Zufriedene Rentner
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Bekommen Sie eine Betriebsrente? Dann gibt es Hoffnung auf finanzielle Entlastung für Sie! Am Mittwoch machte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach einen konkreten Vorschlag, wie man die Abgabenlast für rund fünf Millionen Betriebsrentner senken könnte.

Es geht um Lebensversicherungen vom Chef, auch Direktversicherungen genannt. Das Problem: Seit der Gesundheitsreform von 2004 zahlen viele den vollen Krankenkassenbeitrag auf die Rente (also den Anteil von Arbeitnehmer und Arbeitgeber). Wenn Sie Ihre Direktversicherung 2004 oder früher abgeschlossen haben, dann wurden Ihnen von Ihren Beiträgen bereits Krankenkassenabgaben abgezogen. Sie werden also zweimal abkassiert.

Der Lösungsvorschlag der SPD: Alle, die eine Rente aus einer Direktversicherung beziehen, zahlen nur noch den Arbeitnehmeranteil zur Krankenkasse. Außerdem bleiben zunächst gut 152 Euro monatliche Rente in jedem Fall frei von Sozialabgaben. Wer mehr Rente bezieht, soll künftig nur noch auf den Anteil oberhalb des Freibetrags Abgaben zahlen müssen.

Das Thema wurde noch nie so konkret diskutiert wie jetzt. Wir finden diesen Vorschlag sinnvoll und halten Sie auf dem Laufenden.

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5 KOMMENTARE

  1. In ihrer Artikelüberschrift ist von Betriebsrentnern im Allgemeinen die Rede. Im Artikel scheint sich das Ganze nur noch auf Lebensversicherungen zu beziehen. Soll die Änderung auch für Betriebsrentner gelten, die eine Rente z.B. aus einer Unterstützungskasse beziehen? Die zahlen zur Zeit ebenfalls den Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeitrag auf die Betriebsrente. Besonders bei Einmalzahlungen ist das Modell sehr unattraktiv, da die Beitragsbemessungsgrenze nicht greift und die Sozialabgaben über 10 Jahre verteilt kassiert werden. Eine Einmalzahlung von z.B. 250000 € würde mit dem Höchstsatz besteuert werden plus doppelte Sozialabgaben. Dann bleiben am Ende weit unter 50% der Einmalzahlung übrig.

    • Guten Tag Christoph,

      ins Rollen kam ja alles, nachdem die Linke einen entsprechenden Antrag in den Bundestag einbrachte. Dort ging es ursprünglich darum, all jene zu entlasten, die in Anspar- und Rentenphase Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf Beiträge bzw. spätere Renten bezahlen. Dies betrifft in erster Linie Direktversicherte, die ihren Vertrag 2004 oder früher geschlossen haben und diejenigen, die ihren bAV-Vertrag selbstständig aus dem Nettogehalt weiter bespart haben. Betroffen ist auch, wer über die Jahre „zu viel“ Gehalt umgewandelt hat, das dann ebenfalls nicht mehr sozialabgabenfrei in den Vertrag floss. Wie viele Leute dies jedoch am Ende betrifft, ist offenbar schwer zu sagen.

      Weil genaue Zahlen schwer zu bestimmen sind und weil die Krankenkassen derzeit finanziell wieder recht gut dastehen, geht es mittlerweile m.E. darum, Betriebsrentner allgemein zu entlasten. Die Idee, einen echten Freibetrag für die Beitragspflicht einzuführen, würde dann wohl allen zugutekommen. Abgaben an die Krankenkasse würden dann nur noch für Beträge anfallen, die über 152,50 Euro pro Monat liegen. Auch die Idee, die Krankenkassenbeiträge auf die Betriebsrenten auf den Arbeitnehmerbeitrag zu reduzieren, scheint so gemeint zu sein, als solle sie allen Betriebsrentnern zugutekommen.

      Nicht diskutiert wurde bislang die Frage, ob die Abgaben nur auf echte Rentenzahlungen oder nach wie vor auch auf Einmalzahlungen (gestreckt über 10 Jahre) entfallen. Ich gehe daher nicht davon aus, dass sich an dieser Stelle etwas ändert.

      Mehr wissen wir aber tatsächlich erst, wenn die Parteien das intern diskutiert haben und ein echter Gesetzesentwurf vorliegt.

      Wir behalten das Thema im Blick.

      Beste Grüße,
      Sara Zinnecker

  2. Ja, genau das frage ich mich auch: Soll das für alle Betriebsrenten, also z.B. auch Pensionsfonds gelten oder nur für Lebensversicherungen?
    Interessant ist auch die Tatsache, dass die SDP etwas abschaffen will, was ihre Gesundheitsministerin Ulla Schmidt eingeführt hat.

  3. Es werden sogar auf selbst finanzierte Gehaltsumwandlung nach einer Einmalzahlung über
    10 JAHRE zusätzliche Krankenkassenbeiträge erhoben!Welche UNGERECHTIGKEIT!!!

  4. Es wäre verständlicher gewesen, wenn sie in ihrem Artikel den SPD Vorstoß genauer beschrieben hätte.
    Dort heisst es nämlich, betroffen sind Betriebsrenten unter anderem Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen.

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