Nach der Geburt
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Eigentlich brauchen die Eltern nach der Geburt Zeit für sich und das Kind. Und die Mutter muss sich erstmal erholen. Aber nichts da! Der bürokratische Marathon hat gerade erst begonnen.

1. Das Kind beim Standesamt anmelden

Während Sie vieles andere bereits vorher anstoßen oder erledigen können: Die Geburtsurkunde Ihres Kindes können Sie naturgemäß erst nach der Entbindung beantragen. Das geht in manchen Krankenhäusern direkt, sofern das Standesamt dort eine entsprechende Außenstelle hat. Andernfalls müssen Sie zu dem Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich Ihr Kind geboren wurde.

Lassen Sie sich dafür nicht zu viel Zeit: Sie brauchen die Geburtsurkunde für viele Anträge. Kindergeld und Elterngeld gibt es nicht ohne. Und auch die Krankenkasse möchte die Geburtsurkunde sehen. Innerhalb von sieben Tagen nach der Geburt müssen Sie die Urkunde ohnehin beantragt haben.

2. Die Krankenkasse auswählen

Jeder Mensch in Deutschland muss krankenversichert sein. Während die Geburt noch der Kasse der Mutter zugeschrieben wird, geht es für das Baby spätestens mit der ersten Impfung und den ersten Untersuchungen (im Eltern-Jargon „U“ genannt) auf Kosten der eigenen Krankenversicherung weiter.

Gesetzlich Versicherte können ihr Kind bei der Kasse des Vaters oder der Mutter kostenlos in der Familienversicherung mitversichern. Sind Sie bei unterschiedlichen Kassen, dürften es Nuancen sein, in denen diese sich unterscheiden. Manche zahlen etwas mehr Vorsorge für Kinder. Informieren Sie sich dazu in unserem brandneuen Vergleich der gesetzlichen Krankenversicherungen für das Jahr 2020.

Anders als bei einer gesetzlichen Krankenkasse sind Kinder und Ehepartner in der privaten Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichert. Ist einer der Elternteile privat versichert, muss das Kind eventuell ebenfalls privat versichert werden. Der Beitrag hängt von Ihrem Einkommen ab. Falls Sie das Neugeborene innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt bei einer privaten Krankenversicherung anmelden, gibt es keine Gesundheitsprüfung oder Wartezeit für das Kind.

Neugeborenes
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3. Das Kindergeld beantragen

Eine Ausfertigung der Geburtsurkunde bekommen Sie für den Antrag auf Kindergeld. Seit dem 1. Juli 2019 erhalten Sie für das erste und zweite Kind je 204 Euro monatlich, für das dritte Kind gibt es 210 Euro und für jedes weitere 235 Euro. Sie beantragen es bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit – am besten direkt nach der Geburt.

Kindergeld ist ein netter Zuschuss, den Eltern unkompliziert erhalten. Leben Sie jedoch in einem Bundesland, in dem Sie die Kita selbst zahlen müssen, ist das Geld auch schnell wieder weg. Übrigens: Eltern mit geringem Einkommen können bei der Familienkasse einen Kinderzuschlag von bis zu 185 Euro monatlich pro Kind beantragen.

4. Die Suche nach der Kita starten

Und da wären wir auch schon bei einem der wohl anstrengendsten Themen: der Kinderbetreuung. Mal abgesehen davon, dass man es sich als frischgebackene Eltern kaum vorstellen kann, das Würmchen bei Fremden über mehrere Stunden in Obhut zu geben – Sie müssen ohnehin erstmal das Glück haben, überhaupt einen Platz zu finden. Diesem Glück können Sie aber ein wenig auf die Sprünge helfen.

Gerade in Großstädten und Ballungsgebieten ist das jedoch für viele frische Eltern ein langwieriges, nervenzehrendes „Hobby“. Und dabei so zentral, dass wir ihm den nächsten Teil unserer Kinderserie gewidmet haben.

 

Serie Kinder und Geld

1. Geld schenken? Aber richtig!
2. Das erste Smartphone
3. Wenn das Kind krank ist
4. Nutzen Sie die Ruhe vor der Geburt
5. Nach der Geburt geht’s richtig los (mit den Formularen)

1 KOMMENTAR

  1. Können sie mal einen Artikel über Tod und Formulare und Meldungen danach verfassen?
    Das wäre schön.
    Freundliche Grüße
    Paul

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