Opa mit Enkel
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Manche Überraschung unterm Weihnachtsbaum hört auf rätselhafte Abkürzungen – wie „H0“ (die Eisenbahn der Träume) oder „PS5“ (die Konsole der Lieferprobleme). Ein solides Geschenk ganz ohne Lieferschwierigkeiten steckt dagegen hinter der Abkürzung „ETF“. Als Finanztip-Leser weißt Du natürlich, dass damit günstige Indexfonds gemeint sind. Auch die kannst Du Deinem Kind oder Enkel hübsch einpacken.

Punkt 1: Warum sich ETFs als Geschenk eignen

Mit einem ETF ist die Beschenkte an vielen Firmen aus der ganzen Welt beteiligt. Das brachte in der Vergangenheit im Schnitt 7 bis 8 Prozent pro Jahr, beim MSCI World. Aber: Geduld ist nötig, weil Kurse zwischendurch stark schwanken können. 15 Jahre sind ideal, um den Fonds gedeihen zu lassen. So lange muss das Geld wirklich verzichtbar sein.
Bis das Kind volljährig ist, betreuen die Erziehungsberechtigten die Geldanlage. Deine eigenen Finanzlücken darfst Du übrigens nicht damit stopfen – das Geld gehört definitiv dem Nachwuchs.

Punkt 2: Was Du brauchst fürs ETF-Geschenk

Wertpapiere wie ETFs oder auch Einzelaktien müssen in einem Depot aufbewahrt werden. Das lässt sich ähnlich wie ein Online-Girokonto führen und verursacht im besten Fall keine laufenden Kosten. Das gilt für unsere vier Finanztip-Empfehlungen: Comdirect*, Consorsbank*, DKB und ING. Wenn das Depot eingerichtet ist, kannst Du das zugehörige Verrechnungskonto entweder per Überweisung oder per Dauerauftrag mit Geld befüllen.

Punkt 3: Die Eltern müssen das Kinderdepot eröffnen

Oma, Opa, Tante und Freunde dürfen natürlich mitsparen, ein Konto für das Kind eröffnen können sie nicht. Die Eltern müssen den Formal-Kram erledigen. Für eine Eröffnung müssen beide Elternteile unterschreiben, sich ausweisen und eine Geburtsurkunde des Beschenkten vorweisen. Die Online-Eröffnung spart dabei Zeit. Ist das Depot eröffnet, können die Verwandten einen Dauerauftrag auslösen. Die Eltern müssen dann die ausgewählten Sparpläne einrichten.

Kind
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Punkt 4: Welche ETFs sich lohnen

Für Kinderdepots geben wir dieselbe Empfehlung wie für die Großen: Weltweite, günstige ETFs, in denen Hunderte oder Tausende einzelner Konzerne stecken. Sie werden automatisch vom Herausgeber des Aktienindex (wie MSCI oder FTSE) aktualisiert. So musst Du Dich um nichts kümmern, auch wenn in ein paar Jahren neue Geschäftsideen den heutigen Platzhirschen Amazon, Google und Co. den Rang streitig machen. Mit dem ETF-Rechner findest Du ETFs, die über das ausgesuchte Depot günstig angeboten werden.

Punkt 5: Was die Sparpläne kosten

Die Gebühr eines Kaufs ist je nach Depotbank unterschiedlich. Gebühren für Einzelkäufe starten meist bei 10 Euro oder mehr, abhängig von der investierten Summe. Gebühren für Sparpläne bewegen sich zwischen 0 Euro (ING), 1,5 Prozent der Sparrate (Consorsbank und Comdirect) oder 1,50 Euro (DKB). Viele ETFs sind auch vergünstigt oder gebührenfrei besparbar.

Punkt 6: Wann sich ein Sparbuch lohnt

Auf Sparbuch, Girokonto, Tagesgeld gibt es zwar keine große Rendite, dafür ist das Geld sicher angelegt. Durch die Inflation wird sein Gegenwert in den meisten Jahren zwar kleiner, trotzdem sind Konten für Kinder sinnvoll. Ein wenig vom Taschengeld zur Seite legen oder Weihnachtsgeld bunkern, um es später auszugeben: Das gehört einfach dazu, wenn das Kind den Umgang mit Geld lernen soll.

Punkt 7: Was Robo-Advisor anbieten

Im Gegensatz zum selbst verwalteten Depot sind Robo-Advisor eine bequemere, aber auch teurere Lösung: jährlich werden Gebühren von 0,5 Prozent oder mehr fällig. Das läppert sich über die Jahre. Von unseren Robo-Empfehlungen bietet Quirion* auch Kinderdepots an. Seit neuestem lassen die sich sogar mit 25-Euro-Gutscheinen auffüllen, die es bei Edeka an der Kasse gibt.

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Hendrik Buhrs
Autor

Stand:

Redakteur im Team Bank und Versicherung. Vor seiner Zeit bei Finanztip berichtete er für die Radioprogramme des Hessischen, später des Westdeutschen Rundfunks über Wirtschafts- und Verbraucherthemen. Hendrik hat in Münster und Exeter VWL studiert. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er bei Radio Q und im Lokalfunk Recklinghausen. Gespartes Geld investiert er gern in Reisen.

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