Strommast
Bild: IMAGO / Jochen Tack

Selten ging es so turbulent auf den Energiemärkten zu wie in diesem Herbst: Die Börsenpreise für Strom, Erdgas und Rohöl stiegen im September in schwindelerregende Höhen. An der Tankstelle merkst Du das schon seit Wochen, die Strom- und Gasversorger geben die höheren Kosten dagegen zeitversetzt weiter. Schließlich muss eine Preiserhöhung vorher angekündigt werden – mindestens vier Wochen.

Vielleicht hast Du schon Post von Deinem Anbieter bekommen? Leserinnen und Leser haben uns schon etliche Schreiben weitergeleitet. Da geht es nicht nur um höhere Preise: Manche Lieferanten kündigen gleich den Vertrag, verdoppeln grundlos die Abschlagszahlungen oder beenden einfach die Preisgarantie. Das musst Du Dir nicht gefallen lassen.

Manche schauen voraus, andere verzocken sich

Anbieter, die sich in diesem Herbst sehr kurzfristig eindecken müssen, zahlen nun sehr viel für Strom und Gas. Wer dagegen langjährige Lieferverträge hat oder eigene Kraftwerke aus regenerativen Quellen betreibt, hat viel weniger Probleme.

Dadurch trennt sich jetzt die Spreu vom Weizen: Es gibt Anbieter, die ihre Gaspreise verdreifachen, ihre Stromreise verdoppeln und vorübergehend keine neuen Kunden mehr annehmen. Und es gibt Firmen, die ihre Preise weniger stark erhöhen und unverändert neue Kunden aufnehmen – zu vernünftigen Konditionen. Allerdings weisen auch einige große Anbieter derzeit neue Kunden ab, sie nehmen sich Zeit, ihre Preise neu zu kalkulieren.

Wende Dich von Preistreibern ab

Wenn Dein aktueller Anbieter die Preise stark erhöht, kannst Du also noch immer auf einen günstigeren ausweichen. Achte darauf, dass die Vertragslaufzeit höchstens zwölf Monate beträgt und die Preise auch so lange garantiert werden. Wir sortieren in unseren Vergleichsrechnern für Strom und Gas die Angebote entsprechend.

Findest Du mit diesen Einstellungen kein günstigeres Angebot, brauchst Du nicht zu wechseln – Dein Anbieter gehört bereits zu den preiswerten. Behalte dabei im Kopf: Die Gaspreise werden bei allen Anbietern deutlich steigen – niemand kann die Mehrkosten ausgleichen.

Strom muss nicht zwingend teurer werden

Beim Strom ist es anders. Denn ab Jahreswechsel sinken die Umlagen auf den Strompreis erheblich und können die gestiegenen Einkaufskosten weitgehend ausgleichen, wenn sich der Lieferant vorausschauend eingedeckt hat. Wichtig beim Wechsel: Derzeit sind viele Billiganbieter am Markt, die keine Preisgarantie geben. Sie können schon nach einem Monat höhere Preise verlangen. Eine Kundenfalle.

Bei jeder Preiserhöhung darfst Du den Vertrag außerordentlich kündigen. Eine solche Sonderkündigung musst Du selbst schreiben, und der Lieferant muss sie Dir binnen einer Woche bestätigen. Anschließend kannst Du wechseln.

Wild-West-Methoden

Einige Anbieter haben sich komplett verzockt: Lition und Optima mussten bereits Insolvenz anmelden. Andere Unternehmen handeln in Wild-West-Manier: So wollte Maingau zunächst im Sommer Haushaltskunden dazu bringen, einer Preiserhöhung trotz Garantie zuzustimmen. Nun hat Maingau Geschäftskunden ordentlich gekündigt – erst ab April will das Unternehmen die Belieferung neuer Großkunden wieder aufnehmen. Haushaltskunden macht das Unternehmen inzwischen wieder Angebote.

Die Rheinische Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft (Marken „Immergrün“ und „Idealenergie“) und die Elektrizitätswerke Düsseldorf haben Kunden zunächst die Abschlagszahlungen grundlos verdoppelt. Widersprachen diese, erhielten sie entweder eine Kündigung oder eine deftige Preiserhöhung, obwohl eine Preisgarantie bestand. Es handelt sich hierbei zwar um eine „eingeschränkte“ Preisgarantie – diese schließt aber die Beschaffungskosten für Strom und Gas ausdrücklich ein.

So wehrst Du Dich

Widersprich unbedingt jeder grundlosen Erhöhung von Abschlagszahlungen. Nutze dazu gern unser Musterschreiben. Denn falls die Firma in die Insolvenz muss, hast Du Probleme, das Geld zurückzubekommen. Kündige den Vertrag nach einer drastischen Preiserhöhung. Auch dazu kannst Du unser Musterschreiben verwenden.

Auf der anderen Seite kannst Du nicht viel tun gegen eine Kündigung durch den Lieferanten. Also akzeptiere sie einfach. Das musst Du auch im Falle einer Insolvenz.

Keine Sorge: Strom und Gas fließen weiter. Du wirst automatisch Kunde beim Grundversorger, der Dich weiter beliefert. Allerdings sind bei diesem die Preise auch eher hoch. Deshalb solltest Du Dir dann einen neuen Tarif suchen. Das Gute: Eine Kündigungsfrist gibt es in der Ersatzversorgung nicht. Sie endet, sobald Du einen neuen Vertrag abschließt. Lässt Du Dir dafür mehr als drei Monate Zeit, fällst Du offiziell in die Grundversorgung. Dann besteht eine Kündigungsfrist von zwei Wochen.

Bleiben die Preise dauerhaft hoch?

Wo sich die Preise am Strom- und Gasmarkt einpendeln werden, ist schwer zu sagen. Immerhin: Sie sinken wieder, wenn auch langsam. Decken sich die Versorger jetzt wieder genügend mit langfristigen Terminkontrakten ein, können sie verlässlich kalkulieren und Preisgarantien in Neuverträgen aussprechen. Die Marktanteile unter den Lieferanten werden sich indes wohl verschieben – attraktive Verträge können erst einmal nur die anbieten, die nachhaltig beschafft haben und es auch künftig tun.

Zum Stromvergleich

Zum Gasvergleich

Ines Rutschmann
Autor

Stand:

Ines Rutschmann ist unsere Energie-Expertin und widmet sich allen Fragen, die sich Verbraucher rund um Strom und Heizen stellen. Über den Strommarkt berichtete sie erstmals 2005 für die Leipziger Volkszeitung. Danach war sie für den Deutschlandfunk und das Solarstrom-Magazin Photon tätig. Ines ist Diplom-Ingenieurin (FH) und hat einen Masterabschluss in Energiemanagement.

