Kinder Depot Auszahlung erst in den 20ern

  • Hallo zusammen,


    aus steuerlichen Gründen sollte ein Depot ja auf den Namen des Kindes laufen.

    Bis 18 haben die Eltern ja die Kontrolle über das Geld.

    Wie schaffe ich es die Auszahlung des Geldes mit 18 zu verhindern?


    Kurz vorher auf die Eltern übertragen ist wahrscheinlich Quatsch.

    Ich habe einmal von Bankauszahlplänen gehört.

    Wie stellt man sowas an? Muss man das bei Depoteröffnung mitteilen oder reicht das noch kurz vor dem 18.?

    Und ist es dann möglich z.B. alle 4 Jahre 20% auszahlen zu lassen?


    Danke für eure Hilfe.


    S.

  • Ab 18 gehört das Depot dem Kind und wenn es das Geld für Alkohol und schnelle Autos und - je nach Zielgruppe - schönen Frauen oder Männer ausgeben will, kann man das nicht verhindern. Das Depot kurz vorher leerräumen ist keine gute Idee, weil widerrechtlich.


    Wer das nicht will, legt auf seinen Namen an und gibt, wann er will.


    Die Depots meiner Kinder laufen dennoch auf ihre Namen. Habe erstens gewisses Vertrauen in die Erziehung und zweitens in sie - auch wenn man natürlich nie wissen kann.

  • Legal gar nicht.


    Das ganze ist ja kein "Du kannst einfach die Steuerbeträge vom Kind für Dich nutzen nutzen"-Trick.

    Du schenkst das Geld dem Kind, wenn Du es auf seinen Namen anlegst. Und auch als Erziehungsberechtigter bist Du nicht berechtigt Entscheidungen zum Nachteil des Kindes im Namen des Kindes zu treffen.


    Kurz: Entweder Du behältst das Geld und schenkst es dem Kind wann immer Du möchtest (oder nicht), oder Du schenkst es dem Kind jetzt und dann gehört es dem Kind und nicht mehr Dir. Und dann kauft es davon eventuell Drogen, wenn es 18 ist...


    Natürlich kannst (nicht darfst) Du solange Du die Zugangsdaten zum Kinderkonto hast Geld beliebig klauen, aber es ist dann halt auch genau das.

  • aus steuerlichen Gründen sollte ein Depot ja auf den Namen des Kindes laufen.

    Bis 18 haben die Eltern ja die Kontrolle über das Geld.

    Es ist eine Steuerhinterziehung angedacht? Oder wie soll man das auffassen?


    Zitat

    Hierbei gilt es jedoch einen wichtigen Punkt zu beachten: Wenn Sie die steuerlichen Vorteile einer Übertragung von Kapital auf Ihr Kind nutzen, dann gehört das übertragene Geld Ihrem Kind und Sie dürfen nicht mehr darüber verfügen. Das heißt, dass Sie das Ersparte nicht für sich selbst ausgeben oder zurückverlangen können. Sie dürfen nur dann über das Kapital verfügen, wenn die Ausgabe dem Kind dient, Sie damit also zum Beispiel den Führerschein oder einen Studienaufenthalt des Kindes im Ausland finanzieren. Die Überbrückung eigener finanzieller Engpässe mit dem Vermögen der Kinder ist strikt verboten.

    https://bankenverband.de/gelda…orteile-fuer-ihre-kinder/

  • Es ist durchaus möglich ein 'Depot' für die Kinder zu besparen, auf das die Kinder erst später zugriff bekommen (z.B. mit 25 oder 30).

    Das geht aber nur in Form eines entsprechenden Versicherungsmantels der um das Depot herum aufgebaut wird. Kostest allerdings auch Geld, da die Versicherung so etwas nicht umsonst macht und Du Jemanden brauchst, der Dir eine entsprechende Nettopolice vermittelt (Honorarberater).


    Ob ich so etwas machen würde? Nein, ich würde lieber dafür sorgen, meinem Kind die entsprechende finanzielle Bildung zu vermitteln.

    Und ob nun 25, 30 oder 40. Manche Menschen können halt nie mit (Ihrem) Geld umgehen.

  • Es ist durchaus möglich ein 'Depot' für die Kinder zu besparen, auf das die Kinder erst später zugriff bekommen (z.B. mit 25 oder 30).


    Das geht aber nur in Form eines entsprechenden Versicherungsmantels, der um das Depot herum aufgebaut wird. Kostest allerdings auch Geld, da die Versicherung so etwas nicht umsonst macht und Du Jemanden brauchst, der Dir eine entsprechende Nettopolice vermittelt (Honorarberater).

    Das ist mir neu, das interessiert mich aber.

    Wie geht das im Detail?

  • Wenn ich auf unsere Regierung schaue, tendiere ich zur Behauptung, dass der Zusatz in Klammern obsolet ist...

    Gibt es große Volkswirtschaften auf dieser Welt mit einem über Dekaden ausgeglichenen Haushalt oder gänzlich ohne Staatsverschuldung. Ich kenne zumindest keine. :/

    (Staats)Verschuldung ist ja erstmal nichts Schlimmes, so lang der Staat die Schulden bezahlen kann.

