Prof. Walz: Alle 100k€ einen neuen ETF

  • Hallo,

    Prof. Dr. Hartmut Walz verunsichert mich mit seinen Aussagen auf seinem Blog:

    Zitat von Prof. Dr. Hartmut Walz

    Bei größeren Anlagesummen, also z.B. über 100.000 Euro, kippt das Verhältnis von Einfachheit zu Vorsicht (selbst vor Schwarzen Schwänen) und ich würde mich wohler fühlen, dann lieber mehr Zeilen im Depot zu haben und indexgleiche oder indexähnliche Produkte als „Doubletten“ zu führen und das Kapital aufzuteilen.

    Zitat von Prof. Dr. Hartmut Walz

    Falls Sie über 100.000 Euro in einem Welt-ETF haben, sollten Sie keineswegs steuerschädlich eine Korrektur vornehmen. Bei Neuanlagen würde ich jedoch auf alle Fälle weitere ETFs auf den gleichen oder ähnlichen Index wählen. Das Angebot ist ja vorhanden.

    Er selbst betont immer das KISS Prinzip und "I eat my own cooking".

    Irving schrieb kürzlich, dass er mehrere Millionen in nur einem ETF hält. Walz selbst sagte in einem Interview mit extraETF, dass er auch nur drei ETFs hält, zwei davon nur kleine Beimischungen und ich würde mal annehmen, dass ein Finanzprofessor mehr als ein niedriges 6-stelliges Vermögen hat.

    Wie passt das zusammen?

    Bin ziemlich verwirrt, was ab 100k€ das Richtige ist. KISS oder Vorsicht (vor was?)?

  • Ich denke Prof. Walz hat diesbezüglich schon eine andere Meinung und denkt anders als ich. Er hält auch Gold und Bargeld in Fremdwährung. Außerdem mischt er auch mehrere ETFs, um Klumpenrisiken zu reduzieren und betreibt teilweise Market Timing. Er hält das ebenfalls für KISS.

    Ich persönlich denke, dass man das Risiko durch mehrere UCITS-Fonds nicht nennenswert senken kann. Ich glaube auch nicht, dass ein durchschnittlicher Privatanleger mehrere ETFs auf unterschiedliche Indizes und mehrere Assets langfristig und rational verwalten kann. Viele in diesem Forum können das vermutlich. Aber außerhalb dieser Nerd-Bubble? Ich denke nicht.

  • Gibt es schon gute Gründe für.

    Es ist eine Schwäche der aktuellen Medienlandschaft, die Risiken der ETF Anlage ausschließlich auf materielle Gesichtspunkte (Klumpenrisiko USA, Volatilität, Sequence of Return Risk usw) zu beschränken.

    Es gibt auch, ich nenne sie, formelle Risiken, z.B. die Übernahme eines Anbieters und anschließende (in den meisten Ländern steuerschädliche) Konsolidierung von Fonds oder politische Risiken wie den Sitz und die Eigentümerstruktur der Verwahrstelle (Luxemburg vs. Afghanistan? Hsbc in London vs Zweigstelle von SPDR etc.).

  • Er schreibt auch immer von Strategie des geringsten Bedauerns und vom Tausendfüßler Prinzip.

    Viel Aufwand ist es ja nicht alle x Jahre einen neuen ETF auszuwählen.


    Eigentlich sollte man zuerst ein Buch von ihm lesen, um seine Denkweise und damit seine Blogbeiträge richtig einordnen zu können.

  • Da wir ja bestimmt fast alle die 3x10-Regel (mit individuellen Anpassungen) durchführen, da hier mit minimalstem Aufwand ein großer steuerlicher Vorteil entsteht, könnten wir uns doch darauf einigen, dass man dadurch diese Risiken, die Walz sieht, ausgleichen kann, indem man eben alle 10 Jahre zu einem neuen Broker wechselt und dort eben einen anderen weltweiten ETF nimmt. Dabei bleibt es doch KISS!

  • Die Börse ist extrem komplex und teilweise unergründlich. Ich würde nicht zu sehr an den Lippen eines „Fachmanns“ hängen. Letztlich muss jeder eine Strategie finden mit der er zurechtkommt.

