Studenten
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Knapp eine halbe Million junge Menschen in Deutschland beginnen jährlich zum Wintersemester ein Studium. Du gehörst dieses Jahr auch dazu? Dann geht es ja in Kürze los. Bevor Du Dich ins Uni-Leben zwischen Vorlesungen und WG-Partys stürzt, solltest Du ein paar finanzielle Punkte klären. Hier die wichtigsten Tipps:

1. Finanzielle Hilfe vom Staat nutzen

Auch wenn Du schon volljährig bist: Ist das Studium Deine erste Berufsausbildung, erhalten Deine Eltern weiter Kindergeld oder können den Kinderfreibetrag nutzen, bis Du 25 bist. Dabei spielt es keine Rolle, ob Du noch zuhause lebst. Wichtig: Deine Eltern müssen das Kindergeld beantragen.

Können Dich Deine Eltern nicht ausreichend finanziell unterstützen, hilft der Staat mit Bafög aus. Bis zu 861 Euro pro Monat sind drin. Ab diesem Jahr gibt es höhere Freibeträge für das Einkommen Deiner Eltern. Wenn Du kein Bafög bekommst, hast Du vielleicht Anspruch auf Wohngeld.

2. Nicht zu viel jobben

Natürlich kannst Du Dir mit einem Nebenjob etwas dazuverdienen. Bis zu 450 Euro im Monat werden pauschal und dadurch nur gering besteuert. Bis zu diesem Betrag wird auch das Bafög nicht gekürzt.

Du solltest aber die Verdienstgrenze für die Familienversicherung im Auge behalten. Verdienst Du nämlich zu viel, bist Du nicht mehr kostenlos über Deine Eltern kranken- und pflegeversichert. Je nach Krankenkasse zahlst Du für eine eigene Versicherung im Schnitt 112 Euro im Monat.

 

Studis in der WG-Küche
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3. Stipendium beantragen oder Kredit aufnehmen

Mit einem Stipendium kannst Du ebenfalls Dein Studium finanzieren. An vielen Hochschulen gibt es etwa das Deutschlandstipendium. Damit bekommst Du 300 Euro monatlich – zusätzlich zum Bafög. Als Erstsemester kannst Du Dich an vielen Unis noch bis kurz vor Studienstart einfach online dafür bewerben. Es zählen nicht nur gute Noten, sondern auch gesellschaftliches Engagement. Auch viele private oder parteinahe Stiftungen bieten Stipendien an.

Als letzte Option zur Finanzierung kannst Du auch einen Studienkredit ins Auge fassen. Deutschlandweit und unabhängig vom Studiengang bietet allerdings nur die staatliche Förderbank KfW* einen solchen Kredit an.

4. Studi-Vorteile nutzen

Als Studierende erhältst Du nicht nur im Kino oder im Theater Rabatt. Auch beim Online-Shopping gibt es immer wieder Vorzüge. Websites wie „Unidays“ bieten eine Übersicht, wo Du sparen kannst. Auf Laptops und Tablets bekommst Du bei notebooksbilliger◦de einen Rabatt. Grundsätzlich gilt aber: Vergleiche die Preise mit dem normalen Handel, am besten über unsere Empfehlungen Idealo* oder billiger.de*.

Software wie das Microsoft-Office-Paket erhältst Du für die Zeit Deines Studiums häufig sehr günstig oder gar kostenlos über Deine Hochschule. Und auch Streamingdienste wie Spotify oder Amazon Prime Video haben einen Studierendenrabatt. Oft zahlst Du nur den halben Preis.

Du bekommst Bafög und bist zuhause ausgezogen? Dann kannst Du Dich auch vom Rundfunkbeitrag befreien lassen. In einer WG geht das aber nur, wenn alle Mitbewohnerinnen Bafög erhalten.

5. Ummelden nicht vergessen

Falls Du fürs Studium umgezogen bist, solltest Du Deine neue Wohnung als Erst- und nicht als Zweitwohnsitz anmelden. In vielen Städten zahlst Du sonst eine Zweitwohnsitzsteuer von meist 10 Prozent der Kaltmiete.

Nach dem Einzug in Deine neue Wohnung ist Strom direkt verfügbar. Denn Du bist automatisch in der Ersatzversorgung des örtlichen Grundversorgers. Doch diese ist sehr teuer. Deswegen solltest Du möglichst schnell wechseln. Günstige Anbieter findest Du mit dem Finanztip-Stromrechner. Auch bei Gas oder Internet solltest Du vergleichen. Prüfe außerdem, ob Du noch weiter über Deine Eltern haftpflichtversichert bist. Eine eigene Versicherung gibt es ansonsten ab 5 Euro im Monat.

Timo Halbe
Autor

Stand:

Timo Halbe ist freier Autor bei Finanztip. Er hat an der TU Dortmund Wirtschaftspolitischen Journalismus studiert und sein Volontariat bei Finanztest von der Stiftung Warentest absolviert. Seitdem schreibt er als freier Journalist zu allen möglichen Dingen rund um Finanzen.

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