Freelancerin in ihrer Werkstatt
Bild: PIKSEL / GettyImages

Bist Du angestellt, sitzt jeden Tag im Homeoffice und träumst eigentlich davon, Dich selbständig zu machen? Vielleicht ist dieses Jahr der richtige Zeitpunkt gekommen, die ersten Schritte zu gehen. Gerade sieht es zwar nicht so aus, als wäre die Zeit günstig. Aber das Ende der Corona-Krise ist absehbar, und in unruhigen Zeiten ergeben sich oft neue Gelegenheiten.

Am besten kündigst Du nicht gleich, sondern baust Deine neue Existenz neben dem alten Job auf. Unsere kleine Serie zeigt Dir, was Du dabei beachten musst und wie Du Deine finanziellen Risiken gering hältst.

 

1. Schau Dir die Konkurrenzlage an, bevor Du loslegst

Du wirst wahrscheinlich keinen neuen Markt erfinden können. Daher ist es umso wichtiger, dass Du Deine Mitbewerber und ihre Stärken sowie Schwächen kennst. Und den Preis, den Du für Deine Angebote verlangen kannst.

Überlege Dir genau, was Deine eigenen Stärken sind. Also die Gründe, die Dich von der Konkurrenz abheben und vielleicht auch ein höheres Honorar rechtfertigen. Oder aber Du hast eine Idee, wie Du die Preise der Konkurrenz unterbieten kannst.

 

2. Schätze Arbeitszeit und Kosten richtig ein

Als Selbständiger darfst Du Dich nicht am Stundenlohn eines Angestellten orientieren. Du musst viel mehr verlangen, weil die Zeit für den Auftrag nur ein Teil der Arbeit ist. Liste alle Kosten und Arbeiten auf, die Dir tatsächlich entstehen. Diese musst Du auf den Stundensatz (oder Preis) umlegen, den Du verlangst.

Vergiss nicht, Urlaubs- und Krankheitstage zu berücksichtigen. Bedenke auch: Du kannst nicht jeden Tag produktiv mit Kunden arbeiten. Kundengewinnung, Planung, Buchhaltung und Marketing fressen viel Arbeitszeit – die Hälfte ist keine Seltenheit. Somit kommst Du schnell auf Stundensätze von 60 Euro (plus Umsatzsteuer) und mehr. Und das ist völlig normal.

Denke auch daran, dass Du Einkommensteuer zahlen musst. Lege also genug von den Einnahmen zurück.

 

Serie Selbständig machen

Teil 1: So bereitest Du Deinen Start vor
Teil 2: Die nötigen Behördengänge
Teil 3: Der erste Auftrag

 

3. Bilde ein kleines Polster

Rechne aus, was Du monatlich mindestens an Einnahmen brauchst, um Miete, Strom, Versicherungen und Essen zu bezahlen. Vergiss das Thema Vorsorge nicht: 20 Prozent und mehr brauchst Du für eine Altersrente. Am besten legst Du Dir auch einen kleinen Puffer an für unerwartete Ereignisse, etwa auf einem Tagesgeldkonto.

Halte zum Start die Kosten gering, investiere keine großen Summen in Ausstattung. Greife lieber auf Leasing- oder Mietangebote mit kurzer Laufzeit zurück. So kannst Du Dich am Markt ausprobieren und Deine Geschäftsidee weiterentwickeln – ohne auf großen Kosten zu sitzen.

 

Selbstständiger im Büro
Bild: Alvarez / GettyImages

 

4. Hole das Okay vom Chef

Bevor Du mit der Planung anfängst, ist es wichtig zu klären, ob Du Deinen Arbeitgeber über Tätigkeiten neben Deinem Job informieren musst. Vielleicht brauchst Du sogar seine Einverständniserklärung. Diese Details findest Du im Arbeitsvertrag, in den Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen. Ablehnen kann Dein Chef die Zustimmung aber nur bei berechtigtem Interesse. Das wäre der Fall, wenn Du ihm zum Beispiel Konkurrenz machst.

 

5. Verringere die Arbeitszeit

Hast Du Deinen Zeitbedarf geklärt, gilt es, Deine reguläre Arbeitszeit soweit zu reduzieren, dass Du genug Freiraum hast und gleichzeitig Deine Kosten decken kannst. Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit hat grundsätzlich jeder, sofern der Arbeitgeber mindestens 15 Mitarbeiter beschäftigt und Du länger als ein halbes Jahr angestellt bist. Dafür solltest Du vorab einen guten Brutto-Netto-Rechner nutzen, um zu schauen, wieviel Du dann noch verdienst.

 

Nächste Woche in dieser Serie: Welche Behördengänge nötig sind, worauf es bei der Buchhaltung ankommt – und warum Du keine Angst davor haben musst.

Florian Machnow
Autor

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