    PS: Ich würde auch Niemandem der sich eine eigene Immobilie oder einen PKW auf Kredit finanziert einen schlechten bzw. falschen Umgang mit seinen Finanzen vorwerfen.

    Das ist mir neu, das interessiert mich aber.

    Wie geht das im Detail?

    Ich bin da wahrlich kein Experte, habe aber über entsprechende Konstrukte bereits in einigen Podcasts gehört.

    Suche mal nach Nießbrauchdepot oder Nießbrauchpolice.


    Frau Edith: Ausdrücklich keine Produktempfehlung, sondern nur ein Beispiel, dass es so etwas gibt.

    https://mypension.de/kinder/

    Zitat: "Entnahmen nur mit Zustimmung der Eltern oder Großeltern (Versicherungsnehmer)"

  • >>> Wie kann man ein Depot vor der Volljährigkeit der Kinder schützen?

    >> Das geht über eine Versicherungslösung.

    > Wie geht das im Detail?

    Ich bin da wahrlich kein Experte, habe aber über entsprechende Konstrukte bereits in einigen Podcasts gehört. Suche mal nach Nießbrauchdepot oder Nießbrauchpolice.

    Ah! Eine FoF-Geschichte. Ich dachte mir schon so etwas.


    Eine Anfrage dieser Art ist ja nicht neu: Da will ein Elter aus steuerlichen Gründen Geld auf seine Kinder übertragen, letztlich aber die Kontrolle darüber behalten, bis er selbst seine Kinder für "reif" genug hält, das Vermögen "vernünftig" zu verwalten.


    In der Verwandtschaft finde ich etliche junge Leute im fraglichen Alter, deren Entwicklung ich mit großem Wohlgefallen betrachte. Bei aller Jugend haben die ganz vernünftige Ansichten (die sich zum Glück von den meinen unterscheiden). Die werden ihren Weg schon machen. Nichts anderes ist die Aufgabe der Eltern, die Kinder so aufs Gleis zu setzen, daß sie ihr Leben allein führen können.


    Ich habe auch ein anderes Beispiel in der Nachbarschaft vor Augen, wo eine mittlerweile 50jährige von ihren Eltern immer noch nicht für reif gehalten wird, ihr Leben zu führen, weswegen die Eltern nicht nachlassen können, ihr Kind zu majorisieren.


    Letztlich ist das primär ein Problem der Eltern und nicht der Kinder - und diesen Schuh darf sich der Threadstarter durchaus anziehen: Es zählt zu seinen Aufgaben, seinen Kindern eine entsprechende Finanzbildung angedeihen zu lassen. Und wenn er das erfolgreich tut, dann kann er ihnen auch mit ihrer Volljährigkeit die Kontrolle über das Depot überlassen.


    Den Steuerfreibetrag der Kinder nutzen wollen, aber realiter die Kontrolle über das Vermögens behalten zu wollen, paßt nicht zusammen. Wenn er die Kontrolle nicht abgeben will, geht das ganz einfach: Er behält sein Vermögen auf seinem Namen.

  • Ich habe auch ein anderes Beispiel in der Nachbarschaft vor Augen, wo eine mittlerweile 50jährige von ihren Eltern immer noch nicht für reif gehalten wird, ihr Leben zu führen, weswegen die Eltern nicht nachlassen können, ihr Kind zu majorisieren.


    Letztlich ist das primär ein Problem der Eltern und nicht der Kinder -

    In so einem Fall sehe ich das Problem wahrlich nicht nur bei den Eltern, sondern durchaus auch beim Kind!

    Das Ziel jedes Menschen sollte m.E. darin bestehen selbst (finanziell) unabhängig von seinen Eltern bzw. der eigenen Familie zu werden. Dann kann mir meine Familie auch nicht mehr in mein Leben hinein reden bzw. Sie könn(t)en mir in so einem Fall dann den Buckel runterrutschen!


    PS: Ich durfte mein eigenen finanziellen (Fehl)Entscheidungen treffen. Dafür kann ich heute aber auch niemandem etwas vorwerfen, außer dem Typen, den ich jeden Tag im Spiegel sehe.

  • Hm, ein Aushilfslehrer hat damals von seinem Studium berichtet und dass ein Kommilitone den eigenen 50. Geburtstag gefeiert hat, was interessanterweise mit der Einstellung der Unterstützungszahlungen durch die Eltern zusammenfiel.

    Scheint mir aber kein Massenphänomen zu sein.

  • Scheint mir aber kein Massenphänomen zu sein.

    Och,

    ich kenne auch den Einen oder Anderen, der sich auch im mittleren Alter gern mal von den Eltern etwas sponsoren läßt. Grundsätzlich spricht ja auch nichts dagegen, wenn es einfach ein Goodie ist und man das Geld ja ohnehin irgendwann mal erben würde.

