Direktversicherung: „MetallRente“ / Metall Pensionskasse Garantie / über Allianz AG / IGM

  • Meine leidvollen Erfahrungen mit der Kapitalsauszahlung:

    • Versicherungsbeginn: 2004
    • Monatliche Einzahlung über Entgeltumwandlung durch Arbeitgeber nach § 3 Nr. 63 EStG
    • „Bezugsrecht:“

    Im Todesfall gelten ziemlich eingeschränkte Optionen: die Versicherungssumme wird dann nur an „unterhaltsberechtigte Erben“ ausbezahlt. Solche gibt es bei mir als Single aber eben keine. In diesem Fall zahlt die Versicherung nur ein Sterbegeld an die Erben von maximal 8.000. EUR aus – den Rest behält die Allianz!

    • „Flexibler Leistungszeitpunkt:“

    Laut Vertrag kann der Leistungszeitpunkt bis zu 5 Jahre vorgezogen werden, vorausgesetzt ...das 60. Lebensjahr ist vollendet.

    Diese Option habe ich beantragt und bekam die Leistungszusage.

    Die vorgezogene Auszahlung reduziert die Kapitalzahlung der letzten Standmitteilung in meinem Fall allerdings um

    -18.372 EUR.

    Aber damit nicht genug:

    Nach Geldeingang die nächste Enttäuschung: nochmal

    -2.831 EUR weniger erhalten als zugesagt. Ohne jegliche Begründung.

    Zu sehen ist nur, dass alle Bewertungsreserven und Überschüsse auf Null gesetzt wurden.

    Eine Nachfrage ergab dann später: ich hätte ja den Abruf vorzeitig vorgenommen!

    Zum Glück bin ich privat krankenversichert: Dies hat mir bei der Auszahlung weitere Abzüge zur GKV und PV erspart.


    • „Garantieverzinsung: 2,75 %“

    Die Verbraucherzentrale hat mir am Ende eine tatsächliche Rendite von 1,660 % ermittelt.

    Dies liegt an hohen (versteckten) Kosten, mageren Überschüsse, Kürzung der Überschüsse, teurer Teilzahlungszuschlag.

    • Finanzamt

    Mit der folgenden Steuererklärung dann der nächste Hammer:

    7.500 EUR Steuernachzahlung für diese Einkunftsart.

    • Fazit

    Unterm Strich habe ich weniger als die selbst eingezahlten Beiträge herausbekommen. Und somit die Fehlinvestition meines Lebens.

    Soviel zur gepriesenen privaten Altersvorsorge.


    Betroffene: macht Euch auf Ähnliches gefasst und stoppt weitere Einzahlungen.

  • Ist bei mir ähnlich unterirdisch, wobei mein Plan eine Auszahlung zum Ablaufdatum vorsieht, um das Geld dann als Puffer für Depotentnahmen zu nutzen. Das erscheint mir für unsere Situation sinnvoller als eine Wette auf ein langes Leben.

    Da wir jetzt mit Depot auf einem guten Weg sind, habe ich damit meinen Frieden gemacht. Mein damaliges Ich hätte sich ja durchaus auch besser informieren können.

  • Nach der letzten Standmitteilung mit regulärem Ablauf (Alter = 65 Jahre) hatte ich natürlich die Wahl monatliche Rente oder Einmalzahlung.

    Dieser Betrag entsprach 205 Monatsrenten = 17,1 Jahre = 82 Jahre.

    Erst mit noch höherem Lebensalter scheinbar rentable Monatsrente.

    Wie sich später zeigte, wurden die angeblichen Guthaben gemäß Standmitteilung dann aber einseitig drastisch gekürzt.

    Die zusätzlich enorme Reduzierung durch vertraglich vereinbarten frühestens Abruf (5 Jahre eher) war für mich völlig überraschend.

  • Mein Arbeitgeber zahlt für mich ~40€ mtl. In die Metallrente ein. Als der Versicherungsvertreter fragte, warum ich denn kein Eigenanteil vom Brutto zuzahlen möchte, winkte ich nett ab ohne in weiteren Diskussionen zu kommen. Diese Erfahrung hier bestätigt meine damalige Entscheidung, nur das geschenkte Geld des AG mitzunehmen. Denn wenn ich keine Metallrente mache, gibt's auch die Summe vom Arbeitgeber nicht. Zum Glück geht's auch ohne Eigenanteil :thumbup:

  • ...

    Die vorgezogene Auszahlung reduziert die Kapitalzahlung der letzten Standmitteilung in meinem Fall allerdings um

    -18.372 EUR.

    .....

