Pauschalreise
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Wenn Du Deine Pauschalreise mehrere Monate vor Reisebeginn stornierst, kann Dein Reiseveranstalter nicht ohne Weiteres hohe Storno-Gebühren verlangen. Das hat zuletzt das Amtsgericht Bochum bestätigt (Az. 39 C 9/20).

Im konkreten Fall hatte eine Frau eine zweiwöchige Pauschalreise ins ägyptische Hurghada gebucht. Wenige Tage nach der Buchung und rund sechs Monate vor Reisebeginn stornierte die Kundin. Die AGB des Anbieters sahen vor: Bereits bei einer Stornierung direkt nach der Buchung werden 30 Prozent Entschädigung fällig. Das Gericht erklärte diese Regel für unwirksam: Es sei zu erwarten, dass der Veranstalter mehrere Monate vor Reisebeginn die Reise etwa noch an jemand anderes verkaufen könne.

Laut Gesetz haben Reiseveranstalter bei einem Rücktritt des Kunden vor Reisebeginn die Möglichkeit, eine „angemessene Entschädigung“ (§ 651h BGB) zu verlangen. Sie müssen allerdings eingesparte Kosten oder Einnahmen durch die Weiterverwendung des Angebots berücksichtigen. Zudem müssen Veranstalter auf Anfrage begründen, wie sich die Storno-Gebühren konkret zusammensetzen. Es genügt nicht, auf „branchenübliche Entschädigungen“ zu verweisen.

Verlange also stets eine ausführliche Begründung. Überzeugt die nicht, hole Dir Unterstützung von den Verbraucherzentralen oder einem Anwalt. Übrigens: Bei einzeln gebuchten Ferienwohnungen musst Du die Storno-Gebühren akzeptieren. Wird aber die Wohnung an jemand anders vermietet, kannst Du die Entschädigung zurückverlangen. Das lässt sich leicht auf dem Buchungsportal feststellen.

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Max Mergenbaum
Autor

Stand:

Max Mergenbaum geht nicht nur privat gerne auf Reisen, er schreibt auch darüber. Bis Sommer 2022 war er Experte für Reisethemen von Finanztip. Max hat bei Finanztip volontiert, inklusive Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion des RBB Inforadios. Vorher studierte er Politik, Wirtschaft & Gesellschaft sowie Germanistik in Berlin und Canterbury.

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