Betriebsrente
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Die gesetzliche Rente ist sicher – aber nicht hoch genug. Als Arbeitnehmer haben Sie das Recht auf eine zusätzliche betriebliche Altersvorsorge. Der Chef muss sie einrichten, dann zahlen Sie von Ihrem Gehalt direkt ein. Arbeiten Sie schon länger bei derselben Firma, dann haben Sie womöglich schon eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) in Form einer privaten Rentenversicherung (Direktversicherung) mit Ihrem Chef vereinbart. Doch nicht jede Betriebsrente lohnt sich.

Finanziert Ihr Chef Ihre Betriebsrente komplett (ja, das kommt vor!) oder mindestens zu drei Vierteln, lohnt sich das auf jeden Fall. Sie bekommen später eine Rente, ohne dafür groß einbezahlt zu haben. Anders sieht es aus, wenn Sie aus Ihrem Gehalt mehr Geld in die Betriebsrente stecken. Dann kommt es auf Ihren Vertrag an.

1. Eine kleinere Betriebsrente hat auch Vorteile

Für Betriebsrenten müssen Sie im Alter Krankenkassenbeiträge zahlen, aber nicht für alle. Wenn Ihre Betriebsrente im Alter unter einer bestimmten Grenze bleibt (152 Euro im Monat, Stand heute, Tendenz steigend) und Sie keine weiteren Versorgungsbezüge wie etwa eine Witwenrente erhalten, entfällt dafür der Krankenkassenbeitrag.

In der Regel schickt Ihnen der private Rentenversicherer einmal jährlich eine Standmitteilung. Dort können Sie ablesen, wie hoch die spätere Rente ausfallen würde, falls Sie weiterhin so viel einzahlen wie bisher. Steht dort ein Betrag von weniger als 150 Euro, können Sie erstmal abwarten. Ihr Vertrag lohnt sich.

Erfreulich: Schon bald könnte sich diese Grenze auf 250 Euro erhöhen! Das wäre eine große Entlastung für alle Betriebsrentner. Die Große Koalition diskutiert gerade darüber.

2. Prüfen Sie so, ob Ihr Vertrag zu teuer ist

Gibt Ihr Arbeitgeber nur wenig zur Betriebsrente hinzu, lohnt sie sich nur bei niedrigen Vertragskosten. Die Finanztip-Faustregel lautet: Nach Abzug aller Kosten sollte ein guter Vertrag eine jährliche Rendite von 2 Prozent erreichen (Nettorendite). Im Ratgeber Betriebsrente beschreiben wir genau, wie Sie das für Ihren Vertrag ausrechnen können, und geben Ihnen ein Beispiel und eine Excel-Tabelle dafür an die Hand.

3. Schlechter Vertrag: Das können Sie tun

Sie haben Ihren Vertrag geprüft und kommen zu dem Ergebnis, dass er sich eigentlich nicht lohnt? Dann sollten Sie versuchen, nachzubessern. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Chef und überzeugen Sie ihn, mehr als bislang zu Ihren Beiträgen dazuzugeben. 15 Prozent Zuschuss sind ab 2019 ohnehin Pflicht – versuchen Sie, mehr herauszuholen. Fragen Sie außerdem nach, ob er nicht einen rentableren Vertrag suchen kann. Dabei kann ein Honorarberater helfen.

Müssen Sie mit dem alten Vertrag weitermachen, reduzieren Sie zumindest die Einzahlungen soweit, dass Sie am Ende keine Krankenkassenbeiträge auf die Rente zahlen müssen. Ganz miese Verträge sollten Sie ruhend stellen, also Ihre Zahlungen komplett einstellen. Das bereits ersparte Guthaben verzinst sich weiter, die Verwaltungskosten fallen leider auch weiter an. Sorgen Sie notfalls anders fürs Alter vor, zum Beispiel mit einem Riester-Vertrag oder einem Sparplan auf Aktien-Indexfonds (ETFs).

Was bei einem Jobwechsel zu beachten ist und alle weiteren Details zur betrieblichen Altersvorsorge lesen Sie im Ratgeber.

Zum Ratgeber

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren“:

1.   Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2.   Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3.   Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4.   Internet: Günstiger – und auch schneller
5.   Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6.   Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7.   Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8.   Hausrat: Füttern Sie nicht den Versicherer
9.   Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So sichern Sie sich gegen Schäden

 

Daniel Pöhler
Autor

Stand:

Daniel Pöhler arbeitet am Newsletter und wirkt als stellvertretender Textchef an der sprachlichen Qualität der Finanztip-Texte mit. Seine redaktionellen Schwerpunkte sind Mobilität und Digitales. In seinem Volontariat bei einem Münchner Fachmagazin hat er erfahren, wie die Telekommunikations-Branche und der Handel ticken. Daniel hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

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