ETF Portfolio als Reaktion zu Trumps Währungspolitik

  • Andreas H , ich möchte dir dann wie gewünscht gerne eine konstruktive Kritik geben. Du schreibst nichts oder wenig zu deinem Alter, den Gründen des kurzen Anlagehorizontes und vor allem auch nicht zur Höhe des Aktienanteils im Portfolio. Vielleicht habe ich es aber auch übersehen. Jedenfalls macht dies eine Einschätzung schwieriger. Vermutlich ist jedoch der Grund des Anlagehorizontes einfach der nahende Ruhestand bzw. der Wechsel von Vermögensaufbau zu -verzehr.

    Du fokussierst nun deine gesamte Strategie auf die Vermeidung bestimmter Risiken. Klumpenrisiko USA und insbesondere das Währungsrisko US-Dollar. Diese Risiken gibt es natürlich. Es gibt aber auch andere Risiken, geopolitische Risiken bspw. in Taiwan, eine neue Finanzkrise die nicht ausgeschlossen ist, eine neue Pandemie bspw. die Mutation des Vodelgrippevirus, um nur einige zu nennen. Die Welt ist voller Risiken. Du tauschst nun in deinem Portfolio Risiken aus indem du zwar welche reduzierst, dafür aber andere massiv erhöhst. Du handelst dir ganz massive Klumpenrisiken in einzelnen Ländern, einer einzelnen Branche und im Ergebnis in dessen Kombination sogar einzelnen Unternehmen im Bankensektor ein.

    Ja, es kann gerade vor dem Ruhestand sinnvoll sein, das Portfolio moderat zu modifizieren und Risiken zu senken. Das ist insbesondere die temporäre Reduzierung der Aktienquote an sich, um dem sog. Renditereihenfolgerisiko zu Beginn der Entnahmephase zu begegnen. Darüberhinaus kann man auch Klumpenrisiken einzelner Länder oder Branchen reduzieren. Das wäre derzeit tatsächlich insbesondere die USA und der IT-Sektor. Und last but not least kann man auch tatsächlich darüber nachdenken, das Wahrungsrisiko zu senken und Anlagen in der Heimatwährung überzugewichten. Das wäre für dich Euro, sofern du kein Schweizer bist. Der einfachste Weg ist dann, dies mit der Reduzierung der Aktienquote zu kombinieren und einfach einen Teil der Aktien in Euro-Anleihen umzuschichten. Aber auch eine Erhöhung von Aktien aus dem Euro-Raum wäre denkbar, dann aber weiterhin breit gestreut über alle Branchen.

    Deine Strategie gleicht nun eher einer Branchen- und Länderwette. Diese Wette kann - wie nahezu jede Wette - sogar aufgehen, dann ist das aber nur Glück und Zufall, kein Können.

  • Auf welche Szenarien soll man sich vorbereiten?

    Es gibt Studien, die besagen, dass Europa bei einem Sieg Putins in der Ukraine in eine dramatische finanzielle Schieflage kommt.

    Gewinnt Putin, könnten sich die Chinesen ermutigt sehen Taiwan einzukassieren. Die anderen von China beanspruchten Inseln sammeln sie gleich mit ein. Und schon raucht es im Pazifik.

    Der Dollar könnte in 5 Jahren auf einem neuen Höchststand stehen. D.h. heute wären super Einstandskurse.

    In Deutschland könnte in absehbarer Zeit die AfD mit in die Regierung kommen. In anderen europäischen Ländern stehen ähnliche wirtschaftsfeindliche Parteien in den Startlöchern. Aktienboom in Europa???

    In Brasilien könnte es einen Militärputsch geben.

    Also wenn ich eine funktionierende Glaskugel hätte, dann würde ich ETF- oder Stockpicking betreiben. Da ich sie nicht habe, bleibe ich weiterhin beim langweiligen World-Index.

  • Gewinnt Putin, könnten sich die Chinesen ermutigt sehen Taiwan einzukassieren.

    Im Speziellen: Wie mir zwei Korrespondenten sagten, wird in China diesbezüglich ganz genau hingeschaut (Umgehen der EU und der Nato insbesondere der USA (die werden als der eigentlich ernstzunehmende Mitspieler angesehen) mit dem Ukrainekrieg).

