Fahrerkreis klein halten
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Bei kaum einer Versicherung sind die Deutschen so wechselbereit wie bei der fürs Auto. Was viele nicht wissen: Sie könnten viel mehr sparen, wenn sie auch die Merkmale des Tarifs gründlich überprüften.

Seit 2015 untersuchen wir regelmäßig, wie groß die Preisspanne bei einer Autoversicherung sein kann. Das Beispiel einer Vollkaskoabsicherung für einen Golf schreckte uns auf: Bei einem guten Anbieter mit guten Konditionen kostete die Versicherung nur 310 Euro. Wählte unser Testkunde einen teuren Anbieter, stieg der Preis bereits um drei Viertel auf 543 Euro. Noch teurer aber kam ihn die Versicherung, sobald der Kunde die Tarifmerkmale ungeschickt wählte: Durch das setzen falscher Häkchen verdreifachte sich der Preis. Am Ende kostete die Versicherung sage und schreibe 1.777 Euro.

Es kommt im Wesentlichen auf fünf Merkmale an:

1. Halten Sie den Fahrerkreis klein

Wenn Sie jeden Freund und Verwandten mit Führerschein ans Steuer lassen, wird ihre Versicherung doppelt so teuer, als wenn nur Sie und Ihr Partner fahren dürfen. Besonders kostspielig ist es, wenn Fahranfänger mitfahren. Unsere Tipps für Familien mit Führerscheinneulingen lesen Sie hier. Übrigens, falls doch mal ausnahmsweise jemand anders fährt und einen Unfall bauen sollte, verlieren Sie nicht den Haftpflichtschutz. Sie müssen aber mit einer Vertragsstrafe rechnen.

2. Schätzen Sie Ihre Kilometer realistisch ein

Viele wissen nicht genau, wie viele Kilometer sie im Jahr fahren. Sie geben dann bei der Frage der Versicherung sicherheitshalber eine großzügige Kilometerzahl an. Dumm nur, dass die Versicherung dadurch teurer wird: Eine Police für 25.000 Kilometer Fahrleistung kostet ein Drittel mehr als für 10.000 Kilometer. Wer unerwartet weit fährt, vielleicht im Urlaub nach Italien, kann seine Angaben im Nachhinein immer noch anpassen. Schätzen Sie daher lieber defensiv. Eine Vertragsstrafe müssen Sie in diesem Fall nicht fürchten.

3. Zahlen Sie jährlich, nicht monatlich

Sie können bis zu 8 Prozent sparen, indem Sie Ihre Versicherung am Anfang für ein Jahr im Voraus zahlen, anstatt in monatlichen Raten. Wenn der Kontostand es irgendwie zulässt, zahlen Sie also jährlich. Unsere Tipps helfen Ihnen, das Konto zu schonen.

4. Vereinbaren Sie bei der Kasko eine Selbstbeteiligung

Wer kleine Schäden selbst zahlt und bei großen einen geringen Teil übernimmt, kann erheblich sparen: 300 Euro Selbstbeteiligung in der Vollkasko senken die Versicherungsprämie um glatte 26 Prozent. Finanztip empfiehlt daher 300 Euro bei der Vollkasko und 150 Euro bei der Teilkasko.

5. Akzeptieren Sie Werkstattbindung

Das fünfte und letzte Merkmal, dass wir in unserem Golf-Beispiel angepasst haben, war die Werkstattbindung. Die bringt im Durchschnitt um die 10 Prozent Ersparnis. Kann aber auch Nachteile haben: Denn nicht immer sind die Partnerwerkstätten des Versicherers in der Nähe. Wenn die keine Originalteile einbauen, kann es Probleme mit der Garantie bei Neuwagen geben – und schließlich ist die Werkstattwahl auch immer eine Frage des Vertrauens.

Kaum etwas mehr zahlen Sie übrigens, wenn Sie grobe Fahrlässigkeit, die Mallorca-Police, Marderschäden mit Folgeschäden und neben Wildunfällen auch solche mit Kühen und Schafen einschließen. Das alles sollte Ihre Versicherung daher enthalten.

Mehr dazu in unserem großen Ratgeber

 

Finanztip-Serie „Verträge optimieren”:
1. Abspecken: Diese Versicherungen braucht kein Mensch
2. Die Grundlage: Ein praktisches und günstiges Girokonto
3. Strom: Raus aus der teuren Grundversorgung
4. Internet: Günstiger – und auch schneller
5. Handy: Tarif prüfen – und Smartphone getrennt kaufen
6. Gas: Billig wie selten – jetzt wechseln
7. Haftpflicht: Neue Verträge sind besser
8. Hausrat: Füttern Sie nicht den Versicherer
9. Autoversicherung: Mit diesen fünf Tricks kräftig sparen
10. Naturgewalten: So sichern Sie sich gegen Schäden

4 KOMMENTARE

  1. Ich habe eine Versicherung mit Rabattschutz seit vielen Jahren und befürchte, dass ein Wechsel zu wesentlich schlechterer Einstufung führt.
    Gibt es Versicherungen, bei denen es nicht so ist?

    • Bei einen Wechsel der Versicherung sollte man vorher nachfragen bei der Versicherung wie es mit dem Passiven SFR aussieht. Denn dieser wird immer an andere Versicherungen weitergegeben.

      Denn Sondereinstufen werde nicht zu anderen Versicherungen weitergegeben in ausnahmen Fällen übernimmt der Nachversicher die Sondereinstufung wenn ein Rabattschutz mit eingeschlossen wird.

  2. Dieser Artikel ist von einer besonderen Schlichtheit. Wie einfach gestrickt sind Ihre Redakteure eigentlich und für wie dumm halten Sie eigentlich Ihre Leser?

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