Frau im Supermarkt
Bild: Aja Koska / GettyImages

Im März lag die Inflation in Deutschland so hoch wie seit den Achtzigerjahren nicht mehr. Nach ersten Schätzungen waren die Preise 7,3 Prozent höher als vor einem Jahr. Wichtigste Ursache bleibt Russlands Angriff auf die Ukraine: Dadurch stiegen die Energiepreise bis März um fast 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Wirtschaftsweisen erwarten deshalb nur noch 1,8 Prozent Wachstum für 2022. Und wenn das russische Gas nicht mehr fließe, sei sogar eine Rezession zu erwarten.

Gegen die hohen Preise an sich lässt sich kaum etwas tun. Aber es ist eine gute Gelegenheit, Kostentreiber zu finden – und abzustellen.

Überblick verschaffen

Um sparen zu können, musst Du zunächst wissen, wo Monat für Monat Dein Geld bleibt. Die Miethöhe ist den meisten bewusst, aber weißt Du spontan, wie viel Du für Lebensmittel ausgibst? Oder für Kleidung? Es klingt altbacken, ist aber effektiv: Das Haushaltsbuch. Schreibe Deine Ausgaben auf und stelle sie den Einnahmen gegenüber. Viele sind überrascht, wie viel sie ausgeben.

Unser Tipp: Setze Dir monatliche Budgets. So gibst Du nicht aus Versehen mehr aus, als Du Dir leisten kannst oder willst. Dafür ist es hilfreich, ein oder mehrere Girokonten zu führen für regelmäßige Einnahmen und Ausgaben – sowie ein Tagesgeldkonto für die Rücklagen.

Ungenutztes und Überflüssiges kündigen

Die meisten von uns zahlen für Angebote, die sie nicht mehr nutzen: Das Wochen-Magazin, das ungelesen auf dem Stapel landet, das Streaming-Abo, von dem man nicht mal mehr das Passwort weiß. Miste auch Versicherungen aus – viele sind überflüssig.

Am besten nimmst Du Dir die Kontoauszüge eines Jahres vor und schaust sie mal in Ruhe durch. Bei Onlinekonten kannst Du sie leicht als Tabelle runterladen.

Tankstelle
Bild: Rolf Poss / IMAGO

Ausgaben für Haushaltsenergie senken

Einige Energieversorger haben die Preise nur leicht erhöht, andere dreist zugelangt. Vergleiche unbedingt Deinen aktuellen Tarif für Strom oder Gas mit anderen Anbietern. Wir haben unsere Energierechner an die neue Lage angepasst (siehe Beitrag unten).

Schöpfe Deine Möglichkeiten aus, um Energie zu sparen. Die besten 24 Tipps haben wir kürzlich zusammengestellt. Wie Dein Eigenheim unabhängiger von teurer fossiler Energie wird, liest Du hier.

Gebraucht statt neu kaufen

Du kannst viel sparen, wenn Du Gebrauchtes kaufst. Erstes Beispiel: Handys. Im Schnitt geben Menschen in Deutschland für ein neues Gerät über 500 Euro aus. Günstiger sind aufbereitete Smartphones bei speziellen Onlinehändlern. Wenn Dich kleine Schönheitsfehler nicht stören, sparst Du schon mal 200 Euro. Garantie gibt es trotzdem.

Das Gleiche gilt für Kleidung. In Second-Hand-Shops oder auf Seiten wie Vinted findest Du Gebrauchtes, etwa für den Frühling. Übrigens kannst Du dort auch verkaufen, was Du selbst nicht mehr trägst. Doch nicht nur Kleidung und Handys lassen sich gut gebraucht kaufen und verkaufen – auch Möbel, Bücher und anderes.

Auf das (neue) Auto verzichten

Bei den aktuellen Spritpreisen würden viele ihr Auto wahrscheinlich gerne mal stehen lassen. Doch viel teurer als Sprit ist ein anderer Posten: Wer etwa einen Golf (1,5-Liter-Benziner) neu kauft und im Jahr 15.000 Kilometer fährt, hat monatliche Kosten von rund 680 Euro – rund die Hälfte davon ist reiner Wertverlust. Auf Sprit entfallen dagegen knapp 150 Euro.

Willst Du Dir ein Auto kaufen, schaue also lieber nach einem guten Gebrauchten, der schon einiges an Wert verloren hat, aber noch nicht ständig in die Werkstatt muss.

Übrigens: Es ist nicht jeder gleich betroffen von der Inflation. Mit diesem Rechner kannst Du Deine persönliche Inflationsrate abschätzen.

Zum Ratgeber Inflation

Nicolas Heronymus
Autor

Stand:

Nicolas Heronymus schreibt im Newsletter über die wichtigsten aktuellen Geldthemen. Nicolas hat bei Finanztip volontiert und dabei auch zwei Monate bei Zeit Online hospitiert. Vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.

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