63 Kommentare

  1. Hallo,
    Angenommen ich schließe jetzt( weil erforderlich) einen neuen Gasvertrag ab..zu 21 Cent auf 2 Jahre und angenommen in den 2 Jahren fällt der Preis wieder, muss dann der Anbieter den bestehen den Preis ändern oder anpassen..oder macht er dann einfsch 1 Jahr den Reibach seines Lebens und ich zahl mich dämlich.

  2. Mein bisheriger Gasanbieter (Proengeno) hat eine Preiserhöhnung von brutto 5,71 auf 13,77 ct/kWh angekündigt. Der örtliche Grundversorger liegt mit aktuell 8,13 ct/kWh deutlich darunter. Da würde es Sinn ergeben, in die Grundversorgung zu wechseln.
    Daher die Frage: Fällt man automatisch in die Grundversorgung, wenn ein bestehender Versorgungsvertrag kundenseitig gekündigt wird?

    1. Lieber Stefan,
      ja, Sie werden automatisch dem Grundversorger als Kunde zugeordnet, wenn Sie einen Vertrag kündigen und keinen neuen schließen. Viele Grundversorger unterscheiden aber seit Kurzem zwischen Bestandskundne und Neukunden. Prüfen Sie, ob der günstige Preis von 8,13 ct/kWh auch für Neukunden in der Ersatz- und Grundversorgung gilt.

  3. Bei mir hat die Mainova eine Umzugsmeldung zum Anlass genommen, mir telefonisch zu kündigen, mit der Begründung, mein Altvertrag würde nicht mehr vermarktet und man könne technische keine neuen Zähler mehr mit diesem Tarif verknüpfen. Da der neue Vertrag über 100 Euro pro Jahr teuer sein soll, habe ich abgelehnt und auf einer schriftlichen Kündigung oder der Fortführung des Vertrags zu den alten Konditionen bestanden. Bislang keine Antwort und kein aktiver Vertrag in meinem Kundenkonto. Mal sehen, wie die Geschichte ausgeht…

  4. Hallo, uns hat die Grünwelt Energie am 10.12.21 Rückwirkend zum 02.12. den Gasvertrag gekündigt. Ist es rechtens einen Vertrag Rückwirkend zu kündigen?
    Da sie im November eine Preiserhöhung angekündigt hatten, hatten wir zu dem Termin bereits einen Vertrag bei der Vattenfall zum 01.01.2022 abgeschlossen. Bei Grünwelt hatten wir einen Arbeitspreis von 5,22 Cent/kWh.
    Ich habe daraufhin die Thüga (unseren Gasversorger) angerufen und gefragt, was ich nun tun müsste. Die sagten mir, dass ich den Zählerstand zum 03.12. übermitteln soll und dann zum 31.12. wieder, wenn ich dann zum 01.01. einen neuen Anbieter hätte. Sonst müsste ich nichts tun.
    Daraufhin habe ich bei Vattenfall angerufen und gefragt, ob wir den Vertrag bereits früher starten lassen könnten. Die haben davon abgeraten, weil sie dann nicht mehr die gleichen Konditionen anbieten könnten und die Grundversorgung nur unwesentlich teurer wäre.
    Nun haben wir von der Thüga eine Rechnung erhalten für die 29 Tage vom 03.12.-31.12. über 1.389,99 EUR mit einem Arbeitspreis von 22,5 Cent/kWh!!!
    Außerdem noch eine Endabrechnung von Grüngas, die eine Nachzahlung von 122,86 EUR für den Zeitraum 01.10-02.12.21 möchten.
    Was können wir dagegen tun?
    Wenn man heute einen Vertrag bei der Thüga abschließt, bezahlt man 10 Cent/kWh. Dies wären wir auch bereit zu zahlen, aber nicht mehr 225%!!! Das ist Abzocke!!!
    Müssen wir die Nachzahlung an die Grüngas noch leisten, wo die uns den Mist erst eingebrockt haben?

    1. Hallo Uli E.
      wir haben 1/1 die gleiche Situation mit Grünwelt Energie. Heute kam eine Fette Nachzahlung vom Grundversorger-Thüga ins Haus. Ich habe keinen Plan was ich machen soll?
      Hast du irgendwelche Rückmeldungen bekommen?
      Gruß Sergej P.

      1. Hallo,
        ich hatte dasselbe Problem mit Energiewerke Düsseldorf im November.
        Der Vertrag mit Preisgarantie wurde aufgrund gestiegener Einkaufspreise erst teurer (Preissteigerung von 4,5ct auf über 17ct/KWh) nach Widerspruch zur Erhöhung vorzeitig abgemeldet und der Grundvers. ist eingesprungen.
        Zur Abrechnung habe ich einen Zählerstand angegeben, der für das gesamte Vertragsjahr reichen würde und als die Rechnung kam, sollte ich eine Nachzahlung von über 400€ leisten, obwohl ich bei korrektem Zählerstand ca. 200 € Guthaben erstattet bekommen hätte. Die Zahlung habe ich mit Hinweis auf die Mehrkosten beim Grundversorger als Schadenersatz für die Restlaufzeit des Vertrages (bis Juli 22) einbehalten und gleich mitgeteilt, das sie sich Mahnung und Inkasso sparen können, da die nur bei einer unbstrittenen Forderung arbeiten würden.
        Die waren zwar nicht begeistert, haben mir aber eine Ersatzzahlung von ca. 220€ angeboten, die ich aber abgelehnt habe. Parallel wurde eine Verbraucherbeschwerde nach § 111a EnWG an die gesendet.
        Die müssen innerhalb von 1 Monat antworten und abhelfen, anderenfalls kann die Schlichtungsstelle eingeschaltet werden, deren Entscheidung für die verbindlich ist.

        Letztendlich haben die den Vertrag rückwirkend und unterbrechungsfrei wieder angemeldet und ordentlich zum Vertragsende gekündigt. die ursprüngliche Ratenzahlung wurde fortgesetzt. Solange die keine Insolvenz anmelden, müssen sie beide Seiten an einen geschlossenen Vertrag halte.
        Mal sehen, wie lange das gutgeht, notfalls hole ich mir den Schadenersatz über den verbrauch.

