die Börse zu bieten hat. Ein Indexfonds mit möglichst vielen passenden Zutaten eben.

Eine Firma kann pleite gehen, eine Branche dauerhaft in die Krise abgleiten. Aber von jedem etwas, immer die besten und größten – das fängt diese Ausreißer wieder auf. Als Geldanlage ist ein solcher ETF eine hervorragende Mischung aus geringem Aufwand und angemessener Rendite – bei niedrigen Kosten.

Denn ja, die Kosten spielen auch eine Rolle. Viele Anleger setzen auf gemanagte, sogenannte aktive Fonds. Die entwickeln sich im Schnitt nicht besser als ETFs, fressen aber stets einen großen Teil der Rendite durch unnötige Kosten auf.

 

5. Geduld ist wichtig

Dieses Jahr haben Hundertausende Anleger neue Wertpapierdepots eröffnet: Rund 1,9 Millionen Sparpläne auf ETFs werden hierzulande regelmäßig befüllt. Trotzdem solltest Du realistisch bleiben: Es kann zehn bis fünfzehn Jahren dauern, bis Deine ETF-Anlage einen Gewinn abwirft.

Zwischendrin, vielleicht nach zehn Wochen oder fünfzehn Monaten, kann das ganz anders aussehen. Schaue also nicht ständig ins Depot. Sitze Wirtschaftskrisen einfach aus. Dabei hilft Dir ein ausreichendes Geldpolster aus Tages- und Festgeld, damit Du nicht zur ungünstigen Zeit, also mit Verlust, etwas aus dem Depot verkaufen musst.

 

Finanztip-Serie Geldanlage

1. Tagesgeld im Tiefflug: Was bringt das noch?
2. So entgehst Du Anleger-Nepp
3. Aktien – nimm die ganze Pizza, nicht nur die Olive
4. Anleihen: Sind sie besser als Festgeld?
5. Nachhaltig denken – geht das nicht etwas grüner?

Hendrik Buhrs
Autor

Stand:

Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

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