Weihnachten
Bild: ArtMarie / Getty Images

Etwas lieblos wirkt es schon. Aber besser, die Kinder bekommen Geld geschenkt, statt irgendwelchen Plunder. Das Gute am Geld: Die Kinder lernen, was sie wirklich brauchen, wenn sie ihre eigenen Scheine und Münzen verwalten. Und zum Beispiel ihr Fahrrad selbst (nach dem Budget) aussuchen und kaufen, anstatt es unterm Weihnachtsbaum zu finden.

Unter Großeltern und Paten ebenfalls beliebt ist das Sparkonto, wo schon für die ganz Kleinen Monat für Monat etwas zurückgelegt wird. Denn die großen Wünsche kommen bestimmt: Das Auslandsjahr, die Reise nach der Schule, der Führerschein.

Weil auch beim Sparen viel schiefgehen kann, hier unsere Tipps für die Geldanlage für Kinder. Fangen wir bei den ganz Kleinen an:

1. Das Sparbuch zur Geburt

Manche richten schon zur Geburt einen Sparplan ein. 25 Euro im Monat lassen sich leicht entbehren, läuft das 18 Jahre durch, kommen 5.400 Euro zusammen. Abzüglich Kosten, plus Rendite. Und bei der Rendite hakt es im Moment.

Lange war das Sparbuch üblich, oft mit extra Prämien. Solche Prämiensparverträge gibt es immer noch. Zwar wachsen die Prämien im Laufe der Jahre auf über 10 Prozent für die jeweilige Einzahlung. Das klingt viel, doch umgerechnet auf den gesamten Sparvertrag bleibt die Rendite solcher Verträge derzeit in der Regel deutlich unter einem Prozent.

Mehr Rendite können Sie mit einem günstigen Wertpapierdepot und einem Aktiensparplan erreichen. Damit das Risiko überschaubar bleibt, sollten Sie einen ETF auf einen breit aufgestellten Index wählen. Wir empfehlen den Weltaktienindex MSCI World. Oder den MSCI World SRI, wenn Ihnen eine Anlage in nachhaltig wirtschaftende Firmen wichtig ist. Die Kosten für unsere Empfehlungen liegen bei einer guten Direktbank bei unter 20 Euro im Jahr.

Es gibt immer wieder ETF-Sparpläne, die eine Zeit lang ohne Kosten angeboten werden, Beispiele finden Sie in unserer Tabelle. Aber diese Angebote laufen selten länger als ein paar Jahre. Wer für seine Kinder in Aktien anlegt, sollte ohnehin länger als zehn Jahre darauf sparen, um die Schwankungen am Aktienmarkt auszusitzen.

2. Das Konto fürs erste Bargeld

Wer Kindern im Grundschulalter zum Geburtstag oder zu Weihnachten Geld schenkt, der gibt vermutlich Bargeld. Damit das nicht wegkommt, empfiehlt sich ein kostenloses Kinderkonto. Hier und da kriegen Kinder darauf sogar noch Zinsen wie früher: So zahlt die Hamburger Sparkasse auf das „Mäusekonto“ erstaunliche 3 Prozent Zinsen. Allerdings nur bis 500 Euro und bis zum 14. Lebensjahr.

Die Stiftung Warentest fand in ihrem aktuellen Überblick (kostet 3 Euro) immerhin 25 Volksbanken, Sparkassen und Banken, die mehr als ein halbes Prozent Zinsen für Kinderguthaben anbieten. Die Regel ist das nicht. Doch die meisten Banken bieten immerhin kostenlose Konten für den Nachwuchs an.

3. Die Karte für Teenager

Mit dem Alter ändern sich die Bedürfnisse. Teenager sparen auch schon mal auf eine teurere Sache wie ein Smartphone und wissen dann Geldgeschenke sehr zu schätzen. Auch die Ansprüche an das Konto ändern sich. Die Klassenfahrt nach Kroatien, das Ferienlager in Polen, der Besuch bei der Tante in England: Spätestens, wenn Ihre Sprösslinge das Euroland verlassen, kommen die meisten Kinderkonten an ihre Grenzen. Dann brauchen die Teenager eine Kreditkarte, mit der sie im Ausland kostenlos abheben können. Das schränkt die Auswahl drastisch ein. Wir empfehlen die Konten von Commerzbank und DKB*. Die sind bis 17 Jahre vollkommen kostenlos, bieten kostenloses Abheben im Ausland – sogar ohne eine Fremdwährungsgebühr. Allerdings nimmt die Commerzbank ab 18 Jahren für die Kreditkarte direkt 40 Euro im Jahr. Alternative: Bei der Onlinetochter Comdirect* passiert das nicht, dafür fallen Fremdwährungsgebühren an. Einziger Haken bei der DKB: Mindestens einer der beiden Elternteile muss auch ein Konto dort haben. Das ist dafür kostenlos.

4. Auf die Steuer achten

Die Frage nach dem richtigen Konto stellt sich bereits beim Wertpapierdepot für Neugeborene. Es bietet sich an, das Geld direkt auf den Namen des Kindes anzulegen. Denn ihm soll das Geld ja gehören. Und jedes Kind hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 801 Euro im Jahr. Wichtig ist, einen entsprechenden Freistellungsauftrag zu beantragen, sonst führt die Bank automatisch Steuern ab. Im Prinzip kann Ihr Kind sogar 10.005 Euro steuerfrei an Rendite machen, sofern Sie für das Kind eine Nichtveranlagungsbescheinigung beim Finanzamt besorgen. (Allerdings: ab 445 Euro im Monat verlangt die Krankenkasse eine eigene Versicherung für das Kind – aber über 5.000 Euro Rendite im Jahr wäre auch schon ziemlich viel.)

