Grafikerin im Homeoffice
Bild: Pekic / Getty Images

Was bisher geschah: Du hast einen Geschäftsplan und alle Amtsgänge erledigt.

Irgendwann bewirbst Du Dich um den ersten Auftrag. Spätestens jetzt musst Du Angebote machen und nach getaner Arbeit Rechnungen schreiben. Du musst Dich entscheiden, ob Du Umsatzsteuer verlangen willst – oder nicht. Und schließlich brauchst Du wahrscheinlich zusätzlichen Versicherungsschutz.

 

1. So schreibst Du die erste Rechnung

Was muss auf eine Rechnung? Natürlich sind die Höhe Deines Honorars, Auftraggeber und Du selbst als Auftragnehmer wichtig. Auch darf Deine Bankverbindung nicht fehlen. Soweit ist das klar. Was sonst noch alles auf eine Rechnung muss, findest Du hier im Detail.

 

2. Als „Kleinunternehmer“ hast Du weniger Aufwand

Eines vorweg: Du hast ein Kleingewerbe, wenn Du nicht im Handelsregister eingetragen bist und keine doppelte Buchführung brauchst (das trifft wahrscheinlich auf Dich zu); und dann gibt es Kleinunternehmer, die keine Umsatzsteuer zahlen.

Auf die allermeisten Produkte und Dienstleistungen fällt Umsatzsteuer an. Du kannst aber darauf verzichten, wenn Dein Umsatz unter 22.000 Euro pro Jahr liegt. Dann bist Du ein sogenannter Kleinunternehmer – und musst das auch auf Deine Rechnungen schreiben. Das erleichtert Dir die Buchhaltung und den Verwaltungsaufwand mit dem Finanzamt enorm.

 

3. Mehr absetzen, indem Du Umsatzsteuer verlangst

Der große Nachteil als Kleinunternehmer: Für Anschaffungen bekommst Du keine Umsatzsteuer erstattet (umgangssprachlich Mehrwertsteuer genannt). Bei kleinen Ausgaben fällt das nicht so stark ins Gewicht. Möchtest Du hingegen teure Dinge anschaffen – etwa Büromöbel, hochwertige Computer oder eine Videoausrüstung – oder hast hohe Materialkosten, dann verschenkst Du viel Geld. Optierst Du zur Umsatzsteuer, sparst Du nämlich beim Einkauf die Mehrwertsteuer.

Und das geht so: Du verlangst bei jeder Rechnung an Kunden auch die Umsatzsteuer für den Fiskus. Dafür kannst Du dann die Umsatzsteuer beim beruflichen Einkauf von Material und Einrichtung gegenrechnen. Nur die Differenz von Steuereinnahmen und -ausgaben musst Du an den Fiskus abführen (die „Vorsteuer“) – oder Du bekommst sogar Geld zurück.

 

4. Du haftest als Selbständiger mit Deinem Vermögen

Mit diesem Punkt ist nicht zu spaßen: Wer sich selbständig macht, haftet im ungünstigsten Fall mit seinem gesamten Privatvermögen.

Vielleicht hast Du die Möglichkeit, zum Beispiel Deine bestehende Haftpflichtversicherung für die nebenberufliche Selbständigkeit zu erweitern. So bist Du auch als selbständiger Musiklehrer abgesichert, falls Du versehentlich die Gitarre einer Schülerin beschädigst.

Auch eine Vermögensschadenhaftpflicht kann sinnvoll sein. Sie zahlt, wenn einem Deiner Kunden ein finanzieller Schaden durch Deine Schuld entsteht. Die Geschäftsinhaltversicherung – die Hausrat für Unternehmer – versichert Deine Betriebsausstattung. Selbst Cyber-Versicherungen gegen Hacking-Angriffe kannst Du abschließen.

Achtung: Manche Selbständige brauchen bestimmte Pflichtversicherungen, ohne die sie ihren Beruf nicht ausüben dürfen.

 

5. Finde die richtige Balance

Die ersten Schritte zur Selbständigkeit sind getan. Nun geht es darum, die richtige Balance zu Deinem Angestellten-Dasein zu finden. Stellst Du fest, dass Du immer mehr Aufträge bekommst, dann kannst Du Deine Arbeitszeit in der Anstellung langsam reduzieren.

Dann lohnt es sich auch, in teurere Betriebsausstattung zu investieren und sich einen Steuerberater zu suchen. Brauchst Du einen Kredit oder Investoren, dann erst benötigst Du einen richtigen Businessplan – dafür gibt es auch eigene Coachings.

Lass Dir Zeit bei der Entscheidung: Vielleicht ist die Selbständigkeit auf Dauer doch zu stressig, bringt zu wenig Ertrag. Vielleicht ist es einfach nicht so, wie Du Dir vorgestellt hast. Dann hast Du immer noch Dein Anstellungsverhältnis als Standbein. Aber Du stellst Dir nicht mehr die Frage: Was wäre, wenn?

 

Weitere Tipps findest Du zum Beispiel in den Broschüren des Wirtschaftsministeriums: „Gründerzeiten 01“ (als PDF) und „Alles, nur kein Unternehmer“ für Selbständige in der Kultur- und Kreativwirtschaft (als PDF).

 

 

Serie Selbständig machen

Teil 1: So bereitest Du Deinen Start vor
Teil 2: Die nötigen Behördengänge
Teil 3: Der erste Auftrag

Florian Machnow
Autor

Stand:

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