Sparen
Bitte noch füttern! Bild: simpson33 / Getty Images

Weihnachten ist längst vorbei, das Konto aber immer noch im Dispo? Eine Mieterhöhung frisst alles auf? Sie wüssten schon, wohin Sie gerne in den Urlaub möchten – Sie haben nur das Geld noch nicht zusammen?

Damit sind Sie nicht allein. Gegen Monatsende wird bei vielen das Geld knapp. Jeder vierte Bundesbürger gibt an, am Ende des Monats nicht mal 50 Euro übrig zu haben, um was auf die Seite zu legen. Und Sorgen, ob das Geld noch im Alter reicht, macht sich laut Umfragen gar jeder Dritte.

Also was tun?

Sie können Ihre Kosten senken. Wahrscheinlich kaum die Miete, aber sicher Strom, Internet und Handy.

Sie können versuchen, Ihre Einnahmen zu erhöhen. Also das Gehalt neu verhandeln oder Spargelder mitnehmen.

Wenn es gerade ganz eng ist, dann gibt es möglicherweise direkte Hilfen vom Staat wie Wohngeld. Das steht Ihnen zu!

Haben Sie dann etwas übrig zum Sparen, nehmen Sie unbedingt die staatlichen Zulagen mit.

Kosten senken

Jeder Dritte gibt an, mehr als 30 Prozent vom Nettolohn für Miete und Nebenkosten zu zahlen. Wenn Sie eine Mieterhöhung umhaut, prüfen Sie doch mal, ob sie überhaupt in dieser Höhe erlaubt ist. Manchmal hilft es auch, an den guten Willen des Vermieters zu appellieren – und die Erhöhung etwas runterzuverhandeln.

Wer im Schnitt mit 1.000 Euro im Dispo liegt, zahlt einer normalen Bank knapp 100 Euro Zinsen im Jahr, oft noch mehr. Unsere Empfehlungen DKB*, Comdirect* und ING* verlangen alle rund 30 Euro weniger. Besser ist es, gar nicht erst in den Dispo zu geraten. Deshalb sollte jeder versuchen, einen kleinen Puffer zusammensparen – zwei bis drei Nettogehälter sind ideal.

Wenn Sie sich beim letzten Umzug keine Gedanken um Ihren Stromversorger gemacht haben, sind Sie beim teuren Grundversorger gelandet. Ihre Familie kann dann rund 200 Euro im Jahr sparen, wenn Sie den Anbieter wechseln. Viel teurer als nötig ist oft auch der Handyvertrag. Eine Allnet-Flat mit schnellem LTE-Internet und 3 GB Datenvolumen muss auch im D-Netz inzwischen kaum mehr als 10 Euro im Monat kosten. Und Festnetz mit Internet nicht mehr als 30 Euro. Und wenn Sie das Gefühl haben, Ihnen rinnt das Geld nur so durch die Finger, dann führen Sie vielleicht mal zwei, drei Monate ein Haushaltsbuch, um herauszufinden, wohin das Geld verschwindet.

Einnahmen erhöhen

Viele sind zurückhaltend, wenn es darum geht, das Gehalt zu verhandeln. Selbst wenn es in Ihrem Betrieb feste Gehaltsstufen gibt, kann man ja immer noch über die richtige Einstufung verhandeln.

Wenn Sie selbst nicht sparen können, dann lassen Sie es doch den Chef für Sie tun. Viele Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen sehen sogenannte Vermögenswirksame Leistungen vor: Dann gibt der Arbeitgeber manchmal 6,65 Euro für einen Sparvertrag dazu wie im Öffentlichen Dienst, manchmal bis zu 40 Euro pro Monat. Die Art des Sparens können Sie aussuchen. Sechs Jahre wird eingezahlt, dann ein Jahr liegengelassen. Bis dahin kommen bei 40 Euro Einzahlung 2.880 Euro zusammen – plus Rendite.

Direkte Hilfe

Wer ohnehin knapp verdient, den kann ein Rückschlag im Job oder eine drastische Mieterhöhung schnell in Probleme bringen. Damit Sie in Ihrer Wohnung bleiben können und auch nicht in Richtung Hartz-IV abrutschen, gewährt der Staat Wohngeld und Kinderzuschlag. Ein Rechenbeispiel fürs Wohngeld: Eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern in Berlin kommt mit 22.800 Euro Jahresbrutto und 700 Euro Kaltmiete auf einen Zuschuss von 402 Euro im Monat. Das ist mehr als die halbe Miete. Bei diesem Einkommen hätte die Familie außerdem Anspruch auf den vollen Kinderzuschlag von der Familienkasse. Das sind für zwei Kinder noch mal 370 Euro.

Übrigens: Auch bei einem Jahresbrutto von 36.000 Euro würden immer noch 91 Euro Wohngeld für unsere vierköpfige Beispielfamilie fließen. In teureren Städten wie Hamburg, Köln oder München auch mehr.

