Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV Helmut Schleweis
Helmut Schleweis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes DSGV. (Bild: Boris Roessler / dpa)

600 Millionen Euro haben die Sparkassen vergangenes Jahr zusätzlich an Provisionen eingenommen – ein Plus von mehr als 8 Prozent. Den höchsten Anteil haben Gebühren fürs Girokonto und das Kartengeschäft. Auffällig ist: Nicht nur die Gebühren sind gestiegen, sondern auch der Sparkassen-Gewinn – und zwar um über 7 Prozent. Das geht aus der Bilanz hervor, die der neue Präsident des Sparkassen- und Giroverbands, Helmut Schleweis (Foto oben) am Mittwoch in Frankfurt präsentierte. Den Kunden solle ein gutes Girokonto „mindestens so viel wert sein wie ein Netflix-Abonnement“. Wir meinen: Kunden könnten auch ein weitgehend kostenloses, gutes Konto wählen – und sich das Netflix-Abo vom Ersparten finanzieren.

In den 600 Millionen Euro Provisionen stecken auch Einnahmen aus Wertpapiergeschäften. Deren Anteil stieg über alle Sparkassen sogar um 17 Prozent. Nehmen wir als Beispiel den meistverkauften Aktienfonds der Sparkassen Fondsgesellschaft, „Deka-Dividendenstrategie“: Hat man davon 10.000 Euro im Depot, kostet das Jahr für Jahr 143 Euro Gebühren, die von der Rendite abgehen. Beim Kauf zahlen Filialkunden für diese Anlage einmalig 375 Euro Ausgabeaufschlag. Folgen Sie dagegen den Finanztip-Empfehlungen und setzen auf ETFs und Onlinedepots, entfällt der Großteil dieser Kosten. Vor allem die jährliche Gebühr beträgt bloß ein Siebtel davon. Mit der Ersparnis lässt sich nicht nur Netflix finanzieren, sondern gleich auch noch den Rundfunkbeitrag.

Zum Ratgeber

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT