Entlastungspaket Nummer 3 bringt den nächsten Schwung an Maßnahmen, um die Menschen in Deutschland bei Energiepreisen und Inflation zu unterstützen. Ein Teil ist schon konkret, Vieles aber auch noch unklar, vor allem wenn es um das „Wie“ und „Wann“ geht. Trotzdem lohnt sich für Dich schon jetzt ein Blick auf die geplanten Neuerungen. Das bringt Dir das Entlastungspaket …

… als Geringverdiener:

Wohngeld

Wenn Du Wohngeld bekommst, erhältst Du als „Heizkostenzuschuss II“ einmalig 415€ für einen 1-Personen-Haushalt, 540€ für 2 Personen plus 100€ für jede weitere Person. Nach der Auszahlung soll dieser Betrag dann dauerhaft in das Wohngeld eingebaut werden. Außerdem sollen die Voraussetzungen, dass Du überhaupt Wohngeld bekommen kannst, deutlich gesenkt werden. Ob Du jetzt schon oder nach der Ausweitung Anspruch auf Wohngeld hast, lässt sich nicht pauschal sagen – geh dazu am besten mal unseren Wohngeld-Ratgeber durch.

Midi-Jobber

Beim Mini-Job darfst Du ab Oktober maximal 520€ brutto im Monat verdienen. Beim Midi-Job waren es bisher 1.300€. Diese Grenze wird am 1. Oktober auf 1.600€ und am 1. Januar sogar auf 2.000€ erhöht. Heißt: Du darfst jetzt mehr Geld per Midi-Job verdienen, für das Du weniger Sozialversicherungsbeiträge bezahlst als bei einem normalen Job.

ALG 2 und Sozialgeld

Diese Modelle werden am 1. Januar 2023 durch das neue Bürgergeld abgelöst, das sich auf ca. 500€ pro Monat belaufen soll.

… als Student:

Du bekommst eine Einmalzahlung von 200€. Hier ist noch ungeklärt, wie und wann Du das Geld bekommst. Und es gibt Spezialfälle, wenn Du z. B. studierst (=Anspruch auf 200€ Einmalzahlung) und eine Waisenrente bekommst (=Anspruch auf 300€ Einmalzahlung für Rentner). Lösungen für solche Fälle sind derzeit noch in Ausarbeitung. Rechne auf jeden Fall damit, dass Du nur einmal einen Zuschuss bekommst.

… als Familie mit Kindern:

Zum 1. Januar 2023 wird das monatliche Kindergeld um 18€ für das erste und zweite, um 12€ für das dritte Kind erhöht. Allerdings nur für 2023 und 2024. Macht bei 3 Kindern +576€ im Jahr. Dann gibt es noch den Kinderzuschlag für Familien mit niedrigen Einkommen. Hier geht’s rauf von 229€ auf 250€ pro Monat und Kind. Macht bei drei Kindern dann zusätzlich zum Kindergeld nochmal +756€ im Jahr.

… Rentner oder Pensionär:

Bisher noch außen vorgelassen, bekommen Rentner und Pensionäre (des Bundes) mit dem neuen Entlastungspaket jetzt auch eine Energiepauschale in Höhe von 300€. Auch das Datum für die Auszahlung steht schon fest: Am 1. Dezember 2022 sollen die 300€ von der Deutschen Rentenversicherung ausbezahlt werden. Wenn Du im Ruhestand angestellt bist, wirst Du die Pauschale nicht doppelt kassieren können. Und versteuert werden müssen die 300€ ebenfalls. 

… als Steuerzahler und Stromkunde:

Die vermutlich größte Entlastung für die meisten Menschen: Die Einkommensteuer soll gesenkt werden. Wie genau ist leider noch nicht bekannt, denkbar ist aber eine Erhöhung des Grundfreibetrags, der 2022 bei 10.347€ liegt. Auf Einnahmen bis zu dieser Höhe zahlst Du überhaupt keine Steuern. Je stärker er angehoben wird, desto mehr Steuern sparst Du in Zukunft. 

Auch gegen die steigenden Strompreise soll etwas getan werden – hier ist vor allem noch unklar, welche Strommenge Du zukünftig zu einem günstigeren Preis bekommst. Das wäre ein Hoffnungsschimmer angesichts dessen, dass auch die Strompreise extrem steigen. Die Regierung rechnet hier derzeit mit 140€ Ersparnis pro Jahr für einen Single und 308€ für eine Familie mit zwei Kindern.

Fazit

Je weniger Du hast, desto mehr Geld gibt es für Dich. Als klassischer Arbeitnehmer in der Mittelschicht gibt es entsprechend weniger Entlastung. Zumindest, solange die Maßnahmen Strompreisbremse und Einkommensteuertarif noch nicht konkret sind. Bis dahin legen wir Dir nochmal unsere besten Tipps zum Energiesparen ans Herz.

Markus Grimm
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