5. Geschenkt ist geschenkt

Wenn Sie das Geld auf den Namen Ihrer Kinder anlegen, dürfen Sie das Geld nicht für den Unterhalt des Kindes ausgeben, auch nicht für die Klassenfahrt. Umgekehrt können die Kinder selbst, anders als beim Girokonto, nicht auf das Depot zugreifen, bis sie volljährig sind. Alle unsere Empfehlungen für Erwachsene richten solche Junior-Depots für Minderjährige ein. Darunter sind übrigens auch die DKB und die Comdirect.

Es gibt zwei Modelle für die Sparplankosten: Entweder prozentual zur Anlagesumme oder fix. Bei 25 Euro Sparrate sollten Sie ein Depot mit prozentualen Gebühren wählen, bei 100 Euro lohnen sich die mit fixen Preisen.

6. Keine Versicherungen abschließen

Versicherungsmakler, aber auch Bankberater bieten immer wieder Ausbildungsversicherungen oder Lebensversicherungen für Kinder an. Das ist lukrativ für den Anbieter, aber nicht für Sie: Es fließen so hohe Provisionen, dass es lange dauert, bis für ihr Kind überhaupt eine Rendite übrigbleibt. Es ist in jedem Fall besser, das Geld selbst anzulegen.

 

Serie Kinder und Geld

1. Geld schenken? Aber richtig!
2. Das erste Smartphone
3. Wenn das Kind krank ist
4. Nutzen Sie die Ruhe vor der Geburt
5. Nach der Geburt geht’s richtig los (mit den Formularen)

 

6 KOMMENTARE

  1. 3. Die Karte für Teenager

    Was spricht von Ihrer Seite aus gegen die ING? Hier habe ich für den Nachwuchs entsprechende Kreditkarten (Debit) ohne weitere oder zusätzliche Gebühren.

    6. Keine Versicherungen abschließen

    Wie schaut es denn hier mit Berufsunfähigkeitsversicherungen aus? Ja, gibt es von wenigen Anbietern für Kinder, z.B. von der Alten Leipziger. Ich selber finde, günstiger Einstieg, ein Leben lang….

    • Unseres Wissen bietet die ING keine normalen Girokonten mit Kreditkarten für Kinder oder Teenager.

      Und eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist erst sinnvoll, wenn Sie einen Beruf haben. Vorher können Sie gerne etwas Geld zur Seite legen. Aber eben ohne Versicherern für unnötigen Schutz die Provisionen zu finanzieren.

  2. Zu „Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Warum erst sinnvoll, ab dem „Beruf“ ?
    Ich habe für meinen Enkel eine solche Versicherung abgeschlossen – er ist noch im zweiten
    Azubi-Jahr. Insgesamt dauert die Ausbildung 3,5 Jahre …
    Er wurde mit mtl. 1000 Euro versichert – höher ging nicht, da ja noch in Ausbildung.
    Zur Zeit wird monatlich ca. 14,- Euro für ihn abgebucht.
    Ist das nun rausgeworfenes Geld ?

  3. Vorsicht bei Immobilienanleihe –
    Vor 6 Jahren habe ich als Rücklage für meinen Enkelsohn eine 6,35 %ige WGF-Immobilienanleihe gekauft.
    Eine Empfehlung von Herrn Prof. Gerke und gleichzeitig eine MÜNDELSICHERE ANLAGE.
    Solche Papiere dürfen sogar gerichtlich für Kinder und Kindeskinder angelegt werden.
    Nachbereits 21/2 Jahren war die Fa. WGF insiolvent. Die Anleihe wurde zwar weiter geführt mit dem Versprechen eines noch ca 40-45% Erlös. Nach weiteren ca 21/2 Jahren war die Fa. WGF zum 2.Mal insolvent. Mein Erlös bisher nur noch 15 % und nun gebt es vorassichtlich nichts mehr.
    Was hat eine MÜNDELSICHERE ANLAGE für einen Wert? – Nicht mehr als eine Seifenblase.
    Ergebnis: Es gibt keine Geldanlage mit Sicherheit!
    Viel Spaß weiterhin – trotzdem- Ihre Empfehlungen sind sehr gut.
    M.f.G.
    Ernst T.

  4. Hallo,
    zum Kinderkonto bei der DKB Bank schreiben Sie, Eltern müssen ein Konto bei der DKB Bank haben,
    richtig ist ein Elternteil muss ein Konto haben.

    • Naja: Wenn die Eltern ein Konto haben, beinhaltet das auch, eins der beiden Elternteile hat ein Konto. Aber ich habe das oben noch mal klarer formuliert.

      Ich habe das ursprünglich so geschrieben, weil so oder so beide Elternteile drinhängen: Beide müssen dem u18-Konto zustimmen, beide müssen sich legitimieren und beide erhalten einen Zugriff auf das Konto des Kindes über getrennte Accounts.

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