    2. Hallo,
      bei mir gleiches Verhalten (Hohe Zahlung für nur 1 Monat Gasbezug beim Grundversorger Thüga-Energie).

      Was tun: Ruhe bewahren, Nachdenken. Informieren.
      Zunächst habe ich meine Vertragslage geprüft. Es gibt eine Preisinformation von Stand 01.10.2021 mit einem Arbeitspreis von 7,58 ct/kWh (Brutto), der in einem Schreiben vorliegt aber den ich mir auch als Download Anfang Dez. 2021 (direkt nach der Mailkündigung) beschafft hatte.
      Durch die Veröffentlichung im Internet ist mir klar gewesen, dass ich die 7,58ct/kWh für einen Monat bezahlen muss. Ergo keine Aktion erforderlich, weil direkt darunter steht:
      Zitat „Im Rahmen unseres Basis-Tarifs ClassicGas bieten wir Ihnen die Belieferung von Erdgas zum Allgemeinen Preis an. Der Allgemeine Preis gilt gleichfalls für die Grund- und Ersatzversorgung von Haushaltskunden im Niederdruck, sowie für die Ersatzversorgung im übrigen bis zur Veröffentlichung gesonderter Allgemeiner Preise.“ Zitat Ende.
      Soweit mir bekannt falle ich in die Ersatzversorgung.
      Verweis: https://www.schlichtungsstelle-energie.de/grund-und-ersatzversorgung.html
      Ob mich der Versorger auf Preiserhöhungen hinweisen muss oder nicht, kann ich aktuell nicht sagen.
      Seit dem 01.01.2022 hat die Thüga eine neue Preisliste herausgegeben (Erstellt am 30.12.2021 um 9:10 Uhr) für Preise ab dem 01.01.2022 mit einem Arbeitspreis von 22,98 ct/kWh.
      Somit dürfte die Thüga bis 31.12.2021 mit 7,58 ct/kWh (Brutto) abrechnen und ab dem 01.01.2022 dann mit 22,98 ct/kWh (Grundpreise ohne Bewertung).

      Resüme (ohne rechtliche Bewertung/ rein die Fakten beleuchtet):
      – Für die Abrechnung zulässige Preise sind bis 31.12.2021 sind 7,58 ct/kWh (Brutto)
      – Für die Abrechnung zulässige Preise ab dem 01.01.2022 sind 22,98 ct/kWh (Brutto)
      – Wenn zum Jahresende ein Zählerstand gemeldet wurde kann eine klare Abgrenzung gemacht werden (was wor 31.12. und was nach 01.01. verbraucht wurde).
      – Ob der Preis ab 01.01.2022 von 22,98 ct/kWh (Brutto) gerechtfertigt ist? Auf alle Fälle dann mit der Thüga sprechen, ob es einen anderen Tarif gibt (ob man dort aufgenommen wird? Manche Versorger lehnen das ab, ob Rechtens oder nicht?)

      Was könnte man tun (Optionen, Möglichkeiten oder darüber könnte man mal nachdenken):
      – Prüfen ob man der Abrechnung gem. o.g. Preisgültigkeit folgen möchte und diese der Thüga kommunizieren.
      – Prüfen ob man seine Rechnung gegen die o.g. Preisgültigkeit begleichen will (bezahlen was nicht strittig wäre).
      – Kontakt zur Verbraucherzentrale aufnehmen und eigenen Fall schildern. (2. Meinung)
      – Schlichtungsstelle anrufen

      Gruß AG

      1. Der Preis von 22,98 Cent/kWh gilt bei der Thüga für Kunden, die ab 1. Januar 2022 in die Ersatzversorgung fallen. Wer noch im Dezember in die Ersatzversorgung gefallen ist, zahlt den Preis 7,58 ct/kWh. Zum 1. Januar 2022 ist der Preis für Bestandskunden auf 10,52 ct/kwh gestiegen. Da es in der Ersatzversorgung keinen Vertrag gibt, muss der Grundversorger über den angehobenen Preis nicht informieren (die grundversorgten Kunden aber schon).

  5. Hallo, mein gas.de/Grünwelt Vertrag wurde rückwirkend gekündigt. Ab Januar zahle ich bei neuem Versorger ca 10 ct/kWh. Der Grundversorger (GASAG) rechnet die Übergangszeit mit 18,25 ct/kWh ab. Ist in der Grundversorgung eine beliebige Preisstellung möglich oder gibt es eine (gesetzliche?) Reglementierung?

  6. Habe einen Vertrag bei Maingau mit Preisgarantie bis 31.12.21. Erhielt im September eine Preisanpassung um 40% ab 01.11.21. In der Hotline (Durchwahl gibt es nicht) wurde mir mitgeteilt, dass ich den Vertrag nicht erhalten sollte. Am 14.11.21 erhielt ich die Anpassung der Abschläge um 80% und wiederum ab 01.11.21. Ich widersprach. Einen Vertrag, der zu den Abschlägen passte, erhielt ich nicht. Ich kann daher den Grund für die Erhöhung der Abschläge nicht nachvollziehen. Bin ich hier im rechtsfreien Raum? Kommt die Gesellschaft in 4 Wochen erneut mit einer Preiserhöhung?

    Warum ist eine Liefergarantie nichts wert? Macht sie überhaupt einen Sinn?

    1. Ähnliche Erfahrung mit Maingau. Erhöhung der Gasabschläge innerhalb des Abrechnungszeitraums um 75 %. Obwohl ich letztes Jahr schon ein Rückzahlung erhielt. Also sachlich unbegründet. Habe Widerspruch eingelegt. Telefonisch wurde die Erhöhung so begründet-ich müsse dann bei der Jahresabrechnung weniger bezahlen bzw. bekomme ja das Geld wieder zurück…!

  7. Auch die Berliner Firma ENSTROGA AG fühlt sich in Sachen Strom nicht an geschlossene Verträge oder die eigenen AGBs gebunden. Hier wurde mittels pauschaler Floskeln zuerst versucht die Abschläge um knapp 58% ohne Bezug auf den tatsächlichen Verbrauch zu erhöhen. Nach einen Widerspruch kam dann das nächste ebenso pauschale Schreiben mit einer Brutto-Arbeitspreis-erhöhung um 129%, obwohl seit dem 01.01.2021 ein 12-Monats-Vertrag mit Preisbindung besteht. Nach erneutem Widerspruch kam dann vertragswidrig die Kündigung für November.
    Wenn man allerdings die Kommentar hier liest, scheint dies ja bei den diversen Firmen ein System ähnlichen Musters zu sein Im Sinne aller Kunden kann man nur hoffen, dass diese Firmen mit einem solchen Geschäftsgebaren als bald die Insolvenz ereilt. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen.

