Passagiere von Thomas Cook
Viele wären gerne ihren Flug noch geflogen. Stattdessen gibt es nun das Geld zurück. Bild: Eurokinissi / dpa

Wer beim insolventen Reiseanbieter Thomas Cook einen Pauschalurlaub gebucht hat, bekommt nun doch den vollständigen Reisepreis erstattet. Die Bundesregierung hat am Mittwoch zugesichert: „Schäden, die nicht von anderer Seite ausgeglichen werden, wird der Bund ersetzen.“

Bei der „anderen Seite“ handelt es sich vor allem um den Versicherer Zurich. Über diesen waren die Reisen versichert. „Hierauf haben die Kunden vertraut“, räumt die Regierung ein. Allerdings reicht die Haftungssumme von 110 Millionen Euro, die Thomas Cook vereinbart hatte, bei weitem nicht aus, um allen Urlaubern den vollen Preis zurückzuzahlen. Eine Mitschuld daran trug auch der Gesetzgeber, der es den Anbietern erlaubte, die Haftung auf diese Summe zu deckeln. Das trug wohl mit dazu bei, dass die Bundesregierung nun einspringt. Allerdings erwartet sie, dass die Kunden auch andere Möglichkeiten, an das Geld zu gelangen, ausschöpfen – etwa eine Kreditkarten-Rückbuchung (Chargeback).

Letztlich zahlen jetzt wir alle – die Steuerzahler – für die Insolvenz von Thomas Cook. So wird die Last auf viele Schultern verteilt. Familien etwa, die hart für den Urlaub gespart haben, bleiben nicht mehr auf vierstelligen Summen sitzen. Der Bund geht davon aus, dass er 200 Millionen Euro zahlen muss. Die Zurich Versicherung rechnet mit 237 Millionen Euro.

Betroffene Urlauber müssen derzeit nichts tun. Die Bundesregierung will Anfang des nächsten Jahres ein „möglichst einfaches und kostenfreies Verfahren für die Abwicklung und Auszahlung an die Kunden bereitstellen“. Darüber werden wir Sie natürlich informieren.

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