    Im Allgemeinen: Lohnen sich Angriffskriege (wie der Putins) wieder und zahlen sich sozusagen für den Aggressor aus, stellt das - für gewisse Protagonisten jedenfalls - einen generellen Anreiz dar.

    Gleiches gilt bei Realitätsbezug für die atomare Bewaffnung (im Sinne einer glaubwürdigen Abschreckung - Signal: Es lohnt sich nicht, denn wer uns angreift, stirbt auf jeden Fall auch bzw. lediglich als Zweiter). Was kann daraus gelernt werden, wenn ein Land wie die Ukraine (ein diesbezüglich Kundiger behauptete, daß die Ukraine zu den Ländern mit dem größten Arsenal an Atomwaffen gehörte ...) seine Atomwaffen gegen Sicherheitsgarantien freiwillig abgibt - um danach von Russland überfallen zu werden ?! Oder Stichwort "Nordkorea": Warum legt wohl der "Oberste Führer" (Kim Jong-un - oder so ähnlich zumindest) so viel Wert auf seine Atomwaffen und betont ständig deren Vorhandensein und Weiterentwicklung ... ?!

    Von Realitätsbezug und Realitätssinn in dem Bereich sind Deutschland und die EU ziemlich weit entfernt. Reichlich Zeit genug zum Handeln wäre gewesen (angefangen von der Putin Rede 2007 über die Annexion der Krim 2014 bis zur 1. Wahl Trumps samt erster Amtszeit (2017 -2021) um nur einige Beispiele zu nennen).

  • An alle die nun auch Ihre durchaus kritischen Stimmen hierzu beigetragen haben: DANKE! ❤

    Das genau war es ja worum es mir ging - eine Diskussion über meine Idee einer Geldanlage konträr zur aktuellen US-Geldpolitik.

    Ich fasse meine Ziele nochmals kurz zusammen:

    • Kurze Laufzeit 5-8, max 12 Jahre
    • Niedrige Rendite Erwartung: 3,5% - 5,0%
    • Investitionen möglichst geschützt vor Währungsrisiko (US$ vs. Euro)

    Ich möchte hier anmerken, dass der ETF-Sparplan max. 30% des Anlagevermögens ausmachen wird, da die restlichen 70% in Anleihen und Edelmetallen angelegt sind. Und noch eine weitere Info um Missverständnissen vorzubeugen:

    Das Geld wird nicht für die Rente oder für eine sonstige Investition in der Zukunft gebraucht. Es geht einfach darum im Gesamtkonzept meiner Geldanlage einen zusätzlichen Aktienanteil zu halten, von dem ich mir, bezogen auf die Laufzeit, eine höhere Rendite erhoffe, als mit den Anleihen.

    Was meine Bewirtschaftung wie Sovereign es ausdrückte betrifft, so habe ich durchaus Spaß daran, diesen Teil meines Invests genauer und frequenter zu beobachten, Anleihen und Edelmetalle sind im dazu eher "langweilig". Zumal mir hochmoderne Hilfsmittel zur Verfügung stehen, die mir stets bei besonderen Vorkommnissen von selbst berichten.

    Demzufolge kann zu den Zielen noch ein weiterer Punkt hinzu:

    • Aktives Invest-Management

    Die allgemeine Kritik von Euch besagt kurzgefasst Folgendes:

    1. Zu starkes Gewicht auf den Bankensektor
    2. Klumpenrisiko durch Übergewichtung Euro-Raum
    3. Zu geringe Diversifikation
    4. Asien-Pazifik fehlt komplett

    Also nehme ich diese gerne zum Anlass meine Idee dahingehend zu überprüfen und ggf. abzuändern.

  • Ich möchte hier anmerken, dass der ETF-Sparplan max. 30% des Anlagevermögens ausmachen wird, da die restlichen 70% in Anleihen und Edelmetallen angelegt sind. Und noch eine weitere Info um Missverständnissen vorzubeugen:

    Das Geld wird nicht für die Rente oder für eine sonstige Investition in der Zukunft gebraucht. Es geht einfach darum im Gesamtkonzept meiner Geldanlage einen zusätzlichen Aktienanteil zu halten, von dem ich mir, bezogen auf die Laufzeit, eine höhere Rendite erhoffe, als mit den Anleihen.