  8. Der Vorteil der günstigen, aber knappkantig kalkulierten Verträge steht naturgemäß auf der Kippe, wenn der Gas-Einkauf wg. Preiskapriolen am Energiemarkt/ teurer Abgabenpolitik des Gesetzgebers nicht mehr aus den lfd. eingehenden Abschlägen finanziert werden kann. Merke : Die Preise steigen nicht, die Preise werden erhöht. Ich, etwas klüger geworden durch die (immer noch laufende) Insolvenz der BEV, kehrte meinem Gas-Anbieter nach dessen Drohgebärden den Rücken zu und erwarte die Erstattung der Vorauszahlungen für die verbrauchsarmen Sommermonate. Zumindest angekündigte Schadensersatzansprüche wg. diverser Vertragsverstöße werde ich zu gegebener Zeit errechnen müssen.
    Gleichwohl: Der Endverbraucher hat voraussichtlich auch hier das Nachsehen, da Juristen erfahrungsgemäß auch bezahlt werden möchten/müssen.

  9. Hallo,
    oben steht ein Satz, den ich so als Juristin nicht stehenlassen will: „ Auf der anderen Seite kannst Du nicht viel tun gegen eine Kündigung durch den Lieferanten. Also akzeptiere sie einfach.“
    Das stimmt so nicht! In D haben wir den Grundsatz Pacta sunt servanda – an Verträge hat man sich zu halten, sie stellen die Grundlage unseres Privatrechts dar. Wenn ich nun einen Vertrag mit Immergrün und Co habe, indem mir eine Laufzeit und eine Preisgarantie zugesichert wird, dann gibt es keine Möglichkeit, diesen Vertrag zu kündigen oder innerhalb der Preisgarantie die Preise zu erhöhen. Das Fortbestehen dieses Vertrages kann ich notfalls auch auf dem Rechtsweg feststellen lassen.
    Klar kann ich jetzt schon nach Alternativen suchen, doch hinnehmen muss ich so ein Geschäftsgebahren nicht.

    1. Hallo, vielen Dank, das sich mal einer gegen diese rechtswidrige Praxis der Versorger wehrt.
      Auch wenn es der einfachste Weg ist solches rechtswidriges Verhalten einfach zu akzeptieren, aber wenn diese „Unternehmer“ immer damit durchkommen, wird sich nie etwas daran ändern.
      Auch wenn es schwer wird , ich werde gegen (in meinem Fall ) Elektrizitätswerke Düsseldorf kämpfen, um so viel wie möglich Schadenersatz einzubehalten. Auch wenn ich den Verbrauch bis zur Rechtswidrigen fiktiven Kündigung zu hoch angeben muss um eine Nachzahlung zu Provozieren, welche dann einbehalten wird, aber als Guthaben beim nächsten teureren Lieferanten den Verbrauch wieder reduzieren wird.

    2. Liebe Leserin,
      wie weiter unten schon einmal ausgeführt, bezieht sich der Satz nicht auf zivilrechtliche Ansprüche (, die natürlich bestehen), sondern auf die Kündigung des Netznutzungsvertrag mit dem Netzbetreiber durch den Stromlieferanten. Diese Kündigung kann der Stromnutzer nicht einfach zurückdrehen. Wenn ihm der Lieferant kündigt und beim Netzbetreiber abmeldet, fällt der Kunde in die Ersatzversorgung beim Grundversorger – egal, ob das Verhalten des Lieferanten rechtens oder vertragswidrig ist. Er spart sich Zeit und Mühe, wenn er so eine Kündigung akzeptiert und sich um den Abschluss eines neuen Sondervertrags bemüht. Über eine zivilrechtliche Klage gegen den Lieferanten kann man anschließend nachdenken. Bis ein Gericht oder auch die Schlichtungsstelle Energie in einer Sache entscheiden, vergehen mehrere Monate. So viel Zeit hat ein Stromkunde nicht, wenn er gekündigt wird. Natürlich kann man auch alles auf eine Karte setzen und die Mehrkosten in der Ersatzversorgung/Grundversorgung einklagen, wenn denn das Unternehmen dann noch zahlungsfähig ist.
      Mit freundlichen Grüßen
      Ines Rutschmann

    3. Immergrün hat mich auch raus geworfen. Mein Vertrag mit Preisgarantie bestünde noch 1 Jahr. Somit entstehen mir etwas über 200 € an Mehrkosten.
      Auf Emails geht man nicht ein. Letzte Woche habe ich ein Einschreiben mit Rückschein geschickt, Mehrkosten aufgeschlüsselt und die Verträge in Kopie beigefügt.
      Wenn wieder nichts passiert, das habe ich auch mitgeteilt werde ich einen gerichtlichen Mahnbescheid erlassen.
      Recht muss Recht bleiben

      Abschläge Rückbuchen würde ich lassen. Laut meines RA kann der Lieferant Inkasso wegen Zahlschuld erlassen was wiederum mit einem negativen Schufa Eintrag versehen ist.
      Letzteres dürfte über Jahre erhebliche Probleme im Zahlungsverkehr nachsichziehen.

  10. Ich lande jetzt auch in der Grundversorgung … da war ich schon einmal und es hat danals 3 Monate gedauert, bis ich informiert wurde. So kange kann an nicht wechseln, oder? Es fehlen ja die Vertrags- und Kundennummer, die man für einen Wechsel braucht …

    1. Liebe Frau Duhm,
      Sie brauchen keine Vertrags- und Kundennummer beim Grundversorger, um einen Tarif bei einem anderen Unternehmen zu schließen. Es reicht, wenn Sie Ihre Zählernummer und Ihre Anschrift bei einem neu gewählten Lieferanten angeben oder Sie rufen beim Grundversorger an und fragen, in welche anderen Tarife Sie bei ihm sofort wechseln können.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

  11. Sehr geehrte Frau Rutschmann würden Sie uns bitte einmal aufzeigen , wie eine zukünftige Energiewende ausschaut ? Aber bitte nicht nur auf Deutschland bezogen ! MfG G. Rosenhainer

    1. Sehr geehrter Herr Rosenhainer,
      indem die Industrie- und Schwellenländer auf die Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas verzichten und ihre Energieversorgung auf regenerative Energien umstellen. Wie das jedes Land macht, wird unterschiedlich sein und hängt von den jeweiligen Potenzialien für erneuerbare Energien ab. Klimaneutralität streben inzwischen alle Mitglieder der G20 an; nur beim Zeitpunkt herrscht (noch) keine Einigkeit.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

  12. Ich habe seit ein paar Jahren meine Energieverträge über „SwitchUp.de“ abgeschlossen. Es wird jährlich (falls erforderlich) gewechselt. Alle Wechsel verliefen problemlos und waren seitens SwitchUp über ARAG abgesichert. Das Team von SwitchUp ist ständig erreichbar und ruft pünktlich zurück. Schriftliche Anfragen werden unverzüglich bearbeitet. Besser geht es nicht!!
    Ärger mit selbst ermittelten Energieversorger über Verbraucherportale war gestern…(z. B. Hitenergie).