    7.500 EUR Steuernachzahlung für diese Einkunftsart


    Also - auch ich habe bei meiner Direktversicherung (Allerdings anderes Versicherungskonsortium) eine flexible Auszahlungphase von 60 bis 65. Die garantierten Mindestauszahlbeträge sortiert nach Alter standen von Anfang an fest und wurden mir auch regelmäßig mitgeteilt (natürlich wurden mir auch viel schönere "Zahlen" mitgeteilt, die bei einem dauerhaft hohen Zinsniveau eingetreten wären, genannt..).

    Sind dir wirklich ca. 18000 Euro weniger als die Garantiesumme mit 60 ausgezahlt worden?


    Die 7500 Steuer verstehe ich nicht....

    Bei einem Vertrag vor 2005, mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren, der mindestens 5 Jahre bespart wurde sollte die Auszahlung komplett steuerfrei sein....So ist es auch bei allen mir bekannten Fällen eingetreten.


    Bei mir (auch ich bin früher aus dem Job raus) führe ich die Beitragszahlung aus eigener Schatulle privat fort. Der Grund: Die Realverzinsung liegt bei 2,9% der noch zu leistenden Beiträge, steuerfrei. Da kommt kein Festgeldangebot mit.

  • Die betriebliche Altersvorsorge wie sie um 2003 massiv beworben wurde und ohne ausreichende Zuschüsse durch den Arbeitgeber waren auch bei mir ein Rohrkrepierer.

    Die echte private Altersvorsorge mit einem Aktien lastigen Depot hingegen war ein Volltreffer.

    Ich habe meine Direkt-Lebensversicherung Ende der 90er mit einem Garantiezins von 3,5% abgeschlossen...Nach Abzug der Versicherungskosten bleibt eine Realverzinsung von 3,0%....Ganz ok, finde ich. Zumal eine BU und Hinterbliebenenversorgung mit integriert waren.

    Gleichzeitig habe ich begonnen privat vorzusorgen (erst Index-Fonds, später Index ETF MSCI & S&P 500 und Gold)

    Stand heute: Mit Abstand die beste Rendite hatte Gold (leider habe ich hier nur 20% meiner Sparraten reingesteckt), aber auch die Aktienfonds/ETF sind nicht zu verachten....Psychologisch schwierig war aber die über 13 jährige Phase, ca. 2000 bis 2013, wo die Indexe im Minus gesteckt haben....

  • Monatliche Einzahlung über Entgeltumwandlung durch Arbeitgeber nach § 3 Nr. 63 EStG

    !!!

    Ich war der Meinung, dass Lebensversicherungen mit Abschluss vor 2005 noch steuerfrei seien. Dies traf auf diese Variante Pensionskasse dann aber nicht zu. Dumm gelaufen….

    Bei einem Vertrag vor 2005, mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren, der mindestens 5 Jahre bespart wurde sollte die Auszahlung komplett steuerfrei sein

    Aber hier wurde ja unversteuertes Geld in die Versicherung eingezahlt. Das war ja gerade der Witz - unversteuert während der Erwerbsphase mit hohem persönlichen Steuersatz und bei der Auszahlung versteuert mit dem dann geringeren persönlichen Steuersatz. Das wurde ja damals ausdrücklich so beworben. "Rürup" Modell! Wenn man das dann mit Ausscheiden aus dem Beruf als Einmalzahlung auszahlen lässt, womöglich noch im letzten Jahr wo man gut verdient hat und ggf. noch weitere Einmalzahlungen... dann macht man sich den Steuervorteil natürlich kaputt.

  • !!!

    Aber hier wurde ja unversteuertes Geld in die Versicherung eingezahlt. Das war ja gerade der Witz - unversteuert während der Erwerbsphase mit hohem persönlichen Steuersatz und bei der Auszahlung versteuert mit dem dann geringeren persönlichen Steuersatz. Das wurde ja damals ausdrücklich so beworben. "Rürup" Modell! Wenn man das dann mit Ausscheiden aus dem Beruf als Einmalzahlung auszahlen lässt, womöglich noch im letzten Jahr wo man gut verdient hat und ggf. noch weitere Einmalzahlungen... dann macht man sich den Steuervorteil natürlich kaputt.

    OK, verstehe....das ist ein anderes Modell als ich habe. Ich habe die Beiträge pauschal während der Einzahlphase versteuert..

    Konsens ist aber wohl:

    Genau hinschauen, was der Vertrag bietet, wie er gestaltet ist und welche Optionen er hat. Ggf. mit einem Profi zusammen.

  • Die jährlichen Standmitteilungen der Versicherer sind nur Versprechen. Meine obigen Daten sind Realität.

    Die Ernüchterung kommt leider erst am Ende.

    Mein Finanzamt hat die Besteuerung ausdrücklich so bestätigt...:rolleyes: