Deutsche Wohnen
Bild: Christoph Soeder / dpa

Am Pfingstmontag überraschten die zwei größten deutschen Wohnungskonzerne Mieter und Anlegerinnen: Die Vonovia wolle die Deutsche Wohnen bis Ende August übernehmen, erklärten die beiden gemeinsam. Der neue Konzern käme dann auf rund 550.000 Mietwohnungen, der Löwenanteil in Deutschland. Allein in Berlin wären es rund 150.000 Wohnungen – etwa jede elfte Mietwohnung.

Für Mieterinnen und Mieter hätte das zunächst keine direkte Auswirkung: Ihre Mietverträge blieben von so einer Übernahme unberührt. Es entsteht auch kein Vorkaufsrecht. Das wäre nur der Fall, wenn Deine Wohnung in eine Eigentumswohnung umgewandelt würde.

Insgesamt geben sich die Konzerne derzeit zurückhaltend. Denn in Berlin werden Unterschriften gesammelt, um die Stadt per Volksentscheid zu verpflichten, die Wohnungskonzerne (gegen Entschädigung) zu enteignen. Nach dem Scheitern des Mietendeckels ist bezahlbarer Wohnraum wieder ein Wahlkampf-Thema.

Daher haben die Konzerne für ihre Berliner Wohnungen Zusagen gemacht, die Du als Mieter kennen solltest: Vonovia hat erklärt, wegen des unwirksamen Mietendeckels keine Miete nachzufordern – anders als die Deutsche Wohnen. Die hat angekündigt, dieses Jahr immerhin auf Mieterhöhungen zu verzichten. Der neue Mietspiegel ist in Berlin seit 6. Mai in Kraft und könnte ansonsten zu Erhöhungen führen.

Außerdem haben die Konzerne angekündigt, im Falle einer erfolgreichen Fusion ihre Mieterhöhungen in Berlin bis 2026 zu begrenzen.

 

Grenze für Mieterhöhungen in Berlin

Bei einer erfolgreichen Fusion sagen die Konzerne zu, „ihre regulären Mieterhöhungen über ihren Berliner Bestand insgesamt in den nächsten drei Jahren auf höchstens ein Prozent jährlich und in den beiden nachfolgenden Jahren auf den Inflationsausgleich zu begrenzen“ (hier das PDF von Vonovia). Gleichzeitig haben die Unternehmen in Aussicht gestellt, der Stadt Berlin 20.000 Wohnungen zum Kauf anzubieten. Die Stadt will ihren Wohnungsanteil vergrößern, um eine bremsende Wirkung auf den Mietspiegel zu erzielen.

Der Deutsche Mieterbund zeigte sich unbeeindruckt: Das Geschäftsmodell sei es, leerwerdende Wohnungen umfassend zu sanieren und ohne Grenze nach oben teuer zu vermieten. Am Ende treibe das über den Mietspiegel alle Mieten nach oben. Zudem gelten die Erklärungen nur für Wohnungen in Berlin.

Die Vonovia hat nicht den besten Ruf als Vermieterin. In den vergangenen Jahren häuften sich Beschwerden über zu hohe Nebenkostenabrechnungen.

Zum Ratgeber

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Matthias Urbach war von 2014 bis 2022 stellvertretender Chefredakteur von Finanztip. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate-Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate-Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.