Was verdient ihr & seid ihr zufrieden?

  • Mitte 40, IT-Branche, studiert, ca. 75k€ brutto pro Jahr inkl. Sonderzahlung, 40h-Woche, 30 Tage Urlaub. Keine Entgeltumwandlung.

    Einerseits bin ich zufrieden, da ich gut damit klar komme und das Gesamtpaket stimmt. Andererseits habe ich in meinem Alter die Gehaltsdecke in meinem Bereich erreicht. Die Perspektive ist also, dass ich bis zur Rente nur noch Inflationsausgleiche bekomme. Begründung Arbeitgeber: Irgendwann ist es egal, ob jemand 15, 25 oder 35 Jahre Berufserfahrung hat, so dass der Erfahrungslevel ab einem gewissen Punkt nicht mehr extra vergütet wird. Das dämpft etwas die Motivation und macht nachdenklich, ob "es das jetzt war".

    Das ging mir in deinem Alter ähnlich, dann fängt man schon mal an zu zweifeln.

    Der Weg da heraus, war für mich nicht ganz selbst gewählt, denn ich wurde Arbeitslos und wurde quasi aus der Komfortzone zum Glück gezwungen.

    Neuer Arbeitgeber, anfangs sogar mit weniger Geld, dann aber relativ schnell Personalverantwortung übernommen, hab die Gehaltsdecke deutlich durchbrochen. Das wäre so beim alten AG nicht möglich gewesen.

    Ich hätte ohne den Jobverlust vermutlich nicht den Mut aufgebracht, denn ganz ohne Risiko ist es eben nicht.

  • Von dieser Sparrate können die meisten Berufstätige nur träumen.

    Sehr lobenswert. Die Erben wird es freuen. ;)

    Ach die Erben haben selbst genug, die brauchen meine paar Kröten wirklich nicht.

    Aber egal - ich bin nebenbei noch aktiv, einfach weil's mir Spaß macht. Mein Beruf war schon immer mein Hobby und es gibt in unserer Gegend nicht so viele IT-Spezialisten, die sich mit Windows und Linux auskennen und bei Bedarf auch mal selbst schnell was programmieren.
    Die paar Stündchen sind eher ein willkommener Zeitvertreib als "echte" Arbeit.

  • Ich bin 38, komme aus Ostdeutschland und hatte vor einigen Jahren noch eine Weiterbildung zum Meister gemacht. Leider hatte ich damals bei der Berufswahl auf falsche Pferd gesetzt und eine Ausbildung in der Logistik gemacht, auch weil ich mit 17 noch nicht wusste was ich machen soll. Logistik wird allgemein schlecht bezahlt, egal ob man Titel hat, gut oder schlecht ist.

    Ich war in den letzten Jahren in einem mittelständigen Unternehmen (ohne Tarifbindung) beschäftigt, mit Führungsfunktion hatte ich bei einer 40/h Woche "nur" 3300 € Brutto verdient.

    Jetzt hatte sich eine Chance im ÖD aufgetan, verdiene da zum Einstieg über 1000 € mehr. Finde das Gehalt ganz okay und hoffe das ich da bis zur Rente alt werde, durch die Stufenerhöhungen hat man da eine recht gute Perspektive und wie es im ÖD so üblich ist, macht man sich nicht kaputt ;). Mein Vorteil ist auch, das wir günstig zur Miete wohnen (600 € warm), ich komme nun mit dem Einkommen ganz gut hin und es bleibt was über zum ausgeben, zum Sparen und was für die Altersvorsorge.

  • IT‘ler im Level 1 und 2 Support beim kirchlichen Arbeitgeber bezahlt nach AVR momentan nach 5b Stufe 7 / rund 4350€.

    Plus Weihnachtsgeld 70% und 400€ Urlaubsgeld.

    Diesen Monat gibt es 2,8% mehr nach Tarifabschluss. Im August folgt der nächste Stufenaufstieg (dann 4590€).

    Kann mich nicht beschweren, weil ich hier auch günstig lebe in einer B-Lage. Bin vor 6 Jahren näher zum Arbeitsort gezogen, jetzt noch 15min statt 45min Fahrtzeit je Weg.

    Und die Arbeitsbedingungen sind top mit nur wenig Stress. Teilweise HO ist seit Corona auch kein Problem mehr.

    Übrigens: Wer sich einen kurzen Einblick in verschiedene Berufe und deren Verdienste verschaffen will, dem kann ich den Youtube Kanal „Lohnt sich das“ empfehlen.