  13. Bei mir hat Fuxx-Die Sparenergie GmbH trotz bestehender Preisgarantie per Mail erhöht, bisher allerdings ohne eine Erhöhung der Abschlagszahlung anzukündigen:

    „[…] Ab dem 26.11.2021 verändert sich Ihr Arbeitspreis von 6,57 Cent pro Kilowattstunde auf 16,9 Cent pro Kilowattstunde.
    Es steht Ihnen aufgrund der Änderungen das Recht zur Sonderkündigung zu, solange die Änderungen noch nicht in Kraft getreten sind. […]“

    Per Mail und Fax habe ich widersprochen, mal schauen was da noch kommt.
    Falls Ihr von Finanztipp anderen Geschädigten hier Tipps geben möchtet, möglicherweise mit Musterschreiben ist dies sicherlich für viele hilfreich.

    1. Inzwischen habe ich jemanden an der Hotline erreicht. Die Gesellschaft beruft sich auf §313 BGB (Störung der Geschäftsgrundlage) und hat meinen Vertrag nach meinem Widerspruch nun gekündigt.

      1. Der Anwalt der Rechtsberatung meiner Rechtsschutzversicherung hält den §313 BGB für nicht anwendbar, da hier ursprünglich Verbraucher geschützt werden sollten und empfiehlt mir, mir einen Anwalt zu nehmen.

        1. Ich sitze im selben Fall. Gibt es Neuigkeiten vom Anwalt zu §313? Tendenziell könnte §313 BGB auch für immergürn anwendbar sein. Wollte jetzt ungerne die Selbstbeteiligung der Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen, wenn Sie schon Neuigkeiten dazu haben.

  14. E-mail von immergrün! ohne Namen/Ansprechpartner am 2021-10-11um 21:30 Uhr: … für die oben genannte Vertragsnummer liegt uns eine außerordentliche Kündigung vor. Wir bedauern den Wunsch, Ihren Vertrag kündigen zu wollen.
    Die Angaben in Ihrer Kündigung stimmen jedoch nicht mit Ihren Vertragsdaten überein. Aus rechtlichen Gründen – und um Missbrauch vorzubeugen – kann die Kündigung so nicht bearbeitet werden. Falls Sie, zu unserem Bedauern, den Stromvertrag tatsächlich beenden möchten, bitten wir um Zusendung eines neuen Kündigungsschreibens, welches die hier vorliegenden Vertragsdaten sowie das korrekte Kündigungsdatum enthält.

    Am habe ich dieser E-mail am 2021-10-12 widersprochen: Mir ist keine Kündigung zum Vertrag 2…….. 2 bekannt, denn dieser wurde ja erst zum 2021-05-01 (Versorgungsbeginn) abgeschlossen. Bitte leiten Sie mir die in Rede stehende Kündigung zu, damit diese aufgeklärt und ggf. verfolgt werden kann.

    Am 2021-10-23 um 00:42 Uhr sendet immergrün! nach langem BlaBlaBla folgende Ankündigung mit einer Vorlaufzeit von nur 7 Tagen: „Bei dem an Ihrer Abnahmestelle zu erwartenden Verbrauch von 589 kWh/Jahr beträgt damit Ihr monatlicher Zahlbetrag 30,00 € ab dem 01.11.2021.“ Ich habe am 2021-10-26 geantwortet: ich widerspreche Ihnen hiermit der einseitigen Erhöhung der Vorauszahlung von derzeit 19,00 auf 30,00 EUR. Die Erhöhung ist unbegründet und dient einzig der Erhöhung Ihrer Liquidität. Ich bin kein Finanzierer Ihres Unternehmens. Darüber hinaus ist Ihre Ankündigung zu kurzfristig.

    Der Strompreis wurde ab April 2021 fixiert und mein avisierter Stromverbrauch von 500 kWh wird ebenfalls nicht überschritten. Mein heutiger Zählerstand lautet: 00850 kWh. Es ist auch weiterhin nicht mit einem erhöhtem Verbrauch zurechnen, da die Nutzung meiner Zweitwohnung nach wie vor gering ist. Es kann nach Würdigung aller Umstände zur Abrechnung April 2022 nicht zu einer signifikanten Nachzahlung kommen.

    Ich untersage Ihnen ausdrücklich mehr als die vereinbarten 19 EUR von meinem Bankkonto einzuziehen. Bei Überschreitung des erteilten Mandates erfolgt ein für Sie kostenpflichtiger Widerspruch.“

    Am 2021-10-27 um 01:02 Uhr schreibt immergrün! wieder nach langem BlaBlaBla: “ ….Mit dem 26.11.2021 ändert sich Ihr monatlicher Grundpreis von 7,60 Euro auf 25 Euro.“

    Wieder wurde die eigene Ankündigungsfrist von mindestens 6 Wochen gemäߧ 3 Abs.2 oder § 8 Abs. 6 AGB von immergrün! nicht eingehalten und die eingeschränkte Preisgarantie bis 2022-02-28 ignoriert. Daher habe ich am 2021-10-27 erneut widersprochen.

    Am 2021-11-02 um 21:29 Uhr schreibt immergrün!: „… Hiermit bestätigen wir Ihnen die Sonderkündigung Ihres Energieliefervertrags zum frühestmöglichen Zeitpunkt am 12.11.2021. Wir werden die Netzabmeldung zum 12.11.2021 für Sie in Auftrag geben.“

    Es wird also hierbei auf eine nicht vorhandene und von mir widersprochene Sonderkündigung abgestellt.

    Selbstverständlich werde ich ein solches Geschäftsgebaren nicht kampflos hinnehmen. Diese Firma gehört vom Markt gefegt, koste es was es wolle!

  15. Energievorsorger Rheinland hat meinen Stromvertrag fadenscheinig und rechtswidrig gekündigt, ohne mich zu informieren. Ich habe erst darüber erfahren, als mein Grundversorger mich anschrieb. Dann habe ich in mein Kundenportal reingeschaut und da steht folgendes:
    Auszug aus Wild-West Energieversorgung Deutschland oder Bananenrepublik:
    ___________________________________
    Sehr geehrte Damen und Herren,
    wir haben für Ihre Lieferstelle eine Netzabmeldung zum 31.10.2021 erhalten, welche wir hiermit bedauerlicherweise bestätigen möchten. Bitte berücksichtigen Sie, dass eine Netzabmeldung von zahlreichen Faktoren abhängig ist. Leider haben wir auch auf diese regelmäßig keinen Einfluss.
    __________________
    Also demnach, wer es glaubt wird selig – hat Stromnetz Hamburg gesagt, ihr dürft keinen Storm mehr nach Hamburg für euere Kunden liefern. Sind wir im Mittelalter mit regionalen Staatsgrenzen oder was?
    Der Stromanbieter Rheinland kündigt günstige Stromverträge seiner Kunden. Der Hohn ist, dass der private Stromanbieter mit Sitz in Düsseldorf auf seiner Webseite unter Über uns schreibt: Ich zitiere:
    „Die Energieversorger Rheinland GmbH mit Sitz in Düsseldorf ist ein privater Energieversorger und beliefert seine Kunden in ganz Deutschland mit umweltschonender und nachhaltiger Energie.“ Da lachen die Hühner!

