tecis-Exit: HDI CleverInvest & bAV behalten oder jetzt die Reißleine ziehen?

  • Hallo zusammen,

    ich brauche mal eine sachliche Einschätzung zu meinen tecis-Verträgen. Ich möchte meine Finanzen eigentlich selbst in die Hand nehmen und alles zu meinem ING-Depot (aktuell 30k drin) schieben. Mein Berater versucht das mit einer wilden Rechnung zu verhindern.

    Die Fakten:

    HDI CleverInvest (seit 2022): Bisher ca. 7.400 € eingezahlt, aktueller Wert ca. 6.500 €. Das Minus von 900 € kommt durch die Abschlusskosten am Anfang – das ist mir bewusst und war zu erwarten.

    Das Problem: Ich frage mich, ob ich jetzt stoppen sollte, bevor noch mehr Zeit vergeht. Mein Berater behauptet nämlich, die ING sei eigentlich teurer.

    Das Argument vom Berater:

    Er behauptet, ein Depot bei der ING würde mich effektiv 0,93 % Gebühren im Jahr kosten (durch Steuern und fehlende "Kickbacks"). Er hatte mir dazu eine PDF gezeigt, die nun aber "leider nicht mehr online verfügbar" ist.

    Er sagt, seine tecis-Strategien (er nennt es "hybride ETFs") würden die Kosten der Versicherung locker wieder reinholen und das ING-Depot schlagen.

    Meine Fragen an euch:

    Ich habe 30.000 € bei der ING und sehe dort keine 0,93 % Gebühren. Ist das eine bekannte Masche, ein ETF-Depot so "teuer" zu rechnen, um die eigenen Produkte zu retten?

    Würdet ihr die HDI trotzdem jetzt kündigen oder beitragsfrei stellen, um das restliche Kapital (6.500 €) lieber sofort in Eigenregie (z.B. MSCI World) anzulegen? Oder "lohnt" es sich zu bleiben, weil die Abschlusskosten nun eh fast bezahlt sind?

    Die BU und das Krankentagegeld behalte ich auf jeden Fall. Aber macht die bAV beim Volkswohl Bund Sinn, wenn man die Kosten der Versicherung gegen den Steuervorteil rechnet?

    Mir geht es darum, ob ich langfristig mit dem ING-Depot trotz der 900 € "Startverlust" bei der HDI besser fahre.

    Was meint ihr?

  • Anna T. 22. Januar 2026 um 09:29

    Hat das Thema freigeschaltet.
  • Das Argument vom Berater:

    Er behauptet, ein Depot bei der ING würde mich effektiv 0,93 % Gebühren im Jahr kosten (durch Steuern und fehlende "Kickbacks"). Er hatte mir dazu eine PDF gezeigt, die nun aber "leider nicht mehr online verfügbar" ist.

    Das ist natürlich Blödsinn.
    Das ETF-Depot selbst kostet gar nichts! Klar, Steuern und Transaktionskosten können anfallen. Sofern Du aber kostenlose Sparpläne nutzt und evtl. Steuern auf Ausschüttungen/Vorabpauschalen der ETF durch den Sparerfreibetrag gedeckt sind, fallen auch keine relevanten Steuern an.
    So bis 80K€ Depotwert, sollten schonmal keinerlei Steuern anfallen. Und auch danach sind es verhältnismäßig geringe Beträge. Und die einmal gezahlten Steuern (Vorabpauschale), musst Du auch später nicht nochmal bezahlen, wenn Du dann Geld aus Deinem Depot ziehst. ;)

    HDI CleverInvest (seit 2022): Bisher ca. 7.400 € eingezahlt, aktueller Wert ca. 6.500 €. Das Minus von 900 € kommt durch die Abschlusskosten am Anfang – das ist mir bewusst und war zu erwarten.

    Leider fallen bei solchen Produkten nicht nur Abschlusskosten an, sondern auch laufende Kosten! Und die können erheblich sein. Vor allem mag es sich nicht sonderlich schlimm anhören, wenn es heißt: Der Vertrag kostet Sie über die Laufzeit z.B. 0,8% p.a.
    Aber diese 0,8% p.a. läppern sich über einen Zeitraum von 30-40 Jahren zu erheblichen Beträgen!
    M.E. macht so eine Versicherung keinen Sinn und ich würde Sie loswerden und das Kapitel unter 'Lehrgeld' verbuchen.

    Die BU und das Krankentagegeld behalte ich auf jeden Fall. Aber macht die bAV beim Volkswohl Bund Sinn, wenn man die Kosten der Versicherung gegen den Steuervorteil rechnet?

    Ich tagge den Beitrag mal für Dr. Schlemann einem der von Finanztip empfohlenen Experten zum Thema BUV.
    So ein Kombiprodukt aus BU und anderen Versicherungen macht aus Kundensicht fast nie einen Sinn und dient eigentlich nur dazu Dich an den Vertrag zu fesseln!


