Gluebirnen
Foto: sergeyryzhov, iStock.com

Ab 1. September dürfen keine Halogenlampen mit klassischem Schraubsockel in der EU mehr neu in den Handel gebracht werden. Händler dürfen ihre Restbestände noch verkaufen. Dasselbe gilt für die kleinen Halogen-Pins (G4- oder GY6.35-Fassung).

Doch das ist kein Grund, nun zu hamstern. Denn es gibt mit der LED-Technik exzellenten Ersatz – der auch noch Geld spart. Selbst für Kerzen oder Birnen, die dekorativ aussehen sollen. Sogar für den Kronleuchter gibt es LED-Lampen, die das Aussehen der alten Glühfaden-Kerzen nahezu perfekt imitieren (siehe auch die LED-Birne links im Bild).

Lange war der LED-Ersatz teuer, machte schlechtes Licht und sah hässlich aus. Doch es hat sich viel getan: Die LED-Lampen sind günstiger geworden, das Licht wärmer. Wollen Sie eine 100-Watt-Glühbirne durch Halogen ersetzen, brauchen Sie etwa 80 Watt. Nehmen Sie eine Energiesparlampe, sind es um die 20 Watt, bei einer LED reichen etwa 13 Watt.

Selbst wenn Sie nur kleine Halogenbirnen tauschen, rentiert sich das oft schon nach einem Jahr. Ein Beispiel: Statt 30 Watt Halogen nur noch 5 Watt LED. Bei zweieinhalb Stunden Betrieb pro Tag sparen Sie jährlich gut 6 Euro Stromkosten. Die LED-Birne bekommen Sie günstiger.

Abhilfe für verwaschene Farben und Dimmer-Probleme

Leider wirken satte Farben, vor allem Rot, unter LEDs oft verwaschen. Wenn Sie das stört – zum Beispiel beim Kochen oder Ankleiden –, dann achten Sie auf den Index für Farbwiedergabe („Ra“ oder „CRI“). Er sollte über 90 liegen. Besonders gut macht das die Serie „HD95“ von Müller-Licht, mit einem Ra-Wert von 95. Aber auch Ledon, Melitec oder Ikea zum Beispiel bieten Modelle mit hoher Farbtreue.

Probleme machen leider auch Dimmer. Die meisten LEDs sind nicht dimmbar. Auch die dimmbaren harmonieren laut Stiftung Warentest nicht mit jedem Dimmer. Es gibt allerdings etwas teurere LED-Lampen, die bereits eine Funktion zum Dimmen eingebaut haben. Die wird durch mehrfaches Tippen auf den Lichtschalter gesteuert.

Der große Vorteil der LEDs ist dagegen ihre kompakte Form: Wer nicht nur die „Glühbirne“, sondern gleich die ganze Lampe tauscht, findet viele schöne Varianten – vor allem für Küche und Bad. Und spart Strom.

Matthias Urbach
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Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

13 Kommentare

  1. Hallo Herr Urbach,

    ich vermisse Ihre Antwort zu der Frage über Leuchtmittelwechsel von Halogen zu LED-Leuchtmittel in Deckenspots! Jede Halogenlampe hat einen Trafo, bei LED ist wie bei der Glühlampe keiner drin (meines wissens)! Um bei 42 Deckenspots nur das Leuchtmittel zu tauschen, in 7 Räumen,samt Flur wären demnach 7 Trafos zu entfernen, Kabel zusammenschließen, fertig oder?

    1. Hallo Herr Sedlmaier, ich verstehe Ihre Frage nicht ganz. Es gibt 12V-Deckenspots in LED-Technik, die also auch mit einem Trafo versorgt werden. Dabei entsteht leider oft das Problem, dass der Trafo nicht richtig funktioniert, weil zu wenig Strom von den LEDs gezogen wird. Dann muss man leider auch den Trafo tauschen. Ein Trick dagegen ist, eine Halogenlampe drin zu lasssen und den Rest mit LED-Technik laufen zu lassen. (Die Halogenspots sind ja weiter zu kaufen.)

    1. Naja, schon. Es kommt auf die Dauer des Betriebs am Tag, die eingesparte Watt-Leistung und dann den Preis an.

      Im Text hatte ich ja ein Sparbeispiel gegeben:
      „Statt 30 Watt Halogen nur noch 5 Watt LED. Bei zweieinhalb Stunden Betrieb pro Tag sparen Sie jährlich gut 6 Euro Stromkosten. Die LED-Birne bekommen Sie günstiger.“

      In der Regel sollte eine LED schon 5 bis 10 Jahre halten, mit etwas Glück auch 20 Jahre. (Die Lampenstunden sind ja auch angegeben.) Bleiben Sie defensiv bei fünf Jahren, dann dürften Sie 30 Euro im obigen Beispiel für die Lampe ausgeben. Bei zehn Jahren wären es also 60 Euro. Dafür kriegen Sie schon was. Und meist sind diese Küchen-, Bad- oder Flurbeleuchtungen auch deutlich Watt-stärker.