    1. Danke fürs Posten!!! Ich habe ebenfalls, wohlgemerkt an Weihnachten 24.12.2021, die gleiche E-Mail erhalten. Offensichtlich ist es ein rein plumper Versuch die Kunden loszuwerden und abzuzocken.

      leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass eine Netzabmeldung an Ihrer Lieferstelle zum 6. Januar
      2022 durchgeführt werden muss. Konkret bedeutet dies, dass wir Sie ab der Abmeldung nicht mehr
      versorgen können und der Vertrag beendet wird. Bitte berücksichtigen Sie, dass eine
      Netzabmeldung von zahlreichen Faktoren und wichtigen Gründen abhängig ist, auf die wir
      bedauerlicherweise keinen Einfluss haben. Selbstverständlich erstellen wir Ihnen schnellstmöglich
      eine Schlussrechnung, die Ihnen per E-Mail übermittelt wird. In diesem Zusammenhang bitten wir
      Sie uns Ihren Zählerstand zu übersenden, damit wir Ihre Schlussrechnung zeitnah erstellen
      können. Sehr wichtig: Der Vertrag wird unsererseits bis zum Tag des Wirksamwerdens der
      Abmeldung erfüllt. Die automatische und unterbrechungsfreie Versorgung ist für Sie natürlich
      durch den örtlichen Grundversorger jederzeit sichergestellt. Wir empfehlen Ihnen, frühzeitig den
      Wechsel zu einem anderen Versorger einzuleiten. Über die gängigen Vergleichsportale (Verivox,
      Check24 etc.) können Sie sich schnell und einfach für einen neuen Versorger entscheiden. Dieser
      würde sich dann mit uns abstimmen und einen nahtlosen Wechsel für Sie in die Wege leiten. Dabei
      kommt es selbstverständlich zu keinem Zeitpunkt zu einem Lieferausfall. Falls Sie nicht aktiv
      werden, so werden Sie nahtlos und unterbrechungsfrei durch den örtlichen Grundversorger
      weiterversorgt. Sie können jedoch jederzeit kurzfristig aus der Grundversorgung wieder zu einem
      günstigeren Versorger wechseln. Wir bedauern es, Sie als Kunden zu verlieren, wünschen Ihnen
      für die Zukunft alles Gute und würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bald wieder mit der
      Belieferung beauftragen würden.

      Mit freundlichen Grüßen
      Energieversorger Rheinland GmbH

  16. Wo wir schon gerade bei Wildwestmethoden sind, noch schlimmer sind Strukturen feudalistischer Zwangsherrschaft. So zu finden bei den Rundfunkgebühren mit nicht näher legitimierten Säumniszuschlägen oder bei Fitnesstudios durch Rechtsbeugung (hier: Nichtanerkennung von BGB § 313, Störung der Geschäftsgrundlage mit daraus resultierendem außerordenltichem Kündigungsrecht).

  17. Hallo,
    ich hatte einen Gasvertrag mit zweijähriger Preisgarantie bei Schwarzwald Energy abgeschlossen.
    Aber der Vertrag konnte nach einem Jahr gekündigt werden. Das hat das Unternehmen auch getan. Gleichzeitig wurde mir angeboten einen neuen Vertrag abzuschließen, allerdings zu einem ca. dreifachen Arbeitspreis pro KWh.
    Bei den anderen Gaslieferanten ist es auch nicht sehr viel günstiger. Diese Energiewende wird wirklich auf dem Rücken der Bürger ausgetragen. Ich leugne den Klimawandel nicht, aber wir in Deutschland halten ihn nicht auf. Statt die Bürger massiv zu belasten, sollte lieber in Klimaanlagen, Deichbau etc. investiert werden. Warum werden nicht unsere Kläranlagen mit Biogasanlagen gekoppelt und aus Fäkalien Biogas gemacht? Ach ja, da verdienen die großen Konzerne wahrscheinlich nichts mehr….

    1. Lieber Leser,
      dass die Gaspreise derzeit hoch sind, hat nichts mit der Energiewende zu tun, sondern damit, dass Erdgas gerade teuer gehandelt wird. Es hat immer wieder Phasen mit hohen Beschaffungspreisen gegeben, vor 2021 zuletzt 2014. Die, die von den hohen Preisen aktuell profitieren, sind die Förderländer für Erdgas. Wenn Deutschland die Abhängigkeit von Erdgasimporten und den von den Förderländern maßgeblich bestimmten Preisen verringern möchte, brauchen wir die Energiewende.
      viele Grüße
      Ines Rutschmann

    2. Der Deichbau wird uns nur 10 bis 20 Jahre helfen, wenn das so weitergeht. Dann ist irgendwann die Baukunst am Ende, da die Deiche nicht mehr hoch genug gebaut werden können und das Wasser doch immer wieder drüberläuft…

  18. Du schreibst in dem Artikel:
    „Auf der anderen Seite kannst Du nicht viel tun gegen eine Kündigung durch den Lieferanten. Also akzeptiere sie einfach. Das musst Du auch im Falle einer Insolvenz.“

    Das trifft aber nicht zu bei Verträgen mit einer vereinbarten Laufzeit!

    Ich habe einen 12-Monatsvertrag bei Wunderwerk mit eingeschränkter Preisgarantie. Dieser wurde mir gekündigt und ich sollte etwa das Doppelte für den Arbeitspreis bezahlen (Neukundenbonus von 15% für die restliche Vertragslaufzeit würde damit auch wegfallen). Dem habe ich widersprochen und mir wurde von Wunderwerk der Vertrag gekündigt.
    Daher werde ich beim Amtsgericht Düsseldorf Klage auf Fortbestand des Vertrages einreichen
    und Schadenersatz in Form der höheren Kosten im Hinblick zum Grundversorger geltend machen.