    Einmal editiert, zuletzt von Danne86 (19. Februar 2026 um 16:13)

  • Die Folge mit dem Fluglotsen ist sehr sehenswert. Da hauts einem den Schalter raus, was Verdienstmöglichkeiten die haben. Aber ein echt sympathischer Typ der dort seinen Beruf vorstellt.

  • Ich habe das Gefühl, dass hier vor allem Besserverdiener sind, die sich Finanzen bewusst sind und keine normalos mit 3,5 Brutto

    Besonders im süddeutschen Raum gibts noch den einen oder anderen Kleinaktionär ;-).

    Aber ernsthaft - das überrascht jetzt nicht. Mit 3500 € brutto kann man bzgl. sparen/anlegen keine großen Sprünge machen und schon gar nicht nebenher noch ein eigenes Haus finanzieren.

  • Dass die Leute die hier im Forum unterwegs sind tendenziell Besserverdiener sind, ist klar.

    Ein Großteil der deutschen Bevölkerung ist nicht in der Lage viel bei Seite zu legen.

    Ich glaube hier tauschen sich primär die Leute aus, dessen Sparrate deutlich höher ist, als 100-200€ im Monat

  • Ich finde im Leben geht es um mehr als das Gehalt, lieber habe ich Zeit für meine Familie und verdiene 300€ weniger.

    Freiheiten und glücklich zur Arbeit zu gehen ist mehr wert als 300€ netto mehr

    So ist es. Mir sind auch 15 min Arbeitsweg was wert, weil damit zeitliche Freiheit verbunden ist, eben Frei-Zeit.

  • Das scheint hier ja wirklich viele zu interessieren, wenn man mal schaut, wie viele den Thread schon angeguckt haben...aber die wenigstens trauen sich Input zu geben.


    Ende der 30er, Studiert(Bachelor), 37h Woche, IT-Admin, 30 Tage Urlaub, Niedersachsen

    Gehalt 6300€ + 13. Gehalt + 1.000€ Urlaubsgeld + 700-1.000€ Bereitschaft (pro Jahr) + Gewinnbeteiligung (hält sich stark in grenzen deswegen nicht weiter ausgeführt) + ca. 800€ baV ohne Zuzahlung + 3 Tage HomeOffice je Woche


    Nächstes Jahr letzter Stufenanstieg und dann sinds 6.800€.

    Bin ich damit zufrieden? Auf jeden Fall. Damit hat man schon gewisse Freiheiten.

  • Das scheint hier ja wirklich viele zu interessieren, wenn man mal schaut, wie viele den Thread schon angeguckt haben...aber die wenigstens trauen sich Input zu geben.

    In Deutschland herrscht da immer noch ausgeprägte Neidkultur und das Motto "über Geld spricht man nicht".

    Es ist schon auch schwierig, ein Kumpel von mir bekommt als Maschinenbediener eines Kunststoffbetriebes, zusammen mit seiner Freundin als Bäckereifachverkäuferin, so viel netto zusammen wie ich alleine. Für mich ist da oft die Relation der Verdiensthöhen nicht mehr so ganz erklärbar.

  • In Deutschland herrscht da immer noch ausgeprägte Neidkultur und das Motto "über Geld spricht man nicht".

    Es ist schon auch schwierig, ein Kumpel von mir bekommt als Maschinenbediener eines Kunststoffbetriebes, zusammen mit seiner Freundin als Bäckereifachverkäuferin, so viel netto zusammen wie ich alleine. Für mich ist da oft die Relation der Verdiensthöhen nicht mehr so ganz erklärbar.

    Das denke ich auch, die wenigsten würden bei einer Straßenumfrage etc. über ihr Gehalt reden, geschweige im Freundeskreis. Das ist in anderen Ländern in Europa z.B. ganz anders und passt zur deutschen Neidkultur

  • In Deutschland herrscht da immer noch ausgeprägte Neidkultur und das Motto "über Geld spricht man nicht".

    Nun, ich verfolge diesen Thread mit Interesse, aber ich habe mich bisher noch nicht geäussert, da ich die Befürchtung hege, dass man mit zu vielen (interessanten/relevanten) Details theoretisch identifizierbar werden könnte.

  • Für mich ist da oft die Relation der Verdiensthöhen nicht mehr so ganz erklärbar.

    Dann schau mal in die USA, wo die Top-KI-Experten ein Jahresgehalt von über 100 Mio $ bekommen. Hundert Millionen Dollar. DAS ist für mich nicht mehr erklärbar, aber so scheint ein (Arbeits-)Markt offenbar zu funktionieren.

Passende Ratgeber für Dich

Von Finanztip-Experten fundiert recherchiert

Was Finanztip ausmacht
Finanztip Bewertungen