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Ausgaben für private Dinge haben eigentlich nichts in der Steuererklärung zu suchen. Doch es gibt Ausnahmen: Die Kosten für Arbeiten rund um den Haushalt können Ihnen einen vierstelligen Steuerrabatt einbringen.

1. Party oder Gassi gehen? Spart beides Steuern!

Den Koch für Ihre Garten-Party oder den Gassi-geh-Service für Ihre Hunde können Sie steuerlich absetzen – als haushaltsnahe Dienstleistungen. Haushaltsnah bedeutet: Die Arbeiten müssen in Ihrer Wohnung, im Haus oder auf dem dazu gehörenden Grundstück ausgeführt werden. Weitere Beispiele, was Sie alles als haushaltsnahe Dienste von der Steuer absetzen können: Putzen, Laubblasen, Winterdienst, Gartenarbeiten, Kinderbetreuung und Pflegedienstleistungen. Absetzen können Sie Kosten bis zu 20.000 Euro, sodass ein Steuerrabatt bis 4.000 Euro drin ist. Tragen Sie die Kosten in Zeile 72 des Mantelbogens Ihrer Steuererklärung ein.

2. Die gute Fee, die Steuern spart

Sie wollen eine Haushaltshilfe beschäftigen? So geht’s steuersparend: Sie stellen die Haushaltshilfe als Minijobber an und zahlen ihr bis zu 450 Euro monatlich. Melden Sie die Person über das „Haushaltsscheckverfahren“ bei der Minijob-Zentrale an und zahlen Sie die fällige Pauschalsteuer und die Sozialversicherungsbeiträge. Auf diese Weise können Sie 20 Prozent von maximal 2.550 Euro als Steuerermäßigung bekommen – also bis zu 510 Euro. Tragen Sie den Lohn der Haushaltshilfe im Mantelbogen in Zeile 71 ein.

3. Zwei linke Hände – aber eine Ermäßigung bei der Steuer

Für Renovierungs- und Reparaturarbeiten in Ihrer Wohnung oder am Haus können Sie Handwerker-Rechnungen bis 6.000 Euro in der Steuererklärung angeben und damit einen Steuernachlass bis zu 1.200 Euro bekommen. Dies gilt beispielsweise, wenn Handwerker in Ihrem Haushalt Elektrogeräte reparieren, das Bad sanieren, Wände streichen, Fliesen verlegen, eine zugefallene Wohnungstür öffnen oder Möbel aufbauen. Sie können Ihren Handwerker auch über ein Online-Portal wie myhammer.de beauftragen. Die Handwerkerkosten tragen Sie in Zeile 73 des Mantelbogens ein.

Für die drei oben genannten Ausgaben-Kategorien benötigen Sie vom Dienstleister eine Rechnung, die die Arbeitskosten ausweist. Denn die Arbeits- und Fahrtkosten inklusive Mehrwertsteuer können Sie von der Steuer absetzen. Das bringt eine Steuererstattung von 20 Prozent. Nicht absetzen können Sie hingegen die Materialkosten. Und weil der Gesetzgeber die Schwarzarbeit bekämpfen will, akzeptiert er keine Barzahlung. Sie müssen das Geld überweisen oder mit Karte zahlen.

4. Die schönste Nebenkostenabrechnung der Welt

Mieter können bestimmte Posten der Nebenkostenabrechnung als haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen absetzen. Dazu zählen die Kosten für den Hausmeister, Gärtner, Schornsteinfeger, für Putzkräfte, für den Winterdienst, die Aufzugswartung und die Legionellenprüfung. Falls Ihre Nebenkostenabrechnung solche Posten nicht einzeln aufführt, bitten Sie Ihre Hausverwaltung oder den Vermieter um eine entsprechend aufgedröselte Abrechnung.