  2. Vielen Dank für den Hinweiß mit dem blauen Licht auch beim Fernsehen. Es wurden schon in den 60 ger Jahren sogenannte Fernsehleuchten (2X15 W) hinter dem Fernsehgerät angeklammert.

    1. Ja richtig, es gibt Hinweise, dass hohe blaue Lichtanteile in LED-Licht ein Problem sein könnten. Aber erstens ist der Blauanteil in den aktuellen LEDs schon deutlich geringer, und zweitens ist das vor allem ein Thema für Computermonitore und Smartphones.

      Hier zwei gut recherchierte Artikel:
      https://www.heise.de/ct/artikel/Blaulicht-bei-Smartphone-Displays-Ernstzunehmende-Sirene-oder-Fehlalarm-3898603.html
      https://www.spektrum.de/news/schaden-bildschirme-den-augen/1560572

  3. Mal eine andere Frage: LEDs flackern ja immer – gute zwar weniger bzw. mit höherer Frequenz als schlechtere, aber immer so, dass sie als Leselicht am Bett ungeeignet sind, weil das Gehirn dieses Flackern immer wahrnimmt. So hieß es zumindest noch vor 1-2 Jahren. Ist das nun besser geworden, oder gilt diese Aussage immer noch? Falls ja, dann ist dies m. E. ein signifikanter Grund für das „Hamstern“. Denn gute Alternativen gibt es m. W. nicht, und man liest ja nicht jeden Abend stundenlang, als dass sich die Energieersparnis im Geldbeutel schnell bemerkbar machen würde. Außerdem traue ich den Haltbarkeitsangaben für LED-Lampen nicht. Ok, die LEDs selbst halten vielleicht so lange, aber die ebenfalls eingebaute Trafo-Elektronik nicht. Hatte schon zwei LED-(Früh-)Ausfälle (Osram), und bei beiden war es nicht die LED selbst, sondern die Elektronik.

  4. Grundsätzlich gehört zur Umrüstung von 12V-Halogen-Stiftleuchten (G4, GU5,3) auf LED auch ein Tausch des Trafos: die LED brauchen nur einen Bruchteil der Leistung von Halogen-Leuchten, der für Halogen dimensionierte Trafo ist damit „zu groß“ und führt dazu, dass die LED entweder gar nicht einmal leuchten, der Trafo hörbar brummt oder aber die LED heftig flackern, bis sie dann nach kurzer Zeit „den Geist aufgeben“.

    Ist ein neuer Trafo im Verhältnis zum Gerätepreis recht teuer (IKEA-Schreibtischlampe aus den 90ern) oder der Trafo schwer erreichbar (Dunstabzugshaube…) kann es gerade bei selten genutzter Beleuchtung attraktiv sein, sich lieber eine Handvoll G4-Halogen-Stiftleuchten für alle Fälle „aufs Lager“ zu legen und die betroffenen Geräte erst in ferner Zukunft zu ersetzen statt heute aufwändig umzurüsten.

  5. Wenn der Dimmer nur eine „normaler“ Spannungsteiler ist geht es nicht. Bei einem heute „üblichen“ Phasenan(/ab)schnittsdimmer funktionieren z.B. die seit 4 Jahren über Melitec (Aldi-Nord) verkauften E27 LED-„Birnen“ (z.T. Testsieger) einwandfrei.
    Bei einer Stromersparnis von ca. 80% stellt sich auch die Frage ob man unbedingt die vielen Dimmer benötigt und nicht gleich LED-Leuchtmittel mit der passenden Lumenzahl einsetzt.

  6. LED sind absolut noch keine Alternative zu Halogenlampen. Ich habe in 5 Zimmern Dimmer eingebaut, teilweise in drei unabhängigen Lichtschaltern., je zweimal je Zimmer. Wie beschrieben, lassen sich auch die teuersten LED damit nicht dimmen. Wenn ich nun gezwungen werde, neue Dimmer einzubauen, wobei der Elektriker nicht einmal garantieren kann, ob und mit welchen LED sie dann überhaupt wirklich funktionieren, kostet mich das deutlich mehr, als ich laut den einschlägigen Kalkulationen in zehn Jahren sparen kann. Sorry, ich lege mir lieber Halogenvorräte an.

      1. Wie im Artikel beschrieben: Es gibt bereits LEDs, die den Halogenlampen in Farbtreue kaum nachstehen. Die Halogenlampen haben im übrigen selbst schon eine etwas schlechtere Farbtreue als Glühlampen. Und es gibt Halogenlampen, die schlechter sind als gute LEDs.

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