Staatliche Förderung

Wenn Sie vermögenswirksame Leistungen beziehen und als Ehepaar nicht viel mehr als 50.000 Euro im Jahr verdienen, dann zahlt der Staat noch eine kleine Prämie obendrauf: die Arbeitnehmersparzulage. Über die sechs Jahre kann das bis zu 480 Euro ausmachen, sofern Sie die vollen 40 Euro im Monat sparen. Ein guter Anreiz, beim Vertrag die Zahlung vom Chef aufzustocken.

Wer trotz knapper Kasse auch an sein Alter denkt, sollte anfangen zu riestern. Vor allem Geringverdiener können mit wenig Eigenleistung viel Zulagen mitnehmen. Hierzu noch mal das Beispiel der Familie von weiter oben mit 22.800 Euro. Nehmen wir an, beide verdienen jeweils die Hälfte davon, dann sind die Sparbeträge für ihre beiden Verträge 4 Prozent, also je 456 Euro. An Zulagen bekommen die beiden je 475 Euro, falls die Kinder ab 2008 geboren sind. Das bedeutet: Die beiden müssen nur die Mindesteinlage von jeweils 5 Euro im Monat sparen, um die vollen Zulagen zu bekommen.

Selbst bei einem gemeinsamen Einkommen von 36.000 Euro müssten die beiden jeweils nur 21 Euro im Monat in den Riester einzahlen und bekämen immer noch die volle Zulage.

Gut auch beim Riester: Selbst wenn Sie im Alter auf die Grundsicherung zurückfallen, dürfen Sie bis zu 200 Euro Monatsrente behalten. Bei niedriger Riester-Sparsumme zum Rentenbeginn ist auch eine Einmalauszahlung denkbar.

Fazit

Auch wer wenig verdient, kann mitunter etwas zur Seite legen. Gut, um dem Dispo zu entfliehen und auch mal etwas Größeres anzuschaffen. Staatliche Förderungen helfen dabei, auch auf längere Sicht und sogar fürs Alter ein wenig vorzusorgen.

Matthias Urbach
Autor

Stand:

Als stellvertretender Chefredakteur ist Matthias Urbach für den Newsletter, Kooperationen und die redaktionellen Sonderprojekte von Finanztip verantwortlich. Als Diplomphysiker und Absolvent der Henri-Nannen-Schule kombiniert er analytisches und redaktionelles Know-how. Zuvor war er unter anderem als Verlagsdirektor beim SpringerNature-Wissenschaftsverlag und als Leiter von taz.de tätig.

4 Kommentare

  1. Guten Tag,Ihre Finanzbeiträge und TIPPS SIND EINFACH SUPER KLASSE !! Zum Artikel GELD-SPAREN oder ZU anders preiswertes Konto wechseln GEHT ABER NICHT in allen ZEITEN !!DENN WENN SIE EINE Insolvenz durchlechzt haben und NOCH IMMER WEITERE 3 Jahre bei SCHUFA und ANDEREN halb privaten Datenschnüffelern HÄNGEN ,GIBT IHNEN KEINE ANDERE BANK EIN GIROKONTO:Leider nur die Hausbank SPARKASSE,der ROTE RIESE !! UND jede weitere Anfrage ,ganz gleich bei welcher Bank steht WIEDER mind.3 weitere JAHRE auf der SCHWARZEN LISTE !!EINMAL DRIN -bist IMMER DRIN !!
    Mit freundlichen Grüßen
    Isetta

  2. Schauen Sie sich mal hier bei Finanztip den Artikel zu ETFs an, da steht eigentlich alles drin. Ganz kurz (ich mache das selber so):
    – einer der besten ETFs ist der MSCI World (z.B. IShares Core MSCI World )
    – bei Onvista sind die Gebühren mit am geringsten (z.B. Keine Depotgebühren), also:
    – Depot eröffnen, dauert ungefähr 10 Tage
    – Sparplan anlegen, dauert ungefähr 2 Minuten
    – sicherstellen, dass Sie bei Onvista genügend Geld auf dem Verrechnungskonto haben, also rechtzeitig überweisen (also 50 € plus Kaufgebühr, 1 € glaube ich – prüfen Sie das nochmal)
    – Dauerauftrag von Ihrem Girokonto anlegen und rechtzeitig zum 1. bzw. 15. enes Monats (je nach Sparplan) Geld auf das Onvista Konto überweisen
    – bei Onvista sind die Mindestrate 50 €, die Maximalrate 500 € pro Monat

    (Das ist natürlich alles ohne Gewähr und ich übernehme keine Haftung für etwaige Kosten oder Verluste)

    Viel Erfolg (und Glück)!

  3. Ich würde gerne Fondssparen , aber mit nicht mehr als 50,00€ im Monat. Wo kann ich das günstig
    machen , ohne große Nebenkosten.
    Danke
    Karin

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