In den Niederlanden wurde heute ein für viele ziemlich brisanter Schritt beschlossen: Die sogenannte „Box 3“-Besteuerung soll künftig nicht mehr auf fiktiven Renditen basieren, sondern auf tatsächlichen Wertsteigerungen. Klingt erstmal fairer. Der Haken: Besteuert werden sollen auch unrealisierte Gewinne – also Wertzuwächse, selbst wenn nichts verkauft wurde.
Konkret heißt das: Steigt zum Beispiel der Kurs eures ETFs über das Jahr deutlich an, fällt auf diesen Buchgewinn Steuer an – auch wenn man die Anteile einfach nur gehalten hat. Kommt es danach zu einem Kursrückgang, bleibt die Steuerforderung für das Vorjahr trotzdem bestehen. Das kann im Extremfall bedeuten, dass man Teile seines Vermögens verkaufen muss, nur um die Steuer zu bezahlen.
Betroffen wären nicht nur „Superreiche“, sondern grundsätzlich alle Privatpersonen mit relevantem Anlagevermögen – also auch ETF-Sparer, Immobilienbesitzer oder Bitcoin-Halter. Verluste sollen zwar berücksichtigt werden, aber die praktische Umsetzung, die Liquiditätsfrage und die IT-Seite sorgen bereits jetzt für Diskussionen.
Die Reform ist eine Reaktion auf Gerichtsurteile, die das alte System mit fiktiven Renditen für rechtswidrig erklärt haben. Inkrafttreten ist für 2028 geplant.
Eine Frage der Zeit, bis wir dran sind?