    Fatal ist es immer dann, wenn man ohne die eigenen Eltern auf Dauer nicht mit seinem Einkommen klar kommt. :/

    Gibt mehr Menschen als man denkt, die Ihre Finanzen nicht im Griff haben bzw. über Ihre Verhältnisse leben (und wo man es (selbst) nicht merkt, weil die Eltern regelmäßig Geld zuschießen)!

  • Och,

    ich kenne auch den Einen oder Anderen, der sich auch im mittleren Alter gern mal von den Eltern etwas sponsoren läßt. Grundsätzlich spricht ja auch nichts dagegen, wenn es einfach ein Goodie ist und man das Geld ja ohnehin irgendwann mal erben würde.

    Fatal ist es immer dann, wenn man ohne die eigenen Eltern auf Dauer nicht mit seinem Einkommen klar kommt. :/

    Gibt mehr Menschen als man denkt, die Ihre Finanzen nicht im Griff haben bzw. über Ihre Verhältnisse leben (und wo man es (selbst) nicht merkt, weil die Eltern regelmäßig Geld zuschießen)!

    Ich bezog das eher auf "Unterhalt bis 50". Das ging ja schon in Richtung: "Beruf? Sohn!"

  • Wie schaffe ich es die Auszahlung des Geldes mit 18 zu verhindern?

    Mit 17,x Jahren in langfristiges Festgeld umschichten. Ist aber eigentlich Quatsch


    Kurz vorher auf die Eltern übertragen ist wahrscheinlich Quatsch.

    Nicht nur Quatsch, sondern auch höchst illegal. Das Guthaben auf dem Kinderdepot ist Eigentum des Kindes. Nicht erst zum 18. Geburtstag, sondern von Anfang an.


    Die einzige Lösung ist, das Kind zum vernünftigen Umgang mit Geld zu erziehen.

  • Mit 17,x Jahren in langfristiges Festgeld umschichten.

    An sich eine gute (legale) Methode.

    Ich befürchte aber, dass im Falle einer Klage des Kindes sogar eine mißbräuchliche Verwendung festgestellt werden könnte. Was ist, wenn man sich gerade (wieder) in einer Niedrigzinsphase befindet?

    Man darf das Geld es Kindes ja nur verwalten. Und zwar im Sinne des Kindes. Wenn es dann kaum Zinsen gibt, dürfte so ein Argument ins Leere laufen und man könnte sich ggf. sogar Schadenersatzpflichtig machen.:/

    Die einzige Lösung ist, das Kind zum vernünftigen Umgang mit Geld zu erziehen.

    :thumbup: :thumbup: :thumbup:

  • Wenn ich auf unsere Regierung schaue, tendiere ich zur Behauptung, dass der Zusatz in Klammern obsolet ist...

    Welchen Teil der Regierung meinst Du denn?


    - Die CDU, die sich die Schuldenbremse damals Deutschland ans Bein gebunden hat im Glauben da jederzeit drumherum arbeiten zu können?


    - Die SPD, die in Form des Kanzlers entschieden hat, das einfach mal umzuwidmen?


    - Die FDP, die als Inhaber des Finanzministeriums und des Justizministeriums diese Taschenspielertricks hätte verhindern müssen?


    - Oder die Grünen, weil ja irgendwas mit Klima im Namen steht?


    Na, wer ist Schuld?

  • Ich befürchte aber, dass im Falle einer Klage des Kindes sogar eine mißbräuchliche Verwendung festgestellt werden könnte. Was ist, wenn man sich gerade (wieder) in einer Niedrigzinsphase befindet?

    Man darf das Geld es Kindes ja nur verwalten. Und zwar im Sinne des Kindes. Wenn es dann kaum Zinsen gibt, dürfte so ein Argument ins Leere laufen und man könnte sich ggf. sogar Schadenersatzpflichtig machen. :/

    Sicherlich eine brauchbare Aufgabe für die Juraklausur. Tendenziell denke ich aber, dass es schwierig sein dürfte, hier eine missbräuchliche Verwendung zu belegen. Und als juristischer Laie sehe ich weniger die tatsächliche Anlage und deren Sinnhaftigkeit als Knackpunkt und viel mehr die Tatsache, dass man eine Verpflichtung eingeht, die über mehrere Jahre in den Handlungsspielraum des Kindes eingreift.


    PS: man könnte wohl auch noch das Kind für unmündig erklären lassen, falls man auf verbrannte Erde steht ;)

  • Meine Einstellung ist relativ einfach - lass das Kind mit dem Geld machen was es will.


    Es ist schließlich nicht mein Geld.


    Die wahrscheinlich ist sowieso hoch, dass das Kind ein Teil des Geldes „unverknünftig“ verprassen wird.


    So fucking what!!


    Es war eine Freude für mich Geld regelmäßig im Depot des Kindes zu sparen.


    Wenn das Kind genau soviel Freude hat beim Geld ausgeben, oder/und weiter fleißig in ETF besparen - dann bin ich glücklich.


    Am Ende des Tages - die Kinder werden sowieso mein 7-Stellige Depot erben so alles gut


    *** Nicht alles oben ist ernst gemeint ***