    PS: tecis, DVAG, MLP Horbach, usw. sind keine Berater, sondern Verkäufer! Einen Berater bezahlst Du für die Beratung und nicht per Provision von dem Anbieter der Versicherung!

  • Ich tagge den Beitrag mal für Dr. Schlemann einem der von Finanztip empfohlenen Experten zum Thema BUV.
    So ein Kombiprodukt aus BU und anderen Versicherungen macht aus Kundensicht fast nie einen Sinn und dient eigentlich nur dazu Dich an den Vertrag zu fesseln!

    Alles klar, danke. Vielleicht habe ich mich hier nicht ausführlich genug ausgedrückt. Also die Krankentagegeldversicherung (ARAG), die BU (Alte Leipziger) und die bAV (Volkswohlbund) sind alles unabhängig voneinander laufende Versicherungen. Leider allesamt abgeschlossen über Tecis. Die BU und auch die KTG würde ich so laufen lassen, da ich denke, dass diese ok sind und hier ein Wechsel (zumindest bei der BU) nicht so einfach sind.

    Die bAV ist mir allerdings noch ein Dorn im Auge. Da mein Arbeitgeber eh nur den Mindestbetrag zahlt, überlege ich, in ich diese beitragsfrei stellen und das verfügbare Netto ebenfalls lieber in mein ETF Depot stecke.

  • Zum Thema bAV empfehle ich den folgenden Artikel von Prof. Walz:

    Betrübliche Altersversorgung – leider oft eine herbe Enttäuschung - Prof. Dr. Hartmut Walz
    Betriebliche Altersvorsorge heißt: der Arbeitgeber schließt für seine Arbeitnehmer eine Kapitallebens-, Renten- oder fondsgebundene Lebensversicherung ab. Ist…
    hartmutwalz.de

    Ich habe leider selbst in den frühen 2000'ern eine bAV abgeschlossen. Diese habe ich 2013 nach einem Wechsel des Arbeitgebers beitragsfrei gestellt.
    Diese Versicherung war der größte Griff ins Klo, wie ich leider erst heute weiß! Eine effektive Rendite unterhalb der langfristigen Inflationsrate. <X
    Und ich komme erst 2037 wieder an das eingezahlte Kapital heran.

    Meine Partnerin hat eine bAV bei der der AG 100% der Einzahlungen übernimmt. Das ist dann ein No-Brainer und geschenktes Geld.

    Ich bin heilfroh, dass ich inzwischen zu ETF gefunden habe. Da trage ich zwar das volle Risiko, aber auch alle Chancen!

  • Das Problem: Ich frage mich, ob ich jetzt stoppen sollte, bevor noch mehr Zeit vergeht. Mein Berater behauptet nämlich, die ING sei eigentlich teurer.

    Moin ToLe09 ,


    das Problem ist dein Tecis Verkaufer noch 5 Jahre nach Abschluss gebühren von Dir bekommt. Deswegen wird er dir das blaue vom Himmel lügen um dich dazu zu bewegen das du bei der Stange bleibst.

    Hau diese Unclever Invest so schnell wie möglich in den Wind. Damit kannst du dich nur Armsparen.

    Breche den Kontakt zu dem Tecis-Verkäufer ab. Die anderen Verträge kannst du auch direkt mit den Versicherungen verwalten wenn du diese überhaupt weiterführen möchtest.


    Dir gute Finanzentscheidungen.

  • Breche den Kontakt zu dem Tecis-Verkäufer ab. Die anderen Verträge kannst du auch direkt mit den Versicherungen verwalten wenn du diese überhaupt weiterführen möchtest.

    Erstmal danke für deine Antwort!

    Jedenfalls bestärkt mich es darin, alle bei Tecis laufende zu beenden oder beitragsfrei zu stellen. Lediglich bei der BU bin ich mir noch unsicher, wie ich hier Verfahren soll. Eigentlich soll man ja eine BU laufen lassen, wobei ich dazu sagen muss, dass ich meine erste BU auch gekündigt habe und dann zu der von Tecis empfohlenen gegangen bin.

    Hat hier noch jemand einen Tipp für mich?

  • Hat hier noch jemand einen Tipp für mich?

    Ja, lass Dich da von Leuten beraten, die Spezialisten in Sachen BU sind!
    Hier die Empfehlungen von Finanztip dazu:

    Berufsunfähigkeitsversicherung
    Darum solltest Du eine BU abschließen
    www.finanztip.de

    Der ein oder andere davon ist wohl auch ab und an hier im Forum unterwegs. Aber ganz wichtig: Erst beraten lassen, ggf. neu abschließen und erst dann die jetzige BU kündigen!

    Sonst kann Dir so etwas passieren wie in diesem geschilderten Fall (DVAG):

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