Merz: Gesetzliche Rente nur noch „Basisabsicherung“

  • Ich frage mich ganz ernsthaft (und habe es auch in den threads hier schon erwähnt), warum das so überhaupt kein Thema ist und warum heute Diesel für 2,20 ein Problem ist

    Die Antwort kann ich dir geben. Weil das dem "kleinen Mann" noch nicht bewusst ist. Ich bin mittlerweile etwas desillusioniert, was die geistigen Kapazitäten von sehr vielen Mitbürgern angeht.


    Wenn es Bevölkerungsschichten gibt, die in den letzten 20 Jahren nicht gemerkt haben, dass die Rente nicht mehr als alleiniger Baustein im Alter genügt, wie sollen diese Leute denn was von CO2-Bepreisungen in einer paar Jahren wissen und die Konsequenz daraus erkennen?

  • Der Ablasshandel auf Luft - nichts anderes ist die CO2 Steuer - wird scheitern, alles nur eine Frage der Zeit.

    Da werden perspektivisch noch ganz andere Belastungen kommen, sofern man nicht mit PV, Wärmepumpe und E-Auto unterwegs ist.

    Glaubt Ihr wirklich, dass wenn wir langfristig alle umgestiegen sind, die Privilegien (KFZ Steuerbefreiung, 0,25% Dienstwagenbesteuerung, kein der Mineralölsteuer entsprechendes Äquivalent auf Strom, steuerfreie Nutzung von selbst gewonnenem PV Strom..) dauerhaft bleiben würden? Der Staat benötigt die Einnahmen und die momentanen Subventionen sind nur ein temporärer ideologisch geprägter Push.

  • Depotfee - dass die Leute das nicht blicken - geschenkt. Aber dass die Politiker in den Talkshows sitzen und ganz betroffen über die aktuellen Preise tun, aber nicht nach dem dem CO2-Preis gefragt werden.


    RWE4Life - die Einnahmen aus der Energiesteuer auf Kraftstoffe sind ein mittlerer zweistelliger Milliardenbetrag. Das wird auf jeden Fall kompensiert werden.

  • Der Ablasshandel auf Luft - nichts anderes ist die CO2 Steuer - wird scheitern, alles nur eine Frage der Zeit.

    Glaubt Ihr wirklich, dass wenn wir langfristig alle umgestiegen sind, die Privilegien (KFZ Steuerbefreiung, 0,25% Dienstwagenbesteuerung, kein der Mineralölsteuer entsprechendes Äquivalent auf Strom, steuerfreie Nutzung von selbst gewonnenem PV Strom..) dauerhaft bleiben würden? Der Staat benötigt die Einnahmen und die momentanen Subventionen sind nur ein temporärer ideologisch geprägter Push.

    Und was erwartest Du? CO2 Steuer fällt und wir machen fossil weiter wie bisher, oder?

  • Was man denklogisch erwarten kann, ist eine deutliche Preis- bzw. Gesamtkostensteigerung auch für die, die heute auf E-Mobilität, Wärmepumpen etc. umsteigen. Denn das wegfallende Subventionen dazu führen, dass der Staat diese "Einsparungen" auch an den Steuerzahler weiter gibt, halte ich für eine sehr abwegige Idee. Irgendwas wird man schon finden, was dann finanziert werden muss.

    Dadurch, dass ein EU-weites Konstrukt gebildet wird, sehe ich im Übrigen auch etwas "Sprengstoff". Die Art und Weise, wie EU-weite Konstrukte in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt werden, und auch die ein oder andere Idee der EU-Köpfe, deren Weiterentwicklung zu betreiben, könnte auch zumindest in der Wahrnehmung einiger/vieler Wahlberechtigter dazu führen, dass das in D für den Bürger schlechter läuft, während andere Länder eher profitieren. Das ist am Ende weit mehr als die Frage, welche Art von Auto in der Einfahrt steht.

  • Und was erwartest Du? CO2 Steuer fällt und wir machen fossil weiter wie bisher, oder?

    Ja natürlich. Was sonst. Zumindest können wir die Energiewende nicht in diesem brachialen Tempo durchstehen. Außerdem müssen wir zurück zu einem Anteil Atomkraft. Die Alternative ist, dass wir Deutschland in weiten Teilen deindustrialisieren und uns damit von unserem Wohlstand verabschieden.

    Anmerkung zum Öl: Bin da ganz bei Professor Sinn. Solange die Ölförderung weltweit nicht sinkt, und das tut sie aktuell nicht, führen die Einsparungen in D lediglich zu einem (minimalen) Verfall der Preise am Weltmarkt und andere Länder, insbesondere Schwellenländer, konsumieren entsprechend mehr und verbrennen das Öl im Zweifel schmutziger als wir selbst. Klimaeeffekt 0,0 bzw. sogar negativ.

    Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

  • Ja natürlich. Was sonst. Zumindest können wir die Energiewende nicht in diesem brachialen Tempo durchstehen. Außerdem müssen wir zurück zu einem Anteil Atomkraft. Die Alternative ist, dass wir Deutschland in weiten Teilen deindustrialisieren und uns damit von unserem Wohlstand verabschieden.

    Kurze Nachfrage: Hat dein Username einen beruflichen oder einen sportlichen Hintergrund?

  • haha. Sportlich. Aber ich komme beruflich aus der Kostenkalkulation und sehe, was die Energiepolitik gerade mit unserer Wirtschaft macht. Strom ist heute an der Börse doppelt so teuer im Jahresmittel wie vor 10 Jahren und wir haben 500Mrd Steuergelder in die Energiewende gepumpt, die wir besser in Bildung und Infrastruktur gesteckt hätten. Weitere hunderte Mrd sollen bis 2050 folgen.

  • Anmerkung zum Öl:...

    Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht.

    Da hagelt es natürlich erstmal "Daumen runter" und "Haha". Wenn man sich aber solche Statistiken durchschaut, findet man im Kern genau diese Erkenntnis:

    https://energiestatistik.enerdata.net/co2/emissionen…erbrennung.html

    https://energiestatistik.enerdata.net/rohoel/welt-pr…-statistik.html

    https://energiestatistik.enerdata.net/oelprodukte/we…-statistik.html


    Das muss uns in D nicht gefallen, und ja, Energiewende muss aus gutem Grund auch sein, aber Realitäten bleiben halt auch trotzdem bestehen.

  • haha. Sportlich. Aber ich komme beruflich aus der Kostenkalkulation und sehe, was die Energiepolitik gerade mit unserer Wirtschaft macht. Strom ist heute an der Börse doppelt so teuer im Jahresmittel wie vor 10 Jahren und wir haben 500Mrd Steuergelder in die Energiewende gepumpt, die wir besser in Bildung und Infrastruktur gesteckt hätten. Weitere hunderte Mrd sollen bis 2050 folgen.

    Das verstehe ich nicht. Überall in den Medien wird doch erzählt, wie günstig Strom aus Wind und Sonne ist. Das zeigen sogar die Daten, die ich für letzten Sonntag gefunden habe.

    Da haben wir doch ein tolles Geschäft gemacht mit einem Netto-Export von 51,7 GWh. Moment, ich sehe gerade, dass wir für den Export Geld bezahlen mussten, damit uns unsere Nachbarn den Strom abnehmen. Bei Preisen von bis zu minus 480 EUR pro GWh muss das wohl ein zwei- bis dreistelliger Millionenbetrag gewesen sein. Und für den Import müssen wir natürlich auch bezahlen. Das scheint mir irgendwie kein so gutes Geschäft gewesen sein. Und das nur an einem Tag.

    Nun gut, es konnte ja auch keiner ahnen, dass am Wochenende der Strombedarf sinkt. Und in Deutschland haben wir dann auch noch Solaranlagen mit 120 GW Leistung verbaut, obwohl das Stromnetz nur 80 GW verträgt. Wenn die Sonne sich dann erdreistet, am Wochenende auch mal über Deutschland zu scheinen, muss man eben sehen, wie man den überschüssigen Strom los wird, damit das Netz nicht zusammenbricht. Denn die wenigsten Solaranlagen sind durch die Netzbetreiber abschaltbar. Dann schenken wir eben unseren Nachbarn den Strom und legen noch etwas Geld drauf, damit es sich für die auch so richtig lohnt. Wenn es dann dunkel wird und PV nichts mehr liefert, verkaufen uns netterweise Frankreich und Polen ihren Atom- und Kohlestrom. So gesehen, ist die Energiewende ein voller Erfolg, wenn auch nicht für uns, so doch für unsere Nachbarn.

  • Korrekt. Kein gutes Geschäft. Aber eigentlich geht das hier am Thema vorbei... Wobei natürlich hindert uns die Energiewendensubvention auch daran, die Rente stärker zu subventionieren. Also doch im Thema...

    Wir haben bereits 500Mrd ausgegeben, um Solar und Wind zu fördern. Von allein hätte es die vielen Tausend Windräder nämlich nicht gegeben. Weiterhin garantieren wir den Windradbetreibern einen Preis von ca. 7 Cent. Nun haben wir an windreichen Tagen viel zu viel von dem Strom und der Preis fällt an der Strombörse ins Negative. Die Betreiber zahlen dafür, dass der Strom abgenommen wird (im Ausland). Der Steuerzahler wiederum gleicht die Differenz zu 7 Cent aus bzw. die Stillstandskosten, wenn die Windräder abgeschaltet werden.

    Donnerstag Nachmittag im November scheint kein Sonne und es weht kein Wind, der Anteil der Erneuerbaren geht fast auf 0 zurück. Der Strompreis an der Börse geht fast auf 1EUR pro kWh. Die Kunden zahlen dies über die Strompreise. Um diese Peaks in den Griff zu bekommen, planen wir nun zusätzliche Gaskraftwerke, richtig: Der Staat subventioniert die und steht für die Leerstandskosten (wenn Wind weht und Sonne scheint) gerade. Wir zahlen also doppelte Fixkosten für die Erneuerbaren und die Backups.

    Weiterhin müssen wir sehr schnell weitere 5-600Mrd ausgeben, um die Netze auszubauen, weil der Wind eher im Norden weht und die Industrie aber eher im Süden ist und weil die lokalen Netze in den Kommunen gnadenlos überlastet sind, wenn jeder eine Ladesäule und eine Wärmepumpe betreibt.

    Und dass alles soll ökonomisch sinnvoll sein? Und wie oben geschrieben ist der Klimaeffekt auch limitiert. Also wofür tun wir das alles?

  • Korrekt. Kein gutes Geschäft. Aber eigentlich geht das hier am Thema vorbei... Wobei natürlich hindert uns die Energiewendensubvention auch daran, die Rente stärker zu subventionieren. Also doch im Thema...

    Die Beamtenbesoldung und Aufrüstung der Bundeswehr hindert uns aber auch daran. Das wäre also auch beim Thema.

    Dann wäre da noch die Sanierung der Straßen. Das ist auch beim Thema.

  • Generell zum Thema: Staatliche Aktivitäten und Eingriffe, die Wirtschaft/Konsum/Arbeitsplätze fördern, fördern auch unsere Sozialsysteme inklusive der Gesetzlichen Rentenversicherung.

    Staatliche Aktivitäten und Eingriffe, die Wirtschaft/Konsum/Arbeitsplätze behindern,...

  • Also halten wir mal fest das unsere Politiker und "Wirtschaftsweisen" mit ihrem Geplöcke genau das Gegenteil von dem Erreichen was sie eigentlich wollen, zumindest sorgen sie dafür das die Firmen des Mittelstandes schneller zu Grunde gehen (vielleicht auch deren Absicht ?).

    Nur als Einwurf, die Positionen der 'Wirtschaftsweisen' sind auch im Gremium sehr unterschiedlich, auch wenn die Empfehlungen demokratisch getroffen werden. Die liegen da auch zeitweise sehr weit auseinander.

  • Schickt alle diese Wirtschaftsweisen für einen Monat für 15 € Stundenlohn schön arbeiten. Zwei Zimmer Mietwohnung für günstige 1000 € warm in Stuttgart Zuffenhausen mit einer Schwangeren zu Hause, die bisher noch 1600 € netto verdient hat.

    Und dann mal schön monatlich durchrechnen und richtig tolle Pressekonferenz geben.

    Hatte ich heute vor einer Woche in der Sozialberatung den Fall.

    Alles Vollzeit, alles ganz prima hier.

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