Bahnhof
Bild: IMAGO / Sven Simon

Regionalzüge zu beliebten Ausflugszielen sind häufiger mal überfüllt und kommen daher zu spät. Wegen des 9-Euro-Tickets wird sich das Problem wahrscheinlich verstärken, weil es durch mehr Reisende als sonst eben manchmal noch länger dauert, bis alle ein- oder ausgestiegen sind. Wenn Dein Regionalzug absehbar 20 Minuten oder mehr zu spät am Ziel ankommt, darfst Du auf einen Fernverkehrszug (ICE, IC oder EC) umsteigen – und Dir später die Kosten für das Ticket erstatten lassen. Das gilt auch, wenn Du ursprünglich nur mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs warst.

Wichtig: Du musst die Fahrkarte für den Fernzug spätestens zehn Minuten, nachdem Du eingestiegen bist, kaufen. Das geht dann nur noch per Bahn-App oder auf bahn·de. Beim Schaffner im Zug ist das nicht mehr möglich. Falls Du vorher noch genug Zeit hast, kannst Du das Ticket auch am Automaten oder im Reisezentrum lösen.

Hast Du es über Dein Kundenkonto gekauft, kannst Du es Dir über die Bahn-App oder bahn·de erstatten lassen. Beim Erwerb am Automaten oder im Reisezentrum musst du die Erstattung über das Fahrgastrechte-Formular beantragen. Du erhältst das Formular auch beim Zugpersonal oder im Reisezentrum.

Lass Dir die Verspätung am besten vom Bahnpersonal bestätigen. Die Bestätigung und eine Kopie des neuen Tickets fügst Du dann dem ausgefüllten Formular bei und schickst die Dokumente per Post an das Servicecenter Fahrgastrechte. Der Bahn zufolge bekommst Du das Geld bei einem Online-Antrag nach etwa zwei Wochen erstattet, per Post kann es etwas länger dauern.

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Salim Rehan
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4 Kommentare

  1. Wo kann man das denn online beantragen? Ich finde nur die Möglichkeit die Erstattung zu beantragen, wenn man das Ticket nicht genutzt hat oder wenn der Zug Verspätung hatte. Irgendwie passt beides nicht…

  2. Sehr geehrter Herr Pade,

    das 9 Euro Ticket fällt unter die Regelung für Zeitkarten. Es gilt also die entsprechende Regelung ab 20 Minuten Verspätung zum Zielbahnhof (wie im Artikel beschrieben).

    Das 9 Euro Ticket wird nicht wie eine „erheblich ermäßigte Fahrkarte“ behandelt. Das gilt auch für ÖPNV-Abos, die jetzt als 9 Euro Ticket genutzt werden können.
    Das hat uns die Deutsche Bahn so bestätigt.

    Mit freundlichen Grüßen
    Max Mergenbaum

  3. von http://www.bahn.de: : Wann darf ich einen höherwertigen Zug benutzen?

    Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten an seinem Zielbahnhof darf der Fahrgast einen höherwertigen, nicht reservierungspflichtigen Zug nutzen. Kunden mit einer Nahverkehrsfahrkarte müssen zunächst eine gültige Fernverkehrs-Fahrkarte beziehungsweise den Produktübergang bezahlen. Die entstehenden Aufwendungen kann der Kunde anschließend geltend machen.

    Die Regelung GILT NICHT für erheblich ermäßigte Fahrkarten – dazu zählen z.B. Länder-Tickets.

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