Mann zahlt am Strand
Bild: valentinrussanov / iStock.com

Im Urlaub angekommen, rinnt einem das Geld schnell nur so durch die Finger. Wie Sie vermeiden, dass Sie schon beim Umtausch und beim Zahlen viel Geld verlieren:

1. Bargeld zuhause lassen

Nehmen Sie nicht so viel Bargeld mit, heben Sie lieber am Urlaubsort Geld ab. Denn beim Geldumtausch bei Banken und Wechselbuden fallen hohe Gebühren an, oder Sie bekommen schlechte Wechselkurse – im schlimmsten Fall beides. Wenn Sie es richtig anstellen, kommen Sie am Geldautomaten vor Ort günstiger weg: Mit einigen Kreditkarten geht das Abheben sogar kostenlos.

2. Kostenlos Geld abheben

Wenn Sie sich mit der Girocard (früher: EC-Karte) im Ausland Geld holen, fallen in aller Regel Fremdabhebegebühren an. Weltweit kostenlos abheben können Sie zum Beispiel mit einer Kreditkarte der DKB*. Auch Santander* und Barclaycard* bieten diesen Service an – allerdings sollten Sie bei diesen Kreditkarten ein paar Dinge beachten. Alle Details finden Sie in unserem Ratgeber. Die ING* bietet eine Kreditkarte an, mit der Sie immerhin in der Eurozone kostenlos Geld abheben können.

3. Den Automaten nicht in Euro umrechnen lassen

Wichtig an Automaten außerhalb der Eurozone: Wählen Sie immer direkt die Auszahlung in Landeswährung, lassen Sie den Betrag nie in Euro ausrechnen!

Denn der Währungskurs, den Ihnen der Geldautomat dann anbietet, ist meist drastisch schlechter als der Kurs Ihrer eigenen Bank. Auf diese Weise zahlen Sie schnell 10 bis 20 Euro drauf. Das gleiche gilt auch an der Kasse: Rechnen Sie im Laden oder im Restaurant stets in Landeswährung ab.

4. Nicht alles auf eine Karte setzen

Es gibt gute Gründe, im Urlaub Giro- und Kreditkarte dabei zu haben: So kann es etwa durchaus vorkommen, dass Ihre Kreditkarte gesperrt wird. Denn: Die Kreditkartenfirmen lassen einen Computeralgorithmus prüfen, ob es verdächtige Muster bei der Nutzung gibt. Wenn Sie zum Beispiel nach China fliegen, kann es passieren, dass Ihre Karte bereits beim ersten Geldautomaten streikt. Mit einem Anruf bei Ihrer Bank (nicht bei der Kreditkartenfirma) können Sie die Karte wieder freischalten lassen. Bereits vor der Reise der Bank zu sagen, wo Sie hinfahren, bringt nach unserer Erfahrung eher wenig: Denn die Banken haben keinen Einfluss auf den Betrugs-Algorithmus.

Manchmal weigert sich eine Karte im Ausland aber auch dauerhaft, selbst in so vertrauten Ländern wie Frankreich, England oder Polen. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass die Kassensysteme ein anderes Verfahren verwenden, um die PIN abzufragen – nämlich offline. Zwar beherrschen die meisten Geldkarten mehrere Verfahren. Doch bei Kaufstellen ohne Personal, etwa bei Tankautomaten, sollten Sie zur Sicherheit Giro- und Kreditkarte parat haben.

5. Was tun, wenn die Karte weg ist?

Im Urlaub ist es besonders ärgerlich, wenn einem die Kreditkarte verloren geht oder gestohlen wird. Plötzlich steht man im Ausland ohne Geld da. Egal, ob es sich um die Bank- oder die Kreditkarte handelt – kommt Ihnen im Urlaub Ihre Geldkarte abhanden, rufen Sie umgehend die Servicenummer (+49) 116 116 an und lassen Sie Ihre Karte sperren. Außerhalb von Deutschland können dabei Telefongebühren anfallen. Das Sperren der Karte selbst ist dagegen immer kostenlos.

Auch hier gilt: Am besten haben Sie auf Reisen immer beide Geldkarten dabei und lassen eine davon in einer anderen Tasche oder im Hotel-Safe. Dann haben Sie im Notfall immer noch eine weitere Option zum Geldabheben in petto.