    Ein globales ETF vielleicht noch ein zweites und ggf. ein paar Einzelwerte. Gold ist zuletzt zwar gut gelaufen, lag aber langen Zeit wie Blei im Depot (oder Safe).
    Welche Wichtung Anleihen haben sollten, m. E. derzeit eine sehr geringe, muss letztlich selber wissen.

    Von den Fachleuten gefällt mir Kommer ganz gut. Der argumentiert sehr genau; das hat Substanz.

  • Ich finde es für Resilienz gegen mögliche Probleme mit einer Bank oder einem Fonds erwägenswert, Depots bei mind. 2 Banken und mind. 2 unterschiedliche Fonds zu haben, solange einen das nicht überfordert.
    Von Problemen mit gesperrten Bankkonten (auch über längere Zeiträume) hörte ich häufig. Eingeschränkte Handelbarkeit einzelner Fonds kann ich mir vorstellen.

    Persönlich habe ich nur noch 2 Banken und Depots. Aber keine zusätzlichen Fonds für Resilienz. Ich kann mir vorstellen, auf eine einzige (Filial?)Bank zu wechseln, falls meine geistigen Fähigkeiten nachlassen oder ich keine Lust mehr haben sollte, mich um meine Finanzen zu kümmern.

  • Die Eigenschaft von Schwarzen Schwänen ist ja qua Definititon, dass sie hinsichtlich Zeitpunkt und Erscheinungsbild nicht vorhersehbar sind. Insofern ist es ein Baustein für mehr Sicherheit, hier auch zu diversifizieren. So wie es auch ein Baustein für mehr Sicherheit sein kann, nicht alles bei einer Bank zu halten. (In anderer Hinsicht ist es ja ein weithin akzeptierter Grundsatz, nicht alle Eier in einen Korb zu legen.)

    Ob man die Grenze nun bei 100.000 oder woanders zieht, würde ich jedem in Abhängigkeit seines Gesamtvermögens überlassen … wer (gegriffene Zahl) 25 Mio. in Aktien anlegen will, müsste bei der Schwelle 250 Zeilen im Depot haben - das wäre wohl etwas too much. ;)

  • Walz selbst sagte in einem Interview mit extraETF, dass er auch nur drei ETFs hält, zwei davon nur kleine Beimischungen und ich würde mal annehmen, dass ein Finanzprofessor mehr als ein niedriges 6-stelliges Vermögen hat.

    Glaubst du ernsthaft, dass Hartmut Walz sein wahres Vermögen und seine wirklichen Anlagen medial offenlegt.
    Er behauptet in einem Interview, dass er nix erben würde und ein durchschnittliches Gehalt habe und sich so gut in einen 30-jährigen Durchschnitts-Menschen hineinversetzen könne.

    Meine Frau beackert ähnliche Gebiete an der Uni mit ihren Studentinnen, fährt aber privat eine umgedrehte 70:30 Strategie.
    Wenigstens würde sie bei Interviews (sie lehnt Anfragen regelmäßig ab) nicht so einen Quatsch erzählen, dass Professorinnen ein Durchschnittsgehalt haben..

  • Was hat Walz denn wirklich damit gemeint? Man soll nicht alles bei einer einzigen Bank haben und man soll nicht alles in einen einzigen ETF reinstecken. Man kann aber sehr wohl den gleichen (oder ähnlichen) Index nehmen. Die 100.000 Euro sind auch eher symbolisch gedacht. Die muss man immer in Relation zur Größe des eigenen Vermögens setzen. Wer insgesamt 500k besitzt, tut gut daran das Vermögen auf mindestens drei ETFs aufzuteilen bei zwei Banken. Wer 5 Mio hat, täte gut daran, sein Geld auf mindestens 5 ETFs aufzuteilen bei zwei Banken. Es geht hier schlicht ums Prinzip, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Und Gedanken dazu solle man sich spätestens ab einem Vermögen von 100k machen.

    Ich persönlich denke, dass man das Risiko durch mehrere UCITS-Fonds nicht nennenswert senken kann. Ich glaube auch nicht, dass ein durchschnittlicher Privatanleger mehrere ETFs auf unterschiedliche Indizes und mehrere Assets langfristig und rational verwalten kann. Viele in diesem Forum können das vermutlich. Aber außerhalb dieser Nerd-Bubble? Ich denke nicht.

