Thomas Cook
Bild: Boarding1Now / Getty Images

Die Bundesregierung kommt nun ihrem Versprechen nach: Wer nach der Thomas-Cook-Pleite für seine Pauschalreise noch nicht voll entschädigt wurde, soll jetzt vom Bund sein Geld bekommen. Seit Mittwoch können Sie sich online anmelden, wenn Sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. So müssen Sie Ihre Ansprüche beim Rückversicherer Zurich geltend gemacht, aber nicht vollständig erstattet bekommen haben. Und Sie müssen sich auch beim Insolvenzverwalter angemeldet haben.

Es gibt drei Onlineportale: Eins für Kunden von Thomas Cook direkt, zwei für die jeweiligen Tochterfirmen. Ihre Ansprüche müssen Sie auf der passenden Website mit den entsprechenden Dokumenten belegen. Dazu gehören unter anderem die Rechnung Ihrer Pauschalreise, Nachweise über Zahlungen und etwaige Rückzahlungen. Die Dokumente können Sie einscannen oder mit dem Smartphone fotografieren und auf den Websites hochladen.

Wichtig: Hat der Reiseveranstalter Ihre per Kreditkarte bezahlte Reise aufgrund der Insolvenz abgesagt, müssen Sie nachweisen, dass Sie zumindest eine Kreditkarten-Rückbuchung (Chargeback) versucht haben. Falls Sie das noch nicht gemacht haben, müssen Sie es nachholen. Wenden Sie sich dazu an die Bank, mit der Sie einen Kreditkartenvertrag abgeschlossen haben. (Hier unsere Tipps dazu.)

Weitere Infos zum Verfahren und die Links zu den drei Portalen finden Sie beim Bundesjustizministerium.

Max Mergenbaum
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Stand:

Max Mergenbaum geht nicht nur privat gerne auf Reisen, er schreibt auch darüber. Bis Sommer 2022 war er Experte für Reisethemen von Finanztip. Max hat bei Finanztip volontiert, inklusive Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion des RBB Inforadios. Vorher studierte er Politik, Wirtschaft & Gesellschaft sowie Germanistik in Berlin und Canterbury.

3 Kommentare

  1. Kann ich noch meine Reisepreisrückerstattung vom Staat einfordern wenn ich die Anmeldung bis zum 15. November 2020 auf dem Bundportal angefangen, aber noch nicht abgeschlossen habe also die Frist bis zum 31. Mai 2021 verstreichen lassen habe.

  2. Wie kann und soll ich den Statt verklagen auf Reisepreisrückerstattung bei Thomas Cook Pleite, das ist nach fast 1 1/2 Jahren und Registrierung noch immer kein Geld habe . Und dann zum Thema Freiwillige Rückerstattung , der Staat hat durch ein absolutes totalversagen und völlige Inkompetenz Thomas Cook und der Züricher überhaupt erst die Gelegenheit geboten die Leute auf übelste Art und weiße zu betrügen .

  3. Soso, die Bundesregierung kommt nun ihrem Versprechen nach: Wer nach der Thomas-Cook-Pleite für seine Pauschalreise noch nicht voll entschädigt wurde, soll jetzt vom Bund sein Geld bekommen.“

    Eine sehr schöne Umschreibung (in Bochum würde man es schlicht und einfach „Verarsche“ nennen…) für die Tatsache, dass die Bundesregierung eine EU-Richtlinie, die eine vollständige finanzielle Absicherung für Pauschalreisen im Falle einer Insolvenz des Veranstalters vorsieht, auf 110 Millionen Euro pro Jahr begrenzt hat (Siehe $651r, Absatz 3, Insolvenzsicherung, Sicherungsschein). Also welcher Verband da wieder bei der Gesetzgebung „mitgewirkt“ hat…?
    Nachdem in Folge der Thomas Cook-Pleite einige Anwälte (die hatten wohl schon die Dollarzeichen in den Augen) mit Klagen gegen die Bundesrepublik Deutschland gedroht hatten, sah sich die Bundesregierung quasi gezwungen, eine Klagewelle durch das von Ihnen erwähnte „Versprechen“ abzuwenden. Alles natürlich auf Kosten des Steuerzahlers (wenn 110 Millionen Euro etwa 17% ausmachen, wie viel sind dann wohl 83%???!!!).
    Übrigens: Der erwähnten Paragraph ist nach wie vor in Kraft … ich werde mit meinen Steuergeldern wohl auch noch die durch das Corona-Virus mit verursachten Ausfälle bei den zu befürchtenden Insolvenzen weiterer Veranstalter mit tragen dürfen.
    Da werden – wie kürzlich geschehen – Gesetze an einem Tag verabschiedet, aber um dieses kümmert sich offenbar NIEMAND!

    Jaja, so ist das mit dem Versprechen der Bundesregierung … also bitte zukünftig etwas mehr journalistische Sorgfalt, Herr Mergenbaum!

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