    1. Lieber Herr Dieterle,
      wenn der Lieferant den Netznutzungsvertrag mit dem Netzbetreiber für Ihren Anschluss kündigt, können Sie das nicht umkehren. Der Netzbetreiber weist Ihren Anschluss dann dem Grundversorger zur Ersatzversorger zu, wenn nicht nahtlos ein neuer Vertrag geschlossen wird. Der Kunde kann gegen dieses Vorgehen nicht viel machen. Selbst wenn er dem Netzbetreiber mitteilt, dass die Kündigung durch den Lieferanten rechtswidrig war, tritt der gelöste Netznutzungsvertrag zwischen Lieferanten und Netzbetreiber nicht wieder in Kraft. Als Kunde können Sie gegen die Abmeldung erst einmal nichts machen, haben aber natürlich die Möglichkeit, zivilrechtlich gegen die Kündigung durch den Lieferanten vorzugehen. Bis ein Gericht dann entscheidet, sind viele Monate vergangen. Zudem wäre näher zu prüfen, ob Sie der Anbieter bei fester Vertragslaufzeit trotzdem kündigen darf. Es ist möglich, einen Vertrag außerordentlich aus wichtigem Grund zu kündigen (§ 314 BGB). Beruft sich der Energieanbieter darauf, wäre wiederum zu prüfen, ob ein wichtiger Grund tatsächlich vorlag.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

    1. Ganz richtig! Aber man muß ja Rücksicht nehmen auf die Ukraine, die Durchleitungsgebühren kassieren will (und deren Präsident sein Geld bei dubiosen „offshore“-Anbietern anlegt) und Polen (das sich keinen Deut um deutsche Interessen kümmert); der deutsche Verbraucher ist den Politikern sowas von wurscht…

      1. Ach so, und Gazprom und der russische Staat kümmern sich natürlich in großherziger Weise um die deutschen Interessen, ja? Selten solch einen Unfug gehört! Schauen Sie sich bitte an, was Polen derzeit an seiner Grenze zu Belarus für die EU und in erster Linie auch im Interesse Deutschlands leistet. Da sind derlei Vorwürfe wie jener von Ihnen geradezu infam!

        1. Bravo, Mike! Ihr Kommentar ist mir aus der Seele gesprochen! Das, was das freie Polen jetzt und in der Vergangenheit für Deutschland und Europa getan hat und tut, knüpft an die besten demokratischen deutsch-polnischen Traditionen an. Erinnert sei hierbei nur an den Wahlspruch „Für Eure Freiheit und die unsere“ beim Hambacher Fest von 1832.

  19. maingau ist auch ein hundsvott.
    habe sondergekündigt zum vortag preiserhöhung 31.12.21.
    da schmeißen die mich bereits zum 31.10.21 raus.
    sauerrei – illegal – nun bin ich in der grundversorgung bis 31.12.21.
    und das ist teurer.
    hat jemand eine idee ?

    1. Das war bei mir und Immergrün ähnlich. Ich habe der Anpassung (Verdopplung) meiner Abschlagszahlung widersprochen und meinen Vertrag zum 30.11.2021 gekündigt (1. Preiserhöhung seitens immergrün zum 01.12. angekündigt). Prompt wurde mir freundlicherweise zum 11.11.2021 gekündigt, auf Nachfrage beim „Kundenservice“ hieß es, dass mein Fall in die Einzelklärung ginge und aufgrund der „Sonderkündigung“ zum 11.11.2021 gab es keine Antwort. Wirtschaftlich ist das natürlich nachvollziehbar. Welches Unternehmen möchte gerne 1000en Kunden Strim für 20cent/kWh verkaufen und ihn für das 1,5-2-fache Einkaufen? Da spart man jeden Tag, den der Kunde eher aus dem Vertrag ist. Toll! Aber da bin ich ganz beim Artikel und hoffe, dass sich die nachhaltigeren Versorger durchsetzen und das wäre immerhin gut für‘s Klimabewusstsein.

    2. Lieber Dietrich,
      Sie sind erst einmal in der Ersatzversorgung beim Grundversorger. Hier besteht keine Kündigungsfrist. Sie können jederzeit einen neuen Vertrag eingehen. Sobald dieser anläuft, endet die Ersatzversorgung.
      viele Grüße
      Ines Rutschmann

  20. „Wer dagegen langjährige Lieferverträge hat oder eigene Kraftwerke aus regenerativen Quellen betreibt, hat viel weniger Probleme.“

    Durch EEG-Umlage bzw. Subventionen und mangelnde Grundlastfähigkeit sowie Abschaltung der günstigen Kernenergie sind die Regenerativen wesentliche Treiber der Preisexplosion. Dass diese hier als Lösung statt als Problem dargestellt werden zeugt mal wieder von der aktivistischen Ausrichtung von Finanztip. Die Bösen sind natürlich mal wieder die Stromkonzerne und nicht etwa die Regierung und das Energiewende-Desaster.

    1. Eine winzige Korrektur zum hervorragenden Wissen des Herrn Schmelter:
      Die Gewinnung von Strom aus Kernenergie ist die teuerste Form von Energieerzeugung, die es gibt. Das war schon immer so, ist so und bleibt so. Nur wer kurzfristig denkt, argumentiert mit der „günstigen“ Kernenergie, um bestimmte Kreise zu manipulieren. Weil er die Kosten für Zwischen- und Endlagerung sowie den Rückbau von überalterten AKWen verschweigt. Denn die werden in hohem Maße aus Steuermitteln finanziert, wie wir inzwischen wissen. Damit fehlen diese Mittel uns allen. Die Stromkonzerne verdienen sich erst eine goldene Nase, aber wenn es um die Beseitigung des Atomdrecks geht, dann zeigen sie auf die Portemonnaies der Gesellschaft. Auf die Gefahren für uns alle, die von AKWen und dem radioaktiven Abfall ausgehen, will ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen.
      Das Darstellen von Fakten als „aktivistisch“ zu bezeichnen, läßt auf die Grundeinstellung des Herrn Schmelter schließen. Die scheint von einer bestimmten Tendenz gekennzeichnet zu sein. Glückwunsch!

    2. Sehr geehrter Herr Schmelter,
      die Börsenstrompreise sind aktuell hoch, weil Kohle und Erdgas im Einkauf 2021 viel teurer geworden sind. Zusätzlich hat sich der Preis für Emissionszertifikate stärker erhöht. Der Handel mit Emissionszertifikaten für Stromkraftwerke besteht seit 2013 EU-weit und wurde vom EU-Parlament beschlossen. Dass die Börsenstrompreise nicht noch stärker gestiegen sind, verdanken wir in Deutschland den erneuerbaren Energien. Die EEG-Umlage verringert sich zum Jahreswechsel um mehr als 40 Prozent. Von hohen Großhandelspreisen sind die meisten Länder in Europa aus den genannten Gründen betroffen. In Frankreich (= 75% Anteil Nuklearenergie an der Stromerzeugung) liegen sie in diesem Herbst rund 20 Prozent über denen von Deutschland.
      Viele Grüße
      Ines Rutschmann

    3. Jaja… Immer das Märchen der günstigen Kernenergie. Kernenergie ist mit den Kosten für Entsorgung des Kraftwerks und des ganzen radioaktiven Abfalls die teuerste Energieherstellung. Nur das die Befürworter immer nur die reinen Produktionskosten heranziehen. Alter Trick aus den 80ern. Nur leider total falsch.