    Das wird durch Wiederholung auch nicht richtiger. Ich und fast alle anderen können sogar ein Depot führen mit 10 sehr ähnlichen ETFs, die ich gedanklich und meinetwegen auch in Excel zu einer Position zusammenfasse. Keine Ahnung was Dich umtreibt, hier so eine Paranoia zu entwickeln.

  • Keine Ahnung was Dich umtreibt, hier so eine Paranoia zu entwickeln

    Wundert mich auch, warum er seine Ehefrau so sonderlich darstellt.
    Eine normale Frau. die EINEN ausschüttenden ETF im Depot begreift, kann im Regelfall auch ein Depot mit ZWEI ausschüttenden ETF begreifen.

    „Schatz, das ist der Kommer-ETF vom Gerd und das ist der Dividenden-ETF von Holländer Michel…“

    Deshalb vermute ich hier eher etwas anderes…

  • Wundert mich auch, warum er seine Ehefrau so sonderlich darstellt.
    Eine normale Frau. die EINEN ausschüttenden ETF im Depot begreift, kann im Regelfall auch ein Depot mit ZWEI ausschüttenden ETF begreifen.

    „Schatz, das ist der Kommer-ETF vom Gerd und das ist der Dividenden-ETF von Holländer Michel…“

    Und warum sollten wir zwei ausschüttende ETFs(auf unterschiedliche Indizes) und nicht einen haben? Was ist der Vorteil? :/

    Zitat von Tomarcy

    Deshalb vermute ich hier eher etwas anderes…

    Was denn? Wenn du etwas zu sagen hast, sag es bitte offen. Diese kryptischen Andeutungen empfinde ich als unangenehm.

  • Was denn? Wenn du etwas zu sagen hast, sag es bitte offen. Diese kryptischen Andeutungen empfinde ich als unangenehm.

    Nichts Schlimmes. Ich vermute, dass du nach reiflicher Überlegung zu deiner eigenen persönlichen Lösung gekommen und jetzt auf sie fixiert bist.

    Ist ja o.k nur nehme ich dir die Story mit deiner Frau nicht ab. Die kann mehr im Erbfall..

  • Nichts Schlimmes. Ich vermute, dass du nach reiflicher Überlegung zu deiner eigenen persönlichen Lösung gekommen und jetzt auf sie fixiert bist.

    Ist ja o.k nur nehme ich dir die Story mit deiner Frau nicht ab. Die kann mehr im Erbfall..

    Ich finde es bemerkenswert, dass regelmäßig suggeriert wird, eine einfache Ein-ETF-Strategie sei nicht optimal (hier:fixiert) und mehr Komplexität irgendwie doch besser.
    „Kann mehr im Erbfall?“ Muss sie das überhaupt? Wäre es von Vorteil? :/
    Ist die Verwaltung zahlreicher Produkte und parallel laufender Strategien wirklich ein „Mehr“?

    Genau diesen Punkt möchte ich rüberbringen: Das Endergebnis wird durch Bemühungen nicht besser. Ich bin überzeugt es bleibt maximal gleich. Oft wird es schlechter.

    Von dir habe ich die Videos von Herrn Huber. Ich denke er bringt es gut auf den Punkt (obwohl er nicht viel vom GK-ETF hält;) ).

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklärst du dich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

  • Ich finde es bemerkenswert, dass regelmäßig suggeriert wird, eine einfache Ein-ETF-Strategie sei nicht optimal (hier:fixiert) und mehr Komplexität irgendwie doch besser.

    Wer hat das suggeriert? Ich jedenfalls nicht. Mein Statement war: Die Opportunitätskosten sind zu hoch. Aber auf dem Ohr bist Du taub.

    „Kann mehr im Erbfall?“ Muss sie das überhaupt? Wäre es von Vorteil? :/
    Ist die Verwaltung zahlreicher Produkte und parallel laufender Strategien wirklich ein „Mehr“?

    Von parallelen Strategien hat außer Dir keiner geredet. Warst Du so wild unterwegs vorher?

    Genau diesen Punkt möchte ich rüberbringen: Das Endergebnis wird durch Bemühungen nicht besser. Ich bin überzeugt es bleibt maximal gleich. Oft wird es schlechter.

    Gewinnt durch Wiederholung nicht an Wahrheitsgehalt. Im Gegenteil, die Komplettumschichtung hat unwiederbringlich Geld verbrannt.