6. Eine Kreditkarte nur für den Urlaub

Falls Sie bereits ein Girokonto ohne Kreditkarte haben und dieses nicht für eine günstigere Kreditkarte wechseln wollen: Sie können für die Kreditkarte auch ein neues Konto eröffnen und dieses als Zweitkonto führen. Das kann auch eine Übergangslösung sein, wenn Sie sich schnell vor dem Urlaub noch eine Kreditkarte besorgen wollen. Allerdings dauert es bei einer Neueröffnung gerne ein paar Wochen, bis die Kreditkarte einsatzbereit in Ihrem Briefkasten steckt.

7. Den Verfügungsrahmen der Kreditkarte prüfen

Wenn Sie mit der Kreditkarte reisen, dann achten Sie darauf, ob sie eine echte Kreditfunktion hat. Die Consorsbank zum Beispiel gibt eine Debitkarte heraus. Das heißt, das Geld wird wie bei der Girocard sofort abgebucht. Solche Karten werden von Mietwagenfirmen und Hotels oft nicht als Kaution akzeptiert.

Denken Sie auch daran, welches Limit Ihre Kreditkarte hat. Gerade eine Kaution für Mietwagen oder Hotelzimmer kann die Karte sonst schnell ausreizen.

8. Günstiger mit Karte einkaufen und bezahlen

Nicht nur beim Geldabheben kommt es auf die richtige Karte an, sondern auch wenn Sie im Ausland mit Karte zahlen wollen. Im Euro-Raum fallen bei Girocards und Kreditkarte keine Gebühren an. Anders beim Zahlen in fremden Währungen: An der Kasse müssen Sie mit rund 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühren rechnen. Unter den Finanztip-Empfehlungen sind im Moment die einzigen Ausnahmen die Santander, die Barclaycard und die DKB (für Aktivkunden).

9. Ein Gefühl für fremde Währungen behalten

Einige merken sich vor dem Urlaub den groben Wechselkurs, um den Überblick zu behalten, was die Strandliege oder das Urlaubssouvenir in Euro kosten. Für alle vergesslichen Smartphone-Nutzer gibt es dafür aber auch eine App. Mit einem Währungsrechner wie „My Währung“ auf dem Handy, können Sie auch offline Wechselkurse berechnen. Ohne Internet sind die Kurse natürlich nicht ganz so aktuell.

 

Urlaubsserie

1. Ab in die Ferien mit unseren Spartipps rund ums Handy
2. Gut versichert und Tipps für den Flug
3. Kostenlos Geld abheben und günstig vor Ort reisen
4. Vor Ort günstig zurechtfinden
5. Ärger im Paradies

 

Max Mergenbaum
Autor

Stand:

Max Mergenbaum schreibt in der Redaktion über Reise und Versicherungen. Das dafür nötige Rüstzeug erwarb er sich während eines Volontariats bei Finanztip inklusive Hospitanz in der Wirtschaftsredaktion des RBB Inforadios. Max studierte Politik, Wirtschaft & Gesellschaft sowie Germanistik an der Ruhr-Universität Bochum. Nach einem Auslandssemester in Canterbury schloss er sein Politik-Studium an der Freien Universität Berlin mit einem Master ab.

5 Kommentare

  1. Habe die BarclayCard beantragt, online. Seitenlange Bedingungen wurden übersandt. An keiner Stelle stand eine verständliche Erklärung, wie denn nun eine Bezahlung mit der Karte abgerechnet wird.
    Immer nur wird von „Kredit“ geschrieben und die Zinsen werden erklärt.
    Die Bearbeitungsdauer und Reaktion auf eingesandte Unterlagen ist erschreckend lang. Obwohl z.B. die Post ID sofort durchgeführt und versandt wude, hatte man bei BarclayCard darauf nach 6 Tagen noch keinen Zugriff und verlangte eine neue ID.
    Ich habe den Antrag daraufhin dankend abgelehnt und eine ADAC Karte beantragt. Die war innerhalbvon 3 (!!!) Tagen verfügbar.

  2. Bin in Kenia und habe festgestellt, dass bei Barclays doch Gebühren anfallen und ein erhöhter Betrag abgebucht wird. Die Bank sendet mir per Kurier eine neue Kreditkarte da ich noch länger in Kenia bleibe. Gruß R.Toetz

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.