    Diese Gedanken findet man in nahezu jedem Portfolio. Auf Assetklassen-Ebene 1, also im Wesentlichen Aktien, Anleihen, Immobilien und Edelmetalle, ist die Risikobereitschaft gering. Was sich meist in einer niedrigen Aktienquote - wie bei dir nur 30% - ausdrückt. Trotzdem soll nun aber dieser niedrige Aktienanteil auf Assetklassen Ebene 2, also innerhalb dieser Anlageklasse Aktien so "clever" gestaltet werden, dass nun doch eine höhere Rendite erzielt wird, diese "Überrendite" aber möglichst ohne Risiko. Das ist die klassische Suche nach dem "Free Lunch" jenseits dem der Diversifikation. Glaub mir, da haben sich schon viele die Zähne dran ausgebissen.

  • Wenn es um die Durchschnittsrendite geht, würde ich wieder einen globalen FTSE wählen.

    Andreas H Wenn du gestalten möchtest, was ja wirklich Spaß macht, wäre neben dem "langweiligen" globalen ETF-Sparen für einen Prozentsatz deiner Anlagesumme ein zweites Depot nur für Stockpicking, Branchen-ETF u.ä. eine Möglichkeit. Ein Spiel- und Spaßdepot ;)

    Hab das so organisiert und gefällt mir -bis jetzt- gut. Mögliche Gewinne gehen einmal im Jahr in den FTSE.

  • Saarlaender hier gibts immer etwas dazuzulernen


    Andreas H

    Europa-ETFs: Welcher ist der beste?
    Am einfachsten investieren Sie in den europäischen Aktienmarkt über einen breiten Marktindex. Dies geht am besten und am günstigsten mit ETFs.
    www.justetf.com

    Kennst du?

    Zu Bank- und KI-Aktien: was kurzfristig gut lief, muss morgen nicht genauso erfreulich weiterlaufen;)

    Gestern einen Vergleich der großen Indizes gelesen, DAX und Nikkei für 2026 weit vor STOXX50 und Dow Jonrs. Gibt bestimmt auch Vergleiche, die andere weit vorne voraussagen. Glaskugel :saint:

  • Saarlaender hier gibts immer etwas dazuzulernen

    Polymarket war natürlich nicht ganz ernst gemeint. Die Botschaft hinter meiner Bemerkung war eher: Die Börse ist weder Spielplatz noch Wettbüro, sondern dient uns Privatanlegern ganz schnöde der Kapitalanlage und dem Vermögensaufbau.

    Zum Abschließen von Wetten geht man dann nicht zur Börse sondern wahlweise zur Lottoannahmestelle, ins Casino, auf die Pferderennbahn oder eben zu Polymarket . Da gibt es dann neben eher langweiligen Themen in Sport, Politik oder Finanzen auch wirklich schöne Wetten. Bspw. "ob sich bis 31.12.2025 herausstellt die Erde sei eine Scheibe" oder "ob die US Regierung bis 31.12.2026 bestätigt, dass es Aliens gibt". Enjoy :S

  • Vielen Dank euch allen.

    Was die Wetten betreffen - natürlich ist die Börse wie auch jedes andere Projekt, was ein erhofftes "future outcome" hat, eine Wette - zumindest die, dass man den Zeitpunkt zu dem man das erhoffte Ergebnis erhält überhaupt noch erlebt. Da niemand von uns behaupten kann zu 100% zu wissen, die kommenden 5, 10, 15 Monaten noch zu erleben, gilt es also als Wette...

    Abseits dieser zugegeben philosophischen Betrachtung werde ich mal schauen ob ich die Idee von britty umsetze und einen geringen Prozentsatz meines Sparkapitals in ein Spiel-, Spass- und Wettportfolio abzweige. Der Rest wird dann in den langweiligen MSCI ACWI IMI einfließen...