Ukrainische Flüchtlinge
Bild: Carsten Koall / dpa

Mehr als 3,5 Millionen Menschen sind seit Kriegsbeginn aus der Ukraine geflüchtet. Rund 200.000 sind bislang in Deutschland angekommen – die meisten treffen am Berliner Hauptbahnhof ein. Aber auch an den Bahnhöfen in München, Hamburg oder Hannover sorgen unzählige Helfer jeden Tag für die erste Versorgung der Geflüchteten, bevor es weiter in eine Unterkunft geht. Wenn Du Dich fragst, wie Du Ankommenden helfen kannst, findest Du hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Punkt 1: Geflüchtete bei sich aufnehmen

Viele haben bereits Geflüchtete in ihrer Wohnung aufgenommen. Willst auch Du ankommenden Menschen auf diese Weise helfen, solltest Du die folgenden Punkte beachten:

Auch Mieter dürfen zeitweise Menschen beherbergen, ohne die Erlaubnis des Vermieters einzuholen. Das ist in der Regel für sechs bis acht Wochen möglich, weil die Unterbringung für einen solchen Zeitraum als Besuch gilt. Bleiben die Geflüchteten länger, musst Du vom Vermieter die Erlaubnis einer Untervermietung einholen. Ein Musterschreiben findest Du etwa beim Berliner Mieterverein.

Hast Du Wohnraum zur Verfügung, kannst Du ihn auf der Website von #Unterkunft Ukraine anbieten. Das Projekt wurde vom Elinor Netzwerk und der GLS Bank gestartet, das Bundesinnenministerium ist Kooperationspartner. Die Mitarbeiter des Projekts kontaktieren Dich, sobald sich Geflüchtete mit entsprechendem Bedarf gemeldet haben und vermitteln zwischen Euch. Antworten auf weitere Fragen findest Du auf der FAQ-Seite der Plattform.

Unser Service für Flüchtlinge und Helfer

Du hast Geflüchtete aufgenommen? Oder Du kennst jemanden, der gerade hier angekommen ist? Auf finanztip.de/ukraine findest Du laufend aktualisierte Informationen auf Deutsch, Ukrainisch und Russisch, die den Start erleichtern.

Wie es danach weitergeht, erklären wir im neuen Finanztip-Podcast „Startkapital“. Mit konkreten Tipps rund um Arbeitssuche, Konto und Wohnung. Jetzt reinhören!

Punkt 2: Registrierung und Anträge

Geflüchtete aus der Ukraine erhalten in der EU einen vorübergehenden Schutz. Ein Asylantrag ist nicht nötig. Um Schutz zu bekommen, müssen sie aber einen Aufenthaltstitel beantragen. Zuständig ist die Ausländerbehörde. Der Aufenthaltstitel gilt zunächst ein Jahr und kann auf bis zu drei Jahre verlängert werden. Wer seit dem 24. Februar eingereist ist, hat bis zum 23. Mai Zeit für den Antrag. Ukrainer mit einem biometrischen Reisepass können sich länger Zeit lassen, weil sie sich ohnehin 90 Tage ohne Visum in der EU aufhalten dürfen. Weitere Antworten gibt das Bundesinnenministerium auf dieser Website.

Hauptbahnhof
Bild: IMAGO / Sven Simon

Punkt 3: Geld, Konto, Medizin

Die meisten Geflüchtete kommen zwar mit Geld in der Tasche oder auf dem Konto, kommen hier aber nicht an Euro: Zum einen ist die ukrainische Währung Hrywnja wegen des Krieges fast wertlos, deshalb tauschen sie viele Wechselstuben nicht mehr. Zum anderen sind Abhebungen am Geldautomaten zurzeit oft nicht möglich, weil ukrainische Banken sie nicht abwickeln können.

Da Geflüchtete mit Aufenthaltstitel in Deutschland arbeiten dürfen und Sozialleistungen erhalten können, empfiehlt sich die Eröffnung eines deutschen Kontos. Banken müssen jedem Antragsteller mindestens ein Basiskonto anbieten. Interessierte brauchen dafür eine ukrainische „Identity Card“ oder einen Reisepass, aber keinen festen Wohnsitz.

Übrigens: Geflüchtete aus der Ukraine haben auch Anspruch auf medizinische Versorgung. Weitere Informationen dazu gibt das Bundesgesundheitsministerium in einem speziellen FAQ-Bereich.

Punkt 4: Kostenlos unterwegs, umsonst telefonieren

Es gibt für Geflüchtete einige kostenlose Angebote: Sie können Züge der Deutschen Bahn sowie Bus und Bahn in den Städten umsonst nutzen. Für die Bahn ist an der Grenze nur ein ukrainischer Ausweis oder ein Aufenthaltsnachweis nötig. Wer kostenlos weiterreisen möchte, kann sich in jedem DB-Reisezentrum ein „helpukraine“-Ticket ausstellen lassen.

Telekom, O2 und Vodafone geben kostenlose SIM-Karten für Geflüchtete aus. Sie können damit gratis telefonieren, SMS schreiben und surfen. Auch Anrufe in die Ukraine kosten nichts. Die Ausgabe erfolgt je nach Anbieter über eigene Shops oder öffentliche Stellen.

Viele gute Tipps findest Du auch auf der Plattform „Handbook Germany“ und in unserem Ratgeber Ukraine.

Zum Ratgeber

Nicolas Heronymus
Autor

Stand:

Nicolas Heronymus war bis Sommer 2022 Redakteur im Newsletter-Team von Finanztip und schrieb über die wichtigsten aktuellen Geldthemen. Nicolas hat bei Finanztip volontiert und dabei auch bei Zeit Online hospitiert. Vor Finanztip sammelte er erste Erfahrungen in der Finanz- und Versicherungswelt. Er hat Politikwissenschaft in Lüneburg, Berlin und Rom studiert.

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