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Sogenannte Sonderausgaben können Ihre Einkommensteuer erheblich senken. Gemeint sind mit dem Fachbegriff bestimmte Kosten der „privaten Lebensführung“. In Paragraf 10 des Einkommensteuergesetzes listet der Fiskus eine Reihe an Posten auf, die er als Sonderausgaben anerkennt.

Hier sind die wichtigsten:

1. Versicherung für Krankheit und Pflege

Zumindest die Beiträge für eine Basisabsicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung erkennt das Finanzamt in voller Höhe als Sonderausgaben an. Haben Sie ein Kind, für das Sie kein Kindergeld mehr bekommen und übernehmen die Krankenversicherung, dann zählen diese Beiträge auch. In Ihrer Steuererklärung tragen Sie die Beträge in der Anlage Vorsorgeaufwand ein.

Haben Sie weniger als 1.900 Euro eingetragen, dann können Sie weitere Beiträge als „sonstige Vorsorgeaufwendungen“ absetzen, und zwar Beiträge für folgende Versicherungen: Krankenzusatz, Arbeitslosen, Risikoleben, Unfall und Haftpflicht. Für Selbstständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, liegt der Höchstbeitrag bei 2.800 Euro.

2. Rentenversicherung

In die Zeilen 4 bis 10 der Anlage Vorsorgeaufwand gehören Ihre Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, die Sie Ihrer Lohnsteuerbescheinigung entnehmen.

3. Rürup-Rente

In Zeile 8 schreiben Sie Ihre Einzahlungen in einen Rürup-Vertrag. Insbesondere für Selbstständige ist dies ein kräftiger Hebel, um Steuern zu sparen. Für 2017 berücksichtigt das Finanzamt 84 Prozent von maximal 23.362 Euro, also fast 20.000 Euro als Sonderausgaben.

4. Riester-Rente

Zusätzlich zu den Zulagen, die es für einen Riester-Vertrag gibt, können Besserverdienende von einer Steuerersparnis von mehreren Hundert Euro profitieren. Dazu müssen sie die Anlage AV ausfüllen. Das Finanzamt zieht zwar im Steuerbescheid die Zulagen ab, es verbleibt aber ein Steuer-Guthaben.

5. Kinderbetreuung

Die Gebühren für die Kita oder sonstige Aufwendungen für die Betreuung Ihrer Kinder unter 14 Jahren sind als Kinderbetreuungskosten absetzbar. Je Kind sind bis zu 4.000 Euro drin, das sind zwei Drittel vom Höchstbetrag von 6.000 Euro. Hierzu benötigen Sie ebenfalls für jedes Kind eine Anlage Kind.

6. Schulgeld

Haben Sie für den Schul- oder Internatsaufenthalt Ihrer Kinder Schulgeld bezahlt? Bis zu 5.000 Euro im Jahr können Sie für jedes Kind in der jeweils auszufüllenden Anlage Kind als Sonderausgaben geltend machen.

7. Spenden

Spenden an gemeinnützige Organisationen können Sie von der Steuer absetzen. Besonders stark gefördert werden Parteispenden. Bis zu 20 Prozent Ihrer Einkünfte akzeptiert das Finanzamt. Spenden Sie mehr, können Sie den überschießenden Betrag in den Folgejahren als Spendenvortrag nutzen. Dazu füllen Sie die zweite Seite des (digitalen) Mantelbogens aus.

8. Kirchensteuer

Auf die zweite Seite das Mantelbogens gehören auch Kirchensteuer und Kirchgeld. Diese Ausgaben werden vollständig als Sonderausgaben abgezogen.

9. Unterhalt

Für Unterhaltszahlungen an den Expartner gibt es steuerlich zwei Möglichkeiten: ein Abzug als außergewöhnliche Belastungen oder als Sonderausgaben. Als Sonderausgaben, mit dem sogenannten Realsplitting, sind höhere Kosten absetzbar – bis zu 13.805 Euro und zusätzlich die übernommenen Basisbeiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung. Allerdings muss Ihr Ex zustimmen, weil er den Unterhalt versteuern muss. Ihr Expartner kann verlangen, dass Sie ihm den Steuernachteil ausgleichen.

Zum Ratgeber

Die Finanztip-Steuerserie:

  1. Wer eine Erklärung abgeben muss – und wer sollte
  2. Werbungskosten – absetzen, was Sie zur Arbeit brauchen
  3. Haushaltsnahe Dienste und Handwerker
  4. Sonderausgaben wie Kinderbetreuung geltend machen
  5. Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheit absetzen
  6. Kapitaleinkünfte richtig angeben und Pauschalbetrag nutzen

 

 

2 KOMMENTARE

  1. Hallo, zum Thema Kinderbetreuung habe ich eine Frage. Kann ich als Großmutter von 4 Enkeln die Fahrkosten zu meinen Enkeln steuerlich geltend machen oder können das meine Kinder, wenn ich meine Enkel betreue..Ich lebe in Sachsen und meine Enkel in Berlin.

    • Im Ratgeber Kinderbetreuungskosten erklären wir, dass im Grunde eine echte Kinderbetreuung und ein Vertragsverhältnis zwischen den Eltern und der betreuenden Oma bestehen müsste, damit die Eltern Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben absetzen können. Wenn dies gelebt und bezahlt wird, dann könnte eine Erstattung der Fahrtkosten vereinbart werden. Doch sporadische Besuchsfahrten von Sachsen nach Berlin lassen sich sicherlich nicht absetzen.

      „Wenn Ihre (Schwieger-)Mutter oder andere nahe Angehörige auf Ihr Kind aufpassen und die Betreuung entgeltlich erfolgt, dann können Sie auch diese Kosten von der Steuer absetzen. Dafür müssen allerdings klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen worden sein, die Sie tatsächlich umsetzen. Wohnt Ihre Betreuungsperson mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt zusammen, sind die Kinderbetreuungskosten nicht absetzbar.“
      aus: https://www.finanztip.de/kinderbetreuungskosten/

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