    4. Also zum Thema „günstige Kernenergie „da kann ich ja nur Lachen, Leute wer hat denn Jahrzehntelang die Milliarden an Subventionen bezahlt ???? WIR !! Und den Verseuchten Müll hinterlassen wir ja auch den Nachfolgenden Generationen, Na Danke!! Und natürlich werden wir, die ja auch irgendwie am Klimawandel mitgewirkt haben, dafür jetzt und in Zukunft zahlen!! Es gibt gute Stromanbieter, Lichtblick, EWS Schönau, Greenpeace, usw. Ich beziehe meinen Strom schon seit Jahren von Lichbl. klar bezahle ich etwas mehr für den Ökostrom aber bislang konnte ich die Strompreiserhöhungen noch bezahlen, mein Tip :Balkonkraftwerk, oder Photovoltaikanlage aufs Dach, da kann man:frau was einsparen, und Zinsen kriegt man auf der Bank sowieso nicht mehr. LG.

  21. E.on hat uns plötzlich mitgeteilt, dass unser Stromvertrag mit dem 31.1.2022 beendet wird. Angeblich hat der Netzbetreiber eine Abmeldeanfrage gestellt, weil wir einen neuen Vertrag mit einem anderen Anbieter eingegangen sind. Beides ist gelogen. Der Netzbetreiber hat sich überhaupt nicht an E.on gewendet und wir haben nichts unternommen, um einen anderen Vertrag abzuschließen. Die Mitarbeiter am Telefon sind nicht bereit, das zu klären. Unser Brief wurde einfach nicht beantwortet. Offenbar will E.on den Neukundenbonus von fast 200 Euro einsparen und uns deshalb loswerden.

    1. ich hatte auch Ärger mit e.on, endlose Telefonate mit inkompetenten Mitarbeitern (durchaus nicht alle, bei jedem 3. Anruf ist auch jemand dabei, der sich auskennt, aber an die telefonisch nicht erreichbare „Fachabteilung“ verweist). Schlichtungsstelle eingeschaltet, ganz schnell war das Problem gelöst.

  22. Ich bin betroffen.
    Wie sieht es bei immergrün mit dem Bonus aus?
    Muss ich as beachten?
    Ich bin seit 1.8. dort und habe eine 1jährige Preisgarantie.

    1. Die Verbraucherzentrale NRW bereitet eine Klage gegen dieses Unternehmen vor und sucht konkrete Fälle für das vertragswidrige Verhalten. Ich habe meine gesamte Kommunikation mit dem Unternehmen zur Verfügung gestellt.

      Ansonsten werde ich einen Rechtsanwalt einschalten zwecks Schadensersatz, da ich eine eingeschränkte Preisgarantie bis 31.08.2022 vereinbart habe. Den Bonus werde ich von der Schlussrechnung abziehen, man kann eine Lastschrift ja zurückholen und dann den eventuell verbleibenden Restbetrag überweisen.

      1. Sehr geehrter Herr Dr. Sacher,

        Können Sie bitte Kontaktdaten/Vorgangsnummer der Verbraucherzentrale NRW benennen? Ich würde gerne meinen Beitrag leisten wollen. Siehe meinen Kommentar vom 2021-11-08 um 11:35 Uhr.

    2. Geht mir genau so. Habe der Abschlagserhöhung von 92 auf 272 EUR erfolgreich widersprochen, dann aber postwendend eine Preis-Verdreifachung bekommen – trotz Preisgarantie. Da die eigentlich ja noch 9 Monate gelten würde: ist es wirklich rarsam zu kündigen? Würde es sich nicht lohnen -zumindest, wenn immergrün noch nicht insolvent ist-, sich zu wehren und auf die Preisgarantie zu bestehen? Solche Konditionen kriege ich ja sonst nirgends wieder.

      1. Hallo,
        bei uns war das selbe mit „immergrün“, zuerst Abschlag erhöht für Gas um das drei Fache, dem wir wiedersprochen haben, dann 2 Tage später Preiserhöhung um das vier Fache. Und dann liest man hier man hätte Sonderkündigungsrecht.
        Darum geht es aber gar nicht. Es ist ein Vertrag auf Zeit der gefälligst einzuhalten ist.
        Wir haben zwar gekündigt, weil unser Vertrag nur noch zwei Monate lief und haben neu bei EWE abgeschlossen mit Laufzeit von einem Jahr.

      2. Guten Abend Herr Böttjer,

        das ist echt fies die Aktion…
        Es ist echt Ratsam lieber zu wechseln! Welche Preise werden Ihnen denn Garantiert bzw. was Zahlen an Arbeit- und Grundpreis ?

    3. Ich wechsel fast jährlich meinen Anbieter. Ich war auch schon bei immergrün. Dieses Unternehmen gehört zu den Abzockern unter den Stromlieferanten. Nur mit massivem Druck und der Drohung, den monatlich abgebuchten Betrag zurück zu holen hat immergrün gezahlt. Man sollte unbedingt den monatlichen Abschlag selbst berechnen, immergrün hatte ihn bei mir wesentlich zu hoch angesetzt mit den „tröstenden“ Worten, dass ich zuviel gezahlte Beträge doch am Jahresende zurückhalten würde. Selbst nachdem ich schon nicht mehr Kunde war, stellte das Unternehmen nach mehreren Monaten noch eine Verbrauchsrechnung auf.

      1. Hallo, es besteht die Gefahr, dass wenn man jährlich den Anbieter wechselt, dass dann irgendwann man keinen neuen findet. Es sollen „listen“ bestehen wo solche Kunden geführt werden. Auch wenn man nach ein paar Jahren wieder zu einem Anbieter wechseln möchte bei dem man vorher war, kann eine Ablehung kommen. So ist dies einem Kunden von mir ergangen.

        Ihr Energiepreisreduzierer

        1. Diese Listen bestehen definitiv! Die Energiewirtschaft hatte ja sogar mal einen Versuchsballon gestartet & eine solche Idee (quasi als „Energie-SCHUFA“) öffentlich diskutiert und sich eine blutige Nase geholt. Unternehmensintern gibt es die aber sehr wohl!

          Ich selbst bin schon als Neukunde abgelehnt worden – offenbar war ich vor einigen Jahren schon mal bei einer anderen Marke des Anbieters & hatte nach Ende der Preisgarantie von meinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. Als möglicher Grund für die Ablehnung wurde u.a. eine „negative Fortführungsprognose“ genannt.

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