Liegt Ihnen die Betriebskostenabrechnung für 2018 noch nicht vor, haben Sie drei Möglichkeiten:

  1. Sie können die jeweiligen Kosten in dem Jahr absetzen, in dem Sie Ihre Abrechnung bekommen. Beispiel: Für die Steuererklärung 2018 verwenden Sie die Betriebskostenabrechnung für 2017, die Sie im letzten Jahr bekommen haben. Diese Variante empfehlen wir tendenziell, weil sie am einfachsten ist.
  2. Alternativ können Sie die Vorauszahlungen für die haushaltsnahen Dienstleistungen für die Treppenhausreinigung und anderen regelmäßigen Ausgaben, die Sie 2018 bezahlt haben, ansetzen. Einmalige Ausgaben, wie für Handwerker, aus der Nebenkostenabrechnung 2018 können Sie dann nachträglich in der Steuererklärung 2019 angeben.
  3. Und schließlich können Sie die Aufwendungen aus dem Jahr 2018 auch nach Erhalt des Steuerbescheids für 2018 nachträglich abrechnen. Das Finanzamt muss ausnahmsweise den Steuerbescheid ändern, selbst wenn die einmonatige Einspruchsfrist abgelaufen ist. Dies erlaubt ein Urteil des Finanzgerichts Köln (Az. 11 K 1319/16).

Zum Ratgeber

Die Finanztip-Steuerserie:

  1. Auftakt: Steuern leicht gemacht
  2. Werbungskosten – absetzen, was Sie zur Arbeit brauchen
  3. Haushaltsnahe Dienste und Handwerker
  4. Sonderausgaben wie Kinderbetreuung geltend machen
  5. Außergewöhnliche Belastungen wie Krankheit absetzen
  6. Kapitaleinkünfte richtig angeben und Pauschalbetrag nutzen

 

 

Udo Reuß
Autor

Stand:

Steuerredakteur bei Finanztip Verbraucherinformation GmbH - ein Unternehmen der Finanztip Stiftung, Berlin. Zuvor hat der Diplom-Kaufmann mit Schwerpunkt Steuerrecht für verschiedene Wirtschafts- und Fachverlage wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media geschrieben – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht Udo die relevanten Urteile für Steuersparer.

3 Kommentare

  1. seit vorigem jahr soll ich, da ich als rentner nebenbei noch bei der VHS als Dozent arbeite eine EÜR machen, finde mich da überhaupt nicht zurecht…

  2. „Haushaltshilfe und Steuern sparen“

    Hallo, liebes Finanztip-Team,
    zu diesem Thema haben Sie in der Ausgabe 19/2019 ausführlich berichtet. Leider kann ich auf „lesen Sie im Blog“ nicht mehr zurückgreifen. Ich weiß aber noch, dass ich etwas vermisste. Nämlich, einen Hinweis darauf, dass man die 20 %-Vergütung bei der Steuererklärung auch dann erhalten kann, wenn man – wie ich – eine Haushaltshilfe beschäftigt, die ein Klein-Gewerbe auf diesem Gebiet angemeldet hat. Ich bekomme monatlich eine Rechnung (z. Z. 195 €), die ich dann per Überweisung bezahle.
    Ich mache doch hoffentlich nichts falsch, wenn ich das beim Finanzamt als haushaltsnahe Dienstleistungen angebe?
    Freundliche Grüße
    Monika Fricke

    1. Hallo Frau Mücke,
      wenn Sie einen selbstständigen Dienstleister für Haushaltstätigkeiten beauftragen, dann können Sie Ihre Aufwendungen bei den haushaltsnahen Dienstleistungen in der Steuererklärung angeben. Es winkt eine Steuerermäßigung von 20 Prozent der Arbeits- und Fahrtkosten:
      https://www.finanztip.de/Haushaltsnahe-Dienstleistungen/

      Beschäftigen Sie die Haushaltshilfe als Minijobber, also Sie sind der Arbeitgeber, gibt es einen Abzug für ein haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis: https://www.finanztip.de/haushaltshilfe/
      Die angestellte Haushaltshilfe muss über das Haushaltsscheckverfahren angemeldet sein: https://www.finanztip.de/haushaltsscheck/

      Freundliche Grüße
      Udo Reuß
      Steuer